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Vater werden?

Undefiniertes Rollenbild

Männliche Identitätssuche

Wer hat Schuld am Geburtenrückgang?

"Ich will ein Kind!", so sollte es aus dem Munde deutscher Frauen tönen. Die aber pflegen ihren Egoismus, treiben die eigene Karriere voran, ohne sich um Kinderquote, leere Rentenkassen und moralische Verpflichtungen zu kümmern. Die bösen Frauen tragen allein die Schuld, dass die Deutschen bald aussterben werden, zumindest wenn man der öffentlichen Diskussion Glauben schenkt. Aber kann man tatsächlich guten Gewissens so leicht jemandem den Schwarzen Peter zuschieben?

Man werfe nur einen Blick auf die Zahlen: Im Alter zwischen dreißig und 34 haben in der Bundesrepublik 62 Prozent der Frauen Nachwuchs, aber nur 42 Prozent der "harten Kerle". Diese kommen auch zwischen 45 und fünfzig noch zu 27 Prozent ohne Sprössling aus, was auf Frauen nur zu sechzehn Prozent zutrifft. Das zarte Geschlecht sieht man also häufiger mit Kind als ihr raues Gegenstück - wie aber lässt sich dann den Frauen die Schuld an einer niedrigen Geburtenquote vorwerfen?
Etliche Jahre lang konzentrierte sich die Debatte über die Geburtenquote auf Frauen und deren Schuld. Nun sickert allmählich das Bewusstsein durch, dass auch ihre Partner und der Staat die Schuld tragen. Letzterer sucht sich mit einem Ausbau der Kinderbetreuung aus der Affäre zu ziehen, doch wie sieht´s mit den Männern aus?

Zeuger entscheiden sich freilich nicht aus Böswilligkeit gegen Nachwuchs. Viele möchten vorher eine solide Anstellung haben, was aufgrund langer Ausbildungszeiten erst spät (meist lange nach dem dreißigsten Lebensjahr) möglich ist.
Zudem spielen bei ihnen dieselben Überlegungen eine Rolle, die auch Frauen oft von Kindern abhalten: Verantwortung, Eingeschränktheit, finanzielle Sorgen, hohe Trennungsrate, Angst um den Arbeitsplatz … Sie haben jedoch die Chance, sich mit der Entscheidung Jahrzehnte Zeit zu lassen, während bei Frauen in den Vierzigern die biologische Uhr abläuft. Irgendwann müssen die Würfel fallen.

Ein fehlendes Rollenbild verunsichert ebenfalls. Auf der einen Seite fürchtet man, durch ein Kind den eigenen Eltern zu ähneln. Will man tatsächlich abends heimkommen und die Liebste dabei antreffen, wie sie gerade Windeln wechselt? Will man tatsächlich in ein Reihenhaus mit gepflegtem Vorgarten umziehen, sich mit anderen Vätern über Schnuller und die ersten Zähne unterhalten?
Heutige Männer bilden die ersten Generationen, die ab der Geburt mit der Emanzipation konfrontiert wurden. Ihnen obliegt nicht mehr die Rolle des Familienernährers, doch ist die neue Aufgabe nicht definiert. Was zeichnet einen Mann aus? Was erwartet man von einem Vater? Wer bis ins Alter noch mit der eigenen Identität kämpft, tut sich natürlich schwer mit der Übernahme einer undefinierten Rolle.

"Der Zeugungsstreik", von Meike Dinklage, Diana, 258 Seiten, 17,90 Euro
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Kochen

Spaß in der Küche

Kochkurse für Kinder

Mahlzeiten zubereiten mit Kind und Kegel

Eltern schicken ihre Kinder häufig aus der Küche, weil sie nur zwischen den Beinen herumwuseln, Quatsch erzählen und auf andere Arten stören. Mit ihnen zu kochen gilt als Stress, den man sich lieber nicht antun möchte - mal abgesehen davon, dass die Kleinen ohnehin keine Lust darauf haben. Dabei kann Kochen in der Familie richtig Spaß machen!

Man beginne ruhig mit Kindergartenkindern, denn man kann dem Nachwuchs gar nicht früh genug den Spaß am Kochen vermitteln. Wenn sie den Inhalt ihrer Mahlzeit und deren Herstellung kennen, werden sie nicht alle Gerichte ablehnen, sondern sich freudig und gesund ernähren. Freilich verschmähen sie zunächst einmal Salat, doch in Verbindung mit einer leckeren Soße findet er auch bei ihnen rasch Anklang. Selbst "coole" Jugendliche interessieren sich fürs Kochen, denn damit können sie andere natürlich ganz schön beeindrucken.

Beim gemeinsamen Werkeln achte man darauf, Kinder als gleichberechtigte Partner anzusehen. Man ermuntere sie, wenn mal etwas nicht sofort gelang, und biete ihnen Sicherheit. Außerdem setze man ihnen kindgerechte Rezepte vor, denn Überforderung macht Freude schnell zunichte.
Keine komplizierten Rezepte sind gefragt, sondern solche, an denen sich Kinder beteiligen können. Pizza ist wohl immer ein Renner, der außerdem noch Spaß beim Belegen macht. Ungesund ist sie übrigens nicht grundsätzlich, denn es kommt darauf an, womit man sie belegt.

In der Küche bieten sich natürlich auch Tast- und Schmeckspiele an. Die wenigsten Kinder erraten alles, was man ihnen mit verbundenen Augen serviert. Daran schulden z. B. Eltern und Schulküchen, die immer dasselbe zubereiten.
Wer sein Kind nicht stundenlang die Küche durcheinanderbringen lassen möchte, schicke es z.B. in einen kindgerechten Kochkurs.
Erwachsene sind übrigens als Vorbild gefragt: Wenn sie bloß ein Tiefkühlgericht in die Mikrowelle schieben, brauchen sie sich nicht zu wundern, dass ihre Kinder nur Fertiggerichte verlangen.

"Wir kochen! Für unsere Freunde!", von Susanne Klug, Goldmann, 160 Seiten, 15,95 Euro
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Zugewinn

Reform der Ehegesetze

Zugewinnausgleich bei Scheidung

Ehegemeinschaften vor dem Gesetz

Bei der Hochzeit möchten sich nur wenige Ehepaare gleich wieder scheiden lassen. Die meisten gehen davon aus, auf ewig einen gemeinsamen Haushalt zu führen, weshalb sie sich nicht um Finanzielles sorgen. Kümmert sich z.B. der Mann zu Hause um die Kinder, während seine Liebste Geld verdient und verwaltet, so schenkt er ihr meist blindes Vertrauen. Wie käme er auf die Idee, sie könnte das Vermögen heimlich z.B. dem Bruder überlassen, indem sie ihm das Haus überschreibt?
Freilich, der während der Ehe erwirtschaftete Zugewinn wird vor Gericht redlich geteilt. Doch viele illegale Kniffe erlauben es, das Vermögen rechtzeitig vor der Scheidung beiseite zu schaffen - was nicht vorhanden ist, lässt sich auch nicht teilen.

Zur Verhinderung von Ungerechtigkeit spielt Vater Staat mit dem Gedanken einer Zugewinngemeinschaftsreform.
Zugewinngemeinschaft nennt sich der Stand, in den Verheiratete automatisch gelangen, wenn sie vor der Hochzeit keinen Notarvertrag unterzeichneten. Die beiden Vermögen bleiben getrennt, so dass jeder seines frei verwaltet, ohne dem Geliebten Einblick gewähren zu müssen. Betreffen Ausgaben das ganze Vermögen, so haben beide Partner einverstanden zu sein. Bei der Scheidung errechnet man den während der Ehe erwirtschafteten Gewinn beider Gatten, der dann gerecht durch zwei geteilt wird (nicht einbezogen: Schenkungen, Erbschaften, Schulden). Wer keinem Broterwerb nachgeht, ist also auf das finanzielle Geschick des Partners angewiesen.
Der Ausdruck "Gemeinschaft" führt dabei in die Irre, denn statt die Vermögen zusammenzuwerfen, herrscht während der Ehe strikte Trennung.
Dabei bieten die Gesetze leider viele Schlupflöcher, durch die ein Partner "sein" Vermögen auf die Seite schafft. Macht sich ein Ex-Ehegatte vor dem Zahltag immer ärmer, indem er das Geld nur so aus dem Fenster wirft, verschonte ihn das Gesetz bislang. Nun jedoch hat er auf Biegen und Brechen den am Stichtag festgestellten Betrag zu zahlen, ggf. eben durch einen Kredit. Verteilt er das Vermögen gar vor dem Scheidungsantrag, so klage der andere Partner beim Familiengericht, das den Stichtag vorverlegt.
Abbezahlte Schulden fanden bislang keine Berücksichtigung beim Zugewinn, was sich nun ändern soll. Half man dem Partner beim Abstottern, so hat man auch Anspruch auf den halben Betrag.

Experten halten die Reform für Flickwerk. Statt die Löcher der Zugewinngemeinschaft zu stopfen, sollte man während der Ehe besser auf die Errungenschaftsgemeinschaft umsatteln. Diese sieht zwar auch eine Trennung der ursprünglichen Vermögen vor, zählt während der Partnerschaft Erwirtschaftetes jedoch sofort zum Gemeingut, das beide verwalten.
Die Errungenschaftsgemeinschaft steht Eheleute bereits jetzt offen, wenn sie sie in einem Vertrag festhalten. Die wenigsten entscheiden sich jedoch dazu, teils aus Unkenntnis, teils weil sie nicht glauben, sich jemals scheiden zu lassen.
Hier ist stärkere Aufklärungsarbeit gefragt, denn alle noch so gut gemeinten Gesetze helfen nichts, wenn die Betroffenen sie nicht kennen. Sie helfen auch nichts, wenn die Beteiligten sich nicht über die eigenen Finanzen im Klaren sind - unterschreibt der Hausmann blind die Steuererklärung, so hat er es sich selbst zuzuschreiben, wenn die Frau das gemeinsame Vermögen für ihre eigenen Interessen verwendet.

Als Alternative zur Zugewinngemeinschaft oder Errungenschaftsgemeinschaft bietet sich z.B. eine Gütertrennung an. Hierbei bleiben die Vermögen getrennt, der Zugewinnausgleich entfällt. Eine Gütergemeinschaft vereinigt die beiden Vermögen dagegen, wie auch das während der Ehe erwirtschaftete.

 

Beruf und Kind?

Umdenken durch neues Unterhaltsrecht

Berufstätigkeit beider Geschiedener

Raschere Arbeitssuche als bisher - Schaden fürs Kind?

Bislang hatten geschiedene Elternteile, die die Kinder aufzogen, praktisch noch jahrelang einen Lebensstandard wie während der Ehe. Wegen der Sprösslinge gingen sie selten einem Broterwerb nach, sondern lebten von den Unterhaltszahlungen des oder der Ex. Das neue Unterhaltsrecht wirft dieses Verhältnis um, denn Exgatten haben sich - trotz Kinderbetreuung - rascher um eine Arbeitsstelle zu bemühen. Bislang musste der Kinderbetreuer erst arbeiten gehen, wenn das Jüngste die zweite Klasse abgeschlossen hatte. Nun hat er bereits ab dem dritten Lebensjahr einer Arbeit nachzugehen.

Damit rückt das Gesetz das Bild "Elternschaft und Beruf" in ein anderes Licht. Bislang glaubte man, Kinder bräuchten bis zu einem gewissen Alter Rund-um-die-Uhr-Betreuung von einem Elternteil. Viele Berufstätige zeigen jedoch, dass es auch anders geht! Familie und Beruf lassen sich durchaus verbinden. Wenn im Haushalt das Geld knapp ist, haben ja auch beide einem Broterwerb nachzugehen …

Freilich stellen sich verschiedene Faktoren in den Weg, die das betreuende Elternteil nicht beeinflussen kann. Findet sich kein regionales Betreuungsnetz vor, in dem man den Kleinen während der Arbeit "parkt", so muss das Elternteil eben zu Hause bleiben. Das gleiche gilt, wenn sich trotz aller Bemühungen keine Arbeit finden lässt, oder wenn Behinderungen des Kindes keine Abwesenheit des Erziehungsberechtigten erlauben.

 

Brutkasten

Rettung für Frühchen

Gluckenersatz aus der Geflügelzucht

Nest für Frühgeburten - Erfindung des Brutkastens

Kommt der Säugling einige Monate oder Wochen zu früh auf die Welt, bereitet dies Ärzten heutzutage keine Probleme mehr. Ganz anders sah die Sache vor der Erfindung des Brutkastens aus: Selbst im neunzehnten Jahrhundert wurden Frühgeburten wie normale Kinder einfach in die Arme ihrer Mutter gelegt, weshalb viele, zum Leben außerhalb des Mutterleibes noch unfähig, starben.

Der Brutkasten stammt - wer hätt´s gedacht - aus der Geflügelzucht. Ein Züchter präsentierte bei der Geflügelausstellung 1878 einen Holzkasten, beheizt, als Gluckenersatz. Wie ein Nest schützt der Kasten Küken vor der Außenwelt und Keimen.
Den vorbeispazierenden Mediziner Etienne Stéphane Tarnier brachte der Kasten auf eine tolle Idee. Er ließ sich von Odile Martin, einem Instrumentenbauer, einen Brutkasten für Babys zimmern. Mehr als einen Kubikmeter groß, fasst er gleich mehrere Säuglinge. Da eine Alkohol- oder Gasheizung im Kasten die Neugeborenen gasigen Giften ausgesetzt hätte, konstruierte Tarnier eine Außenheizung. Durch einen Bunsenbrenner erwärmtes Wasser floss in einen Tank unter der "Glucke", wie der Arzt seine Erfindung nannte.
Binnen drei Jahren sank die Säuglingssterblichkeit um 28 Prozent.

 

Hartz-IV

Schwanger durch Hartz IV?

Kein Geld für Verhütung

Ungewollte Schwangerschaften bei ALG-II-Empfängerinnen

Als Jugendlicher macht man sich über Verhütung erste Gedanken. Dabei spielt Geld keine Rolle, denn die Krankenkasse zahlt. Ab achtzehn haben sie die Zaubermittelchen jedoch selbst zu zahlen, was viele in böse Schwierigkeiten bringt.
Zwar beinhaltet das Arbeitslosengeld II monatlich ein wenig Geld für "Gesundheitsvorsorge", doch ist dies rasch aufgebraucht. Hat man es z.B. für die Pille ausgegeben, lässt sich kaum noch für eine Spirale sparen, denn der Betrag ist - wie so vieles beim ALG II - "zum Sterben zu viel und zum Leben zu wenig". Kommen am Ende gar noch ein Arztbesuch oder andere Gesundheitskosten dazu, fällt die Verhütung flach. Die Folge sind, na klar, ungewollte Schwangerschaften.

Bei einer Studie im Großraum Köln standen 69 Frauen Rede und Antwort, von denen 67 Prozent bereits seit einigen Jahren vom Staat abhängen. Durchschnittsalter: 30 Jahre. Vier Fünftel bestätigten, ALG II reiche nicht zur Verhütung aus. Bevor ihnen der Staat den Lebensunterhalt zahlte, verhüteten zwei Drittel jedes Mal, sechs Prozent nie. Nun schützt sich nur noch ein Drittel immer, sechzehn Prozent nie.

Experten fordern dringend kostenlose Verhütungsmittel für Sozialhilfeempfängerinnen. Im Bundessozialhilfegesetz stand dies auch bis vor etlichen Jahren geschrieben, doch Reformen (Hartz IV, Gesundheitsreform …) sorgen für klaffende Versorgungslücken.

Stellt eine ALG-II-Empfängerin eine Schwangerschaft fest, beginnt die nächste Notlage. Wie soll sie dem Kind ein angemessenes Leben bieten? Als "rettender Engel" taucht der Gedanke an eine Abtreibung auf - vom Staat finanziert.

 

Schuluniform

Einheitskleidung im Unterricht?

Vorteile einer Kleidervorschrift

Faktor Sicherheit - keine Waffen in die Schule schmuggeln

Eine alte Debatte taucht - zumindest an Schulen - immer wieder auf: der Streit um Einheitskleidung. Sollte man tatsächlich eine Schuluniform einführen, oder darf jeder anziehen, was er will?

An 85 Prozent US-amerikanischer Schulen sind Dress-Codes (Kleiderordnungen) gang und gäbe. Sie werden desto strikter geahndet, je aufreizender die Mode wird. Einen Vorteil bringt dies sicher mit sich: Schüler lassen sich vom Körper ihrer Klassenkameraden nicht mehr so leicht vom Unterricht ablenken, denn es sitzen weder Mädchen bauchfrei noch Jungs mit herunterhängender Hose da.
Soziale Unterschiede verlieren sich durch einheitliche Kleidung ebenfalls, so dass Schüler nicht wegen ihrer "uncoolen" Klamotten gemobbt werden. Individualität jedoch gedeiht dabei nicht.

Kleidervorschriften zielen aber auch auf Sicherheit ab. Stecken Jungen ihr Hemd in die Hose, haben sie keine Chance, darunter Waffen in die Schule zu schmuggeln. Angesichts inzwischen auch in Deutschland auftretender Amokläufe nicht nur in den USA ein Thema!

 

Gleichberechtigung

Bis an die Spitze

Gleichstellung auf politischer Ebene sichern

Gesellschaftsdruck zum Arbeiten?

Obwohl deutsche Frauen sich gleichberechtigter fühlen als z.B. Türkinnen, besetzen diese doch häufiger Professorenstellen. Europäerinnen können sich eben beruhigt auf ihren Erfolgen ausruhen, statt sich weiter an die Spitze zu kämpfen und die Gleichstellung zu vollenden. In anderen Ländern stehen Frauen entweder ganz oben oder ganz unten, weshalb für sie beruflicher Erfolg eine deutlich höhere Bedeutung hat.

Jedoch: Der Wille zur Gleichberechtigung muss da sein, nicht nur unter Frauen sondern auch in politisch höchster Ebene. Was die (männliche) Gesellschaft deutschen Frauen oft verweigert, erreichen norwegische durch gesetzlich vorgeschrieben Quoten. Dort haben sie mindestens vierzig Prozent wirtschaftlicher Aufsichtsräte zu belegen. In Schweden müssen sich Vater und Mutter die Elternzeit teilen, so sie die volle staatliche Unterstützung empfangen möchten. Zudem ist die Kinderbetreuung für jeden erschwinglich, da sich deren Kosten nach dem Einkommen richten, und auch zu ungewöhnlichen Zeiten möglich.
Junge Deutsche lehnen eine Quotenregelung zur Arbeitsplatzbesetzung manchmal ab, da sie die Stelle aufgrund ihrer Verdienste bekommen möchten, nicht aufgrund eines Gesetzes. Doch pausieren sie erst einmal einige Zeit aufgrund eines Kindes, ziehen die Männer an ihnen vorbei - ein Vorsprung, den frau kaum aufholt.

