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Seite << 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 >> Vater werden?Undefiniertes RollenbildMännliche IdentitätssucheWer hat Schuld am Geburtenrückgang?"Ich will ein Kind!", so sollte es aus dem Munde deutscher Frauen tönen. Die aber pflegen ihren Egoismus, treiben die eigene Karriere voran, ohne sich um Kinderquote, leere Rentenkassen und moralische Verpflichtungen zu kümmern. Die bösen Frauen tragen allein die Schuld, dass die Deutschen bald aussterben werden, zumindest wenn man der öffentlichen Diskussion Glauben schenkt. Aber kann man tatsächlich guten Gewissens so leicht jemandem den Schwarzen Peter zuschieben?
Man werfe nur einen Blick auf die Zahlen: Im Alter zwischen dreißig und 34 haben in der Bundesrepublik 62 Prozent der Frauen Nachwuchs, aber nur 42 Prozent der "harten Kerle". Diese kommen auch zwischen 45 und fünfzig noch zu 27 Prozent ohne Sprössling aus, was auf Frauen nur zu sechzehn Prozent zutrifft. Das zarte Geschlecht sieht man also häufiger mit Kind als ihr raues Gegenstück - wie aber lässt sich dann den Frauen die Schuld an einer niedrigen Geburtenquote vorwerfen?
Zeuger entscheiden sich freilich nicht aus Böswilligkeit gegen Nachwuchs. Viele möchten vorher eine solide Anstellung haben, was aufgrund langer Ausbildungszeiten erst spät (meist lange nach dem dreißigsten Lebensjahr) möglich ist.
Ein fehlendes Rollenbild verunsichert ebenfalls. Auf der einen Seite fürchtet man, durch ein Kind den eigenen Eltern zu ähneln. Will man tatsächlich abends heimkommen und die Liebste dabei antreffen, wie sie gerade Windeln wechselt? Will man tatsächlich in ein Reihenhaus mit gepflegtem Vorgarten umziehen, sich mit anderen Vätern über Schnuller und die ersten Zähne unterhalten?
"Der Zeugungsstreik", von Meike Dinklage, Diana, 258 Seiten, 17,90 Euro KochenSpaß in der KücheKochkurse für KinderMahlzeiten zubereiten mit Kind und KegelEltern schicken ihre Kinder häufig aus der Küche, weil sie nur zwischen den Beinen herumwuseln, Quatsch erzählen und auf andere Arten stören. Mit ihnen zu kochen gilt als Stress, den man sich lieber nicht antun möchte - mal abgesehen davon, dass die Kleinen ohnehin keine Lust darauf haben. Dabei kann Kochen in der Familie richtig Spaß machen! Man beginne ruhig mit Kindergartenkindern, denn man kann dem Nachwuchs gar nicht früh genug den Spaß am Kochen vermitteln. Wenn sie den Inhalt ihrer Mahlzeit und deren Herstellung kennen, werden sie nicht alle Gerichte ablehnen, sondern sich freudig und gesund ernähren. Freilich verschmähen sie zunächst einmal Salat, doch in Verbindung mit einer leckeren Soße findet er auch bei ihnen rasch Anklang. Selbst "coole" Jugendliche interessieren sich fürs Kochen, denn damit können sie andere natürlich ganz schön beeindrucken.
Beim gemeinsamen Werkeln achte man darauf, Kinder als gleichberechtigte Partner anzusehen. Man ermuntere sie, wenn mal etwas nicht sofort gelang, und biete ihnen Sicherheit. Außerdem setze man ihnen kindgerechte Rezepte vor, denn Überforderung macht Freude schnell zunichte.
In der Küche bieten sich natürlich auch Tast- und Schmeckspiele an. Die wenigsten Kinder erraten alles, was man ihnen mit verbundenen Augen serviert. Daran schulden z. B. Eltern und Schulküchen, die immer dasselbe zubereiten.
"Wir kochen! Für unsere Freunde!", von Susanne Klug, Goldmann, 160 Seiten, 15,95 Euro Zugewinn
Reform der EhegesetzeZugewinnausgleich bei ScheidungEhegemeinschaften vor dem GesetzBei der Hochzeit möchten sich nur wenige Ehepaare gleich wieder scheiden lassen. Die meisten gehen davon aus, auf ewig einen gemeinsamen Haushalt zu führen, weshalb sie sich nicht um Finanzielles sorgen. Kümmert sich z.B. der Mann zu Hause um die Kinder, während seine Liebste Geld verdient und verwaltet, so schenkt er ihr meist blindes Vertrauen. Wie käme er auf die Idee, sie könnte das Vermögen heimlich z.B. dem Bruder überlassen, indem sie ihm das Haus überschreibt?
Zur Verhinderung von Ungerechtigkeit spielt Vater Staat mit dem Gedanken einer Zugewinngemeinschaftsreform.
Experten halten die Reform für Flickwerk. Statt die Löcher der Zugewinngemeinschaft zu stopfen, sollte man während der Ehe besser auf die Errungenschaftsgemeinschaft umsatteln. Diese sieht zwar auch eine Trennung der ursprünglichen Vermögen vor, zählt während der Partnerschaft Erwirtschaftetes jedoch sofort zum Gemeingut, das beide verwalten. Als Alternative zur Zugewinngemeinschaft oder Errungenschaftsgemeinschaft bietet sich z.B. eine Gütertrennung an. Hierbei bleiben die Vermögen getrennt, der Zugewinnausgleich entfällt. Eine Gütergemeinschaft vereinigt die beiden Vermögen dagegen, wie auch das während der Ehe erwirtschaftete. Beruf und Kind?Umdenken durch neues UnterhaltsrechtBerufstätigkeit beider GeschiedenerRaschere Arbeitssuche als bisher - Schaden fürs Kind?Bislang hatten geschiedene Elternteile, die die Kinder aufzogen, praktisch noch jahrelang einen Lebensstandard wie während der Ehe. Wegen der Sprösslinge gingen sie selten einem Broterwerb nach, sondern lebten von den Unterhaltszahlungen des oder der Ex. Das neue Unterhaltsrecht wirft dieses Verhältnis um, denn Exgatten haben sich - trotz Kinderbetreuung - rascher um eine Arbeitsstelle zu bemühen. Bislang musste der Kinderbetreuer erst arbeiten gehen, wenn das Jüngste die zweite Klasse abgeschlossen hatte. Nun hat er bereits ab dem dritten Lebensjahr einer Arbeit nachzugehen. Damit rückt das Gesetz das Bild "Elternschaft und Beruf" in ein anderes Licht. Bislang glaubte man, Kinder bräuchten bis zu einem gewissen Alter Rund-um-die-Uhr-Betreuung von einem Elternteil. Viele Berufstätige zeigen jedoch, dass es auch anders geht! Familie und Beruf lassen sich durchaus verbinden. Wenn im Haushalt das Geld knapp ist, haben ja auch beide einem Broterwerb nachzugehen Freilich stellen sich verschiedene Faktoren in den Weg, die das betreuende Elternteil nicht beeinflussen kann. Findet sich kein regionales Betreuungsnetz vor, in dem man den Kleinen während der Arbeit "parkt", so muss das Elternteil eben zu Hause bleiben. Das gleiche gilt, wenn sich trotz aller Bemühungen keine Arbeit finden lässt, oder wenn Behinderungen des Kindes keine Abwesenheit des Erziehungsberechtigten erlauben. BrutkastenRettung für FrühchenGluckenersatz aus der GeflügelzuchtNest für Frühgeburten - Erfindung des BrutkastensKommt der Säugling einige Monate oder Wochen zu früh auf die Welt, bereitet dies Ärzten heutzutage keine Probleme mehr. Ganz anders sah die Sache vor der Erfindung des Brutkastens aus: Selbst im neunzehnten Jahrhundert wurden Frühgeburten wie normale Kinder einfach in die Arme ihrer Mutter gelegt, weshalb viele, zum Leben außerhalb des Mutterleibes noch unfähig, starben.
Der Brutkasten stammt - wer hätt´s gedacht - aus der Geflügelzucht. Ein Züchter präsentierte bei der Geflügelausstellung 1878 einen Holzkasten, beheizt, als Gluckenersatz. Wie ein Nest schützt der Kasten Küken vor der Außenwelt und Keimen. Hartz-IVSchwanger durch Hartz IV?Kein Geld für VerhütungUngewollte Schwangerschaften bei ALG-II-EmpfängerinnenAls Jugendlicher macht man sich über Verhütung erste Gedanken. Dabei spielt Geld keine Rolle, denn die Krankenkasse zahlt. Ab achtzehn haben sie die Zaubermittelchen jedoch selbst zu zahlen, was viele in böse Schwierigkeiten bringt. Bei einer Studie im Großraum Köln standen 69 Frauen Rede und Antwort, von denen 67 Prozent bereits seit einigen Jahren vom Staat abhängen. Durchschnittsalter: 30 Jahre. Vier Fünftel bestätigten, ALG II reiche nicht zur Verhütung aus. Bevor ihnen der Staat den Lebensunterhalt zahlte, verhüteten zwei Drittel jedes Mal, sechs Prozent nie. Nun schützt sich nur noch ein Drittel immer, sechzehn Prozent nie. Experten fordern dringend kostenlose Verhütungsmittel für Sozialhilfeempfängerinnen. Im Bundessozialhilfegesetz stand dies auch bis vor etlichen Jahren geschrieben, doch Reformen (Hartz IV, Gesundheitsreform ) sorgen für klaffende Versorgungslücken. Stellt eine ALG-II-Empfängerin eine Schwangerschaft fest, beginnt die nächste Notlage. Wie soll sie dem Kind ein angemessenes Leben bieten? Als "rettender Engel" taucht der Gedanke an eine Abtreibung auf - vom Staat finanziert. Schuluniform
Einheitskleidung im Unterricht?Vorteile einer KleidervorschriftFaktor Sicherheit - keine Waffen in die Schule schmuggelnEine alte Debatte taucht - zumindest an Schulen - immer wieder auf: der Streit um Einheitskleidung. Sollte man tatsächlich eine Schuluniform einführen, oder darf jeder anziehen, was er will?
An 85 Prozent US-amerikanischer Schulen sind Dress-Codes (Kleiderordnungen) gang und gäbe. Sie werden desto strikter geahndet, je aufreizender die Mode wird. Einen Vorteil bringt dies sicher mit sich: Schüler lassen sich vom Körper ihrer Klassenkameraden nicht mehr so leicht vom Unterricht ablenken, denn es sitzen weder Mädchen bauchfrei noch Jungs mit herunterhängender Hose da. Kleidervorschriften zielen aber auch auf Sicherheit ab. Stecken Jungen ihr Hemd in die Hose, haben sie keine Chance, darunter Waffen in die Schule zu schmuggeln. Angesichts inzwischen auch in Deutschland auftretender Amokläufe nicht nur in den USA ein Thema! Gleichberechtigung
Bis an die SpitzeGleichstellung auf politischer Ebene sichernGesellschaftsdruck zum Arbeiten?Obwohl deutsche Frauen sich gleichberechtigter fühlen als z.B. Türkinnen, besetzen diese doch häufiger Professorenstellen. Europäerinnen können sich eben beruhigt auf ihren Erfolgen ausruhen, statt sich weiter an die Spitze zu kämpfen und die Gleichstellung zu vollenden. In anderen Ländern stehen Frauen entweder ganz oben oder ganz unten, weshalb für sie beruflicher Erfolg eine deutlich höhere Bedeutung hat.
Jedoch: Der Wille zur Gleichberechtigung muss da sein, nicht nur unter Frauen sondern auch in politisch höchster Ebene. Was die (männliche) Gesellschaft deutschen Frauen oft verweigert, erreichen norwegische durch gesetzlich vorgeschrieben Quoten. Dort haben sie mindestens vierzig Prozent wirtschaftlicher Aufsichtsräte zu belegen. In Schweden müssen sich Vater und Mutter die Elternzeit teilen, so sie die volle staatliche Unterstützung empfangen möchten. Zudem ist die Kinderbetreuung für jeden erschwinglich, da sich deren Kosten nach dem Einkommen richten, und auch zu ungewöhnlichen Zeiten möglich. In Skandinavien oder Frankreich, wo arbeitende Mütter üblich sind wie das Amen in der Kirche, kämpfen Frauen jedoch mit anderen Problemen. Obwohl manche liebend gerne die ersten Jahre zu Hause bei ihrem Kind verbrächte, steigen sie aufgrund des gesellschaftlichen Druckes doch wieder ins Berufsleben ein. Viele Frauen möchten sich erst alle Eigenschaften erwerben, um einen Posten perfekt besetzen zu können. Männer zögern nicht so lange, sondern bewerben sich einfach. Zudem arbeiten die oft nicht aus Idealismus, so wie Frauen. Möchte frau die Gleichstellung jedoch endlich vollenden, so wird es Zeit, die Zähne zu zeigen und sich nach ganz oben zu arbeiten - dort, wo solche Entscheidungen getroffen werden. Haussitting
Berufsbild HaussitterUrlaub auf andere Art: HaushütenAufpassen auf das Haus eines FremdenReisende lassen Haus oder Wohnung nicht immer gern allein zurück. Was passiert, wenn jemand einbricht? Wenn Pakete nicht von den Nachbarn angenommen werden? Wenn ein wichtiger Anruf kommt? Und vor allem: Wohin mit meinem Tier, wenn ich im Urlaub bin? Haushüten ist oft ebenso gut wie Urlaub: Man sieht einen neuen Ort, liest sich durch die Bücher, hat Hund oder Katze zum Schmusen, muss nicht schwer arbeiten Freunde tun den Gefallen sicher umsonst, Fremde bekommen ein kleines Taschengeld. Hunde gewöhnen sich oft rasch an die neue Bezugsperson - vielleicht, weil diese mehr Zeit zum Schmusen hat als Herrchen? Manch ein Urlauber reagiert enttäuscht, wenn sich bei seiner Rückkehr der eigene Hund lieber mit dem Haussitter abgibt. Dabei ist dies doch ein tolles Zeugnis für den Hüter!
Verband Deutscher Haushüter-Agenturen e.V. Armut
Kinderarmut in DeutschlandSozialer Abstieg im KindesalterSchuld der Eltern durch Herkunft und Gehalt?Offenbar droht mehr als jedem sechsten Minderjährigen in der BRD (17,3 Prozent) Armut. Dies betrifft hauptsächlich Kinder aus Migrantenfamilien, solche mit vielen Geschwistern und Kinder Alleinerziehender.
Gegenmaßