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Drogen

Suchtprävention durch Aufklärung und gutes Beispiel

Gefahr bei Drogenkonsum - Wirkung gängiger Suchtmittel

Wenn es in der Disco heißt, "komm, probier doch mal", greift man als Jugendlicher gerne zu. Vielen ist nicht bewusst, wie schnell sie damit in eine Drogenabhängigkeit schlittern oder wie groß die Gefahren sind. "Ein Mal so ne kleine Pille schlucken, da passiert doch nichts!" - Denkste. Eltern bangen vor diesem Szenario, denn sie kennen die bösen Folgen des kleinen Ausrutschers. Doch wie schützt man seine Zöglinge vor Rauschgift? Im Folgenden ein kleiner Überblick, um das Junggemüse wissenschaftlich darüber aufzuklären.

Einen großen Beitrag zur Suchtvorbeugung leisten Eltern durch ihre Vorbildfunktion. Wenn die rauchen oder wie selbstverständlich dem Alkohol zusprechen, sehen Kinder natürlich nicht ein, warum sie die Finger davon lassen sollten. Tatsächlich finden sich die meisten Suchtkranken nicht unter den Jugendlichen, wie einige Lobbyisten der Bevölkerung fälschlicherweise weismachen wollen.
Gespräche tragen ebenfalls zur Vorbeugung bei. Man bespreche mit den Jugendlichen mögliche Situationen, so z.B. die Party mit reihum gehenden Alkopops oder Joints … Dabei sollte das Thema Drogen auf den Tisch kommen, bevor sich der Jugendliche an sie gewöhnte. Großes Geschimpfe, wenn er betrunken von einer Party kommt, macht die Sache oft nur schlimmer.

(Liquid) Ecstasy, Shisha und (Crystal) Speed - Aussehen, Wirkstoff, Rausch

Ecstasy
Aussehen: bunte Pillen
Wirkstoff: MDE, MDBD, MDMA
Wirkung: Unterschiedlich je nach Dosis und Zusammensetzung der Pille, die jedoch stark schwanken. Die Droge lässt Serotonin ausschütten, das Glücksgefühle erzeugt. Man liebt, fühlt sich wach, aktiv, glücklich, anderen Menschen nahe, empfindet den Körper intensiver. Ängste und Aggressionen lassen nach, während das Einfühlungsvermögen wächst. Veränderung der optischen Wahrnehmung.
Rauschgebinn: zwanzig Minuten bis eine Stunde nach Einnahme.
Wirkungsdauer: zwei bis fünf Stunden.
Risiken: Die Droge setzt Warneinrichtungen des Körpers außer Kraft, was z.B. zu Hitzeschlag oder Austrocknung führt. Hinzu kommen ggf. Depression, Panik, Kreislaufkollaps, Leber- oder Nierenversagen, Herzrasen, Temperatursteigen, psychotische Störungen. Schädigt die Nervenzellen im Gehirn.
Folgen bei Dauerkonsum: Nachlassendes Leistungsvermögen des Hirns, Störung des Gedächtnisses.
Abhängigkeit: psychisch, nicht körperlich

GHB bzw. GBL (Liquid Ecstasy)
Aussehen: Pulver, Tabletten, oder salzige u. farblose Flüssigkeit. Wird manchmal vom Dealer ins Glas des Kunden geträufelt.
Wirkstoff: Gammahydroxybuttersäure, daher der Name GHB. Wird oft auch als Liquid Ecstasy bezeichnet, obwohl es kaum mit Ecstasy zu vergleichen ist. Grundstoff ist GBL (Gamma-Butyrolacton), das der Körper zu GHB verändern kann. GBL dient der Industrie als Lösungsmittel.
Wirkung: Anregung des Fettstoffwechsels, Stimulierung der Wachstumshormone. Bei geringen oder mittleren Dosen entspannt die Droge, macht glücklich und regt sexuell an. Größere Dosen haben stärkere einschläfernde Wirkung, die ggf. zur Bewusstlosigkeit führt. Findet Einsatz als KO-Tropfen.
Wirkungsdauer: ca. drei Stunden, keine lange Nachweisbarkeit
Risiken (bei höherer Dosierung): Panikattacken, sinkender Blutdruck, sinkender Herzschlag, Übelkeit, motorische Beeinträchtigung, Kopfschmerzen. Zu Opiaten und Alkohol eingenommen, führt GHB manchmal zum Tod.
Folgen bei Dauerkonsum: Schlaflosigkeit.
Abhängigkeit: Rasche psychische Abhängigkeit!

Die Shisha … … kommt oft auf Parties zum Einsatz, ist aber längst nicht so harmlos wie ihr Ruf. Diese arabische Wasserpfeife erfreut sich bei Jugendlichen großer Beliebtheit. Der Rauch zieht durch den "Bowl", ein wassergefülltes Gefäß. Dabei kühlt er ab, wird aber nicht gefiltert. Hauptsächlich landen fruchtige Tabakarten in der Shisha. Echter Shishatabak enthält zwar kein Nikotin, schadet dem Körper aber trotzdem und erregt Krebs.
Problem an der Wasserpfeife ist der leichte Übergang zu Cannabis. Hat man sich an dem Fruchttabak erst einmal "satt" geraucht, möchten Jugendliche rasch auf Härteres umsteigen. Da bietet sich Cannabisrauchen an, z.B. mit der "Bong"-Pfeife, die wie die Shisha funktioniert.

Speed (Amphetamine)
Aussehen: weißes bis gelbliches Pulver, meist durch die Nase eingenommen
Wirkstoff: Vollsynthetisches Amphetamin, Koffein, Verschnittstoffe (z.B. Waschpulver), Ephedrin
Wirkung: Veranlasst Ausschüttung von Dopamin und Noradrenalin. Stark anregend, Unterdrückung von Müdigkeit, Schmerzempfinden und Hunger, Steigerung von Konzentration und Leistungsfähigkeit. Atem-, Blutdruck- und Pulserhöhung.
Wirkungsdauer: sechs bis zwölf Stunden.
Risiken: Pulsrasen, Herzrasen, Überhitzung. Bei zu hohen Dosen: Herzstillstand, Kreislaufversagen, Blutdruckabfall, Temperaturanstieg, Brechreiz, Störung des Herzrhythmus, Schlaganfall, Bewusstlosigkeit, Zittern, Netzhautschädigung, heftige Kopfschmerzen. Aufgrund der häufig vorgenommenen Verlängerung kennt der Kunde die genaue Amphetamindosis nicht.
Abhängigkeit: psychisch

Crystal Speed
Wirkstoff: Fast reines, kristallisiertes Methamphetamin. Der Stoff verhalf als Pervitin in den 1980ern Krankenschwestern und Soldaten zum Durchhalten bei Nachtschichten.
Wirkung: Gleicht der von Speed, jedoch wesentlich stärker, weshalb Speed-Gewöhnte in der Gefahr einer Überdosierung stehen.
Wirkungsdauer: bis zu dreißig Stunden
Risiken: Bei Überdosierung: Schwindel, Zittern, Schweißausbrüche, Blutdruckabfall und Erbrechen. Hirnblutungen, Lähmungen (auch des Atems!).
Folgen bei Dauerkonsum: Physischer Verfall. Rasche Gewichtsabnahme, Zahnausfall, erhöhter Blutdruck.
Abhängigkeit: psychisch
Verbreitung: In Deutschland kaum, hauptsächlich in Sachsen, Thüringen und Nordbayern wegen der Nähe zu Tschechien. Dort wird Crystal Speed hergestellt.

Problem bei Drogen ist die dem Käufer unbekannte Zusammensetzung. Freilich könnte er sich auf die Ehrlichkeit seines Kumpels verlassen und annehmen, dass dieser ihm tatsächlich lupenreines Pulver aus Südamerika verkauft. Doch vielleicht mischte er einen Teil des echten Stoffes mit Mehl, Rattengift oder Putzmittel, zwecks "Verlängerung"? Mit etwas Glück fällt die Wirkung nicht so heftig aus wie bei der echten Droge - mit etwas Pech viel schlimmer.

www.drugcom.de

 

Ausnahmen

Einzelfall vor Gericht prüfen

Arbeit nach dem dritten Geburtstag

Kein Unterhalt mehr für Alleinerziehende

Der neuen Unterhaltsreform zufolge haben Alleinerziehende keinen Anspruch auf Unterhalt mehr, sobald das Kind den dritten Geburtstag feierte. Der andere Elternteil zahlt zwar weiterhin für die Kinder, nicht jedoch für den Expartner. Dieser hat seinen Lebensunterhalt wieder selbst zu bestreiten. Eine Verlängerung der Unterhaltspflicht ist nur möglich, soweit und solange sie "der Billigkeit entspricht".

Hierzu setzte der Bundesgerichtshof ein Zeichen bei der Rechtssprechung. Er forderte die Gerichte zudem auf, über Fallgruppen nachzudenken. Noch herrscht also einige Unklarheit, die erst durch weitere Entscheidungen behoben wird. Die Richter haben es nun in der Hand, dem Alleinerziehenden mehr Zeit zu Hause zuzuschreiben. Zudem können sie die Lage des Einzelnen durch vernünftige Urteile erleichtern, indem sie Augenmerk auf Arbeitsmarkt- und Betreuungssituation legen, wie auch auf die Qualifizierung des Elternteils.

Im Gesetz verankert ist ohnehin die Möglichkeit, dass die Mutter eines behinderten oder verhaltensgestörten Kindes länger zu Hause bleibt. Dasselbe gilt bei mageren Betreuungsangeboten. Doch laut Richtern muss die Mutter eines gesunden Kindes selbst bei Ganztagsbetreuung nicht sofort nach dem dritten Geburtstag eine Arbeit aufnehmen. Da der Sprössling auch abends zu betreuen sei, sei eine Vollzeitstelle unzumutbar. Eine Teilzeitstelle hat sie jedoch vermutlich anzunehmen.

Eine weitere Ausnahme haben Alleinerziehende der CDU zu verdanken. Die legte nämlich fest, dass auch Art der Kinderbetreuung, Broterwerb und Ehedauer eine Rolle spielen. Wer jahrelang nur als Hausmann arbeitete, wird als Alleinerziehender also vermutlich keine Arbeit annehmen müssen.

 

Eigenes Konto

Konto für junge Erwachsene

Schuldenfalle Dispokredit

Kostenloses Jugendkonto nicht nur für Minderjährige

Für viele beginnt Freiheit mit dem Schulabschluss. Endlich eine Ausbildung, endlich eigenes Geld, eine eigene Wohnung, ein eigenes Auto … endlich erwachsen! Doch so schön dieser Zustand auch klingt, stellen sich dabei doch oft Ärgernisse ein, darunter z.B. das Konto.
Minderjährige führen oft ein kostenloses Girokonto. Nach Beendigung der Schule bzw. zum achtzehnten Geburtstag endet der kostenlose Schülerstatus zwar, doch oft bieten Banken auch weiterhin kostenlose Konten an, so z.B. für Auszubildende, Studenten, Zivis oder Wehrdienstleistende. Meist enden Jugendkonten erst beim 27. oder dreißigsten Lebensjahr.

Mit dem Übertritt zum Erwachsenenalter stehen Kontobenutzern neue Möglichkeiten offen. Eine ist die Kreditkarte, die sich z.B. für Au-Pairs lohnt, zum Geldabheben oder Bezahlen.
Andere Neuheit ist der Dispositionskredit, der eine Überziehung des Kontos erlaubt. Dadurch rutscht der Kontoinhaber in die Miesen, wenn auch oft nur um einen geringen Betrag. Kommt das nächste Mal Geld aufs Konto, so wird der Kontostand ausgeglichen und die Schulden zurückgezahlt (mit hohen Zinsen!).
So praktisch ein Dispo auch sein mag, sollte man keinen Gebrauch von ihm machen. Er verführt dazu, Geld auszugeben, das man nicht besitzt. Klar scheint es verführerisch, doch irgendwann endet auch der Dispositionsspielraum. Und woher dann neues Geld nehmen? Rasch rutscht man so in die Schuldenfalle, also: Finger weg vom Dispo! Lieber lerne man, sorgsam zu haushalten, um sich Wünsche auch ohne schlechtes Gewissen erfüllen zu können.

Zum achtzehnten Geburtstag sollte man sich einen Überblick der eigenen Möglichkeiten verschaffen. Was will ich von der Bank, was bietet sie mir? Wo habe ich bessere Aussichten? Dabei setze man sich auch mit Altersvorsorge und Rücklagenbildung auseinander. So ließe sich durch einen Bausparvertrag z.B. für die eigenen vier Wände sparen.

 

Haushaltsbuch

Überblick der Ausgaben und Einnahmen

Buch führen zur Kontrolle

Finanzkontrolle: Tipp für Familien und Singles

Zur Überprüfung der Finanzen lohnt sich ein Haushaltsbuch. Andernfalls geht angesichts steigender Preise rasch der Überblick über die tatsächlichen finanziellen Möglichkeiten verloren.

Zu Monatsbeginn notiere man alle monatlichen Einnahmen. Jährliche Einkünfte werden zu einem Zwölftel erwähnt. Im Laufe des Monats schreibe man darunter alle Ausgaben, am besten mindestens einmal wöchentlich, da sonst rasch der Überblick verloren geht. Jährliche Ausgaben oder solche, die nur alle paar Monate anfallen, werden ebenfalls anteilig festgehalten. Dabei berücksichtige man die Kontoauszüge, da sonst leicht Ausgaben vergessen werden. Am Monatsende stellt sich heraus, ob man sich tatsächlich im Rahmen seiner Möglichkeiten bewegte oder ob man (wenn auch unbewusst) über die Stränge schlug. In diesem Fall sei über Sparmaßnahmen nachgedacht.

 

Kindergeld

Ausgleich statt Förderung

Erstattung ungerechter Steuern

"Geschenk" oder Berücksichtigung in der Einkommensteuererklärung?

Im Zusammenhang mit Kindergeld ist oft von staatlicher "Förderung" die Rede. Dabei gelangen Durchschnittsbürger rasch zum Eindruck, die Regierung gäbe ihnen durch das Geld einen unverdienten Zuschuss, eine Art Geschenk. Tatsächlich jedoch dient Kindergeld als Ausgleich der Ungerechtigkeit.
Eltern stehen vor der Wahl: steuerliche Berücksichtigung der Sprösslinge bei der Einkommensteuererklärung oder Kindergeld. Damit gleicht die Regierung die zu hohen Steuern aus, die sie Familien zuvor abknöpfte.

Näheres im Einkommenssteuerrecht, unter Gerechtigkeitsausgleich.

 

Retortenbaby

Geburt der Britin Louise Brown

Künstliche Befruchtung und ihre Anfänge

Gewissenlose Forschung oder segensvolle Hoffnung?

Am 25. Juli 1978 erblickte Louise Brown das Licht der Welt. Eine ganz normale Britin, lässt der Namen vermuten, doch tatsächlich sorgte bereits die ungeborene Louise für weltweite Aufregung. Ihre Mutter Lesley hatte sich künstlicher Befruchtung bedient, da ihr die Natur keine Schwangerschaft gönnte. So wurde Louise das erste Retortenbaby der Welt.

Nur 2608 Gramm wog sie, doch ihre Entwicklung verlief völlig normal. Sie ist weder dümmer noch schwächer oder kränker als en auf gewöhnliche Weise gezeugtes Kind. Inzwischen wundert dies freilich nicht mehr, denn tausende Retortenkinder in aller Welt entwickeln sich zu ganz normalen Erwachsenen. Doch Ende der Achtziger wurde das Verfahren noch heftig umstritten. "Gewissenlose Forschung", wetterte die Kirche, die allerdings Millionen Frauen neue Hoffnung schenkte. Fünftausend meldeten sich gleich zu dem medizinischen Verfahren an. 1981 kam der erste "künstliche" amerikanische Säugling zur Welt, 1982 der erste deutsche.

Im Laufe der Jahre verbesserten Mediziner den Eingriff fortwährend, so dass mittlerweile etwa jede sechste künstlich Befruchtete ein Kind gebiert. Dazu saugen ihnen Ärzte eine Eizelle ab, die sie im Reagenzglas mit Spermien zusammenführen. Viele Frauen bringen gleich mehrere zur Welt, da ihnen die Mediziner (zur Erhöhung der Erfolgschance) gleich mehrere befruchtete Eizellen einpflanzen. Andere lassen die überzähligen Föten im Mutterleib töten - eine Schattenseite der so glorreichen Errungenschaft der Zivilisation.

 

Missbrauch der Disziplin

Kein Allheilmittel

Handeln und Verhalten nicht dasselbe

Acht Antworten auf Bernhard Buebs Lob

"Lob der Disziplin", so nennt sich ein Buch des langjährigen Leiters Schloss Salems. Bernhard Bueb erzählt darin Erfahrungen aus seiner Zeit als Internatsdirektor. Er plädiert für ordnende Formen, Pflichten, Rituale, Autorität, Gemeinschaftsgeist. Dabei erwähnt er kollektive Erziehung durch Sport, starke Betreuung, Wettbewerb, Privilegierung.

Aus Protest gegen dieses Werk erschien nun "Vom Missbrauch der Disziplin" mit "Acht Antworten" auf Buebs Thesen. Dabei ist z.B. von Individualitätsbildung und offenen Erprobungen die Rede, von einer Verwischung des Unterschiedes zwischen Handlung und Verhalten, von Kastengeist und Arroganz, die Internatsschüler nach dem Schulbesuch ins Leben mitnehmen …

Leider erwähnt nur ein Autor die Schwierigkeiten des Alltags, von veraltetem Schulsystem und Zerreißproben der Familien. Dennoch erfährt der Leser oft recht fundierte, logische Thesen zur Widerlegung Buebs.

"Vom Missbrauch der Disziplin", von Micha Brumlik (Herausgeber), Beltz Verlag, 242 Seiten, 12,90 Euro.
Hier bestellen

 

Luxus Kita

Biokost und frühkindliche Förderung

Kindertagesstätte für Reiche in Potsdam

Für die Kleinen nur das Beste, ob Sauna oder Spracherziehung

Nicht nur Reiche lassen sich mit allem erdenklichen Luxus verwöhnen, auch ihre Kinder sollen ihnen in nichts nachstehen. So kommt es, dass manche Kindertagesstätte einen Service bietet, den Normalbürger nur aus ihren kühnsten Träumen kennen.

Etwa siebenhunderttausend Euro verschlang die Restaurierung der "Villa Ritz" in Potsdam. Einst als Standesamt genutzt, toben und spielen dort nun Kinder. Zur Gründung erfreute sich die Kita großer Beliebtheit, was vermutlich an ihren Leistungen liegt. So stehen nicht nur frühkindliche Förderung und Luxusangebote auf dem Programm sondern auch Betreuung rund um die Uhr. An allen Tagen wissen Eltern ihre Sprösslinge dort in guten Händen, selbst nachts können sie dort bleiben. Dies jedoch nur im vernünftigen Rahmen, denn die Tagesstätte soll nicht zum Kinderheim werden.

Etwa einen Tausender verschlingt die monatliche Grundgebühr. Darüber hinaus stehen weitere Angebote zur Verfügung, so z.B. Chauffeur, Leibwächter und Klavierunterricht. Die Betreiber suchen den Eltern so ziemlich alle Wünsche zu erfüllen. Da wirken Mehrsprachigkeit (Englisch, Chinesisch …), Sauna, Physiotherapie und Bionahrung fast selbstverständlich.

"Villa Ritz GmbH und Co. KG"
Potsdam

 

Elite durch Bildung

Bildung für alle

Elite der Akademiker

Meritokratie - Regierung in den Händen der Gebildeten?

Jeder hat ein Recht auf Bildung, möchte man meinen. Kostenloses Lernen sollte selbstverständlich sein, damit auch Arme und sozial Benachteiligte die Chance haben, im Leben mehr zu erreichen als ihre Eltern. Doch ob der deutsche Staat mit seinen Bemühungen tatsächlich in die richtige Richtung zielt?
Freude kommt natürlich bei den Studentenzahlen auf, die sich binnen fünfzig Jahren verzehnfachten: von 120 000 im Jahr 1950 auf 1,2 Millionen zu Beginn des einundzwanzigsten Jahrhunderts. Etwa vierzig Prozent der Schulabgänger besuchen anschließend eine Hochschule, in einigen Ländern gar die Hälfte. So weit, so klug.
Doch wo bleiben die übrigen sechzig Prozent?

Man bediene des Schlagwort "Meritokratie", der Regierung der besonders Gebildeten und Begabten. Ein brutales System, denn die gesellschaftlichen Verlierer bekommen zu hören, sie seien nicht gut genug. Indem sie das Abitur nicht meisterten, bleiben sie minderwertig.
Jeder Abiturient wird sich freilich darum kümmern, dass auch seinen Kindern dies gelinge, dass sie in der Gesellschaft nicht abrutschen würden. Die Elite wird der Unterklasse viele Hindernisse in den Weg legen.

Studierte sahnen später ein höheres Einkommen ab als Nichtstudierte. Ist es recht und billig, sich diesen Vorteil auf Kosten der Allgemeinheit zu erarbeiten? Dass auch die Geringverdiener ihnen ein kostenloses Studium finanzieren und somit das Sprungbrett zur Karriere befestigen?
Freilich, als Student hat man meist wenig Geld in der Tasche. Doch um den Mitbürgern die Investition zu danken, böten sich andere Mittel an. Von ihrem später höheren Einkommen könnten sie Minderbegüterten Gutes tun.

An der Regierung liegt es nun, bei der Bildungspolitik nicht nur Studenten zu berücksichtigen sondern auch all jene ohne Abitur. Nicht für jeden ist ein Studium das Richtige, doch sollten Bürger ohne Hochschulbesuch nicht in die Unterschicht rutschen.

 

Babyforschung

Erkenntnisvermögen der Säuglinge

Soziale und physikalische Grundlagenkenntnisse

Unterscheidung zwischen gut und böse bereits als Kleinkind

Man kann kaum glauben, dass Babys bereits ein recht waches Erkenntnisvermögen haben. Wer erwartet denn auch, dass ein wenige Monate altes Kind, das sich noch robbend oder krabbelnd fortbewegt, über soziale Fähigkeiten verfügt? Tatsächlich jedoch haben Säuglinge deutlich mehr auf dem Kasten, als Erwachsene lange Zeit annahmen.

Erwachsenen erscheint es als selbstverständlich, Menschen einzuschätzen. Egal ob an Aussehen oder Verhalten, wir versuchen herauszufinden, ob das Gegenüber gut oder böse ist. Dabei ist das gar keine so große Kunst, denn diese Einschätzungen nehmen bereits sechs Monate alte Babys vor!
Kleinkinder verfügen also bereits über grundlegende soziale Fähigkeiten, auch ohne großartige Lehren. Dies widerspricht der Theorie, dass Säuglinge noch "weiße Blätter" sind, bloß aufnahmefähig, ohne viel Denkvermögen. Wahrscheinlich verfügen sie bereits über Grundstrukturen der Datenverarbeitung, die ihnen bei der Erschließung von Wissensgebieten helfen.
Beispiel der Physikkenntnisse: Bei einem rollenden Ball gehen Babys davon aus, dass dieser auch weiterrollen wird. Verschwindet er dabei hinter einer Abschirmung, wissen sie, dass er auf der anderen Seite wieder auftauchen müsste.

Säuglinge vermögen zwischen hilfsbreitem und störendem Verhalten zu unterscheiden. Eltern brauchen sich deshalb nicht allzu große Sorgen über spätere Spielgefährten machen, denn bereits in jungen Monaten haben sie ein recht gutes Erkenntnisvermögen. Sie lernen übrigens nicht nur aus sozialen Hinweisen, die sie persönlich angehen, sondern vermögen auch aus Gesichtsausdrücken und Blickrichtungen, die nicht für sie gedacht sind, Erkenntnisse zu sammeln. Ist ja eigentlich klar: Wie sollten Säuglinge auch anders lernen, als durch ihre Mitmenschen?

Doch woher kommt es, dass die Wissenschaft erst jetzt derartige Erkenntnisse zutage fördert? Zum einen werden den Kleinen oft falsche Fragen gestellt. Zum anderen vermögen sie in einem gewissen Alter eben noch nicht so zu antworten, wie wir es kennen. Lange Zeit konzentrierten sich Wissenschaftler also auf Über-Einjährige. Doch wer sich Mühe gibt, in die Welt der Unter-Einjährigen einzutauchen, wird rasch Faszinierendes herausfinden - sofern er sie nicht überfordert bzw. sich ihrer (fehlenden) Fähigkeiten (bezüglich Sehvermögen etc.) bewusst ist.

Mehr zu diesem Thema gibt´s z.B. bei der Yale-Universität (Forschungen unter Kiley Hamlin) oder
im Buch "Was Babys denken", von Sabina Pauen
Hier bestellen

 
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