In Skandinavien oder Frankreich, wo arbeitende Mütter üblich sind wie das Amen in der Kirche, kämpfen Frauen jedoch mit anderen Problemen. Obwohl manche liebend gerne die ersten Jahre zu Hause bei ihrem Kind verbrächte, steigen sie aufgrund des gesellschaftlichen Druckes doch wieder ins Berufsleben ein.

Viele Frauen möchten sich erst alle Eigenschaften erwerben, um einen Posten perfekt besetzen zu können. Männer zögern nicht so lange, sondern bewerben sich einfach. Zudem arbeiten die oft nicht aus Idealismus, so wie Frauen. Möchte frau die Gleichstellung jedoch endlich vollenden, so wird es Zeit, die Zähne zu zeigen und sich nach ganz oben zu arbeiten - dort, wo solche Entscheidungen getroffen werden.

 

Haussitting

Berufsbild Haussitter

Urlaub auf andere Art: Haushüten

Aufpassen auf das Haus eines Fremden

Reisende lassen Haus oder Wohnung nicht immer gern allein zurück. Was passiert, wenn jemand einbricht? Wenn Pakete nicht von den Nachbarn angenommen werden? Wenn ein wichtiger Anruf kommt? Und vor allem: Wohin mit meinem Tier, wenn ich im Urlaub bin?
Da muss wohl ein Haushüter her! Ein Freund, Bekannter oder Fremder, der während der Abwesenheit im Haus wohnt, sich um Blumen und Tiere kümmert, den Briefkasten leert und alles erledigt, was sonst noch anfällt. Er nutzt die Wohnung ganz normal, sollte aber natürlich nicht schnüffeln.

Haushüten ist oft ebenso gut wie Urlaub: Man sieht einen neuen Ort, liest sich durch die Bücher, hat Hund oder Katze zum Schmusen, muss nicht schwer arbeiten … Freunde tun den Gefallen sicher umsonst, Fremde bekommen ein kleines Taschengeld.

Hunde gewöhnen sich oft rasch an die neue Bezugsperson - vielleicht, weil diese mehr Zeit zum Schmusen hat als Herrchen? Manch ein Urlauber reagiert enttäuscht, wenn sich bei seiner Rückkehr der eigene Hund lieber mit dem Haussitter abgibt. Dabei ist dies doch ein tolles Zeugnis für den Hüter!

Verband Deutscher Haushüter-Agenturen e.V.
Feldkamp 4
68165 Münster
Tel.: 02501 7171
Fax: 02501 270 72
www.haushueter.org

 

Armut

Kinderarmut in Deutschland

Sozialer Abstieg im Kindesalter

Schuld der Eltern durch Herkunft und Gehalt?

Offenbar droht mehr als jedem sechsten Minderjährigen in der BRD (17,3 Prozent) Armut. Dies betrifft hauptsächlich Kinder aus Migrantenfamilien, solche mit vielen Geschwistern und Kinder Alleinerziehender.
Das Armutsrisiko beträgt in Westdeutschland 15 Prozent, im Osten 25. Das geringste hat Baden-Württemberg (11 Prozent). Sprösslinge Alleinerziehender sind gar zu vierzig Prozent von Armut bedroht.

Gegenmaßnahmen wären nicht nur höhere Arbeitslosengeld- oder Kindergeldsätze. Im Gegenteil, die Politik sollte statt Symptome zu bekämpfen gegen die Ursache vorgehen.
Kinder aus Migrantenfamilien kommen aufgrund sprachlicher Schwierigkeiten im Unterricht oft nicht mit, was die Aussicht auf einen Ausbildungsplatz natürlich vernichtet. Zudem kämpfen viele Eltern mit einem geringen Gehalt, das kaum zum Überleben reicht. Hier hülfe zwar auch staatliche Hilfe, doch in erster Linie wäre mehr Lohn gefragt. Oder sollte die Wirtschaft weiterhin stets mehr Menschen an den gesellschaftlichen Abgrund drängen?

 
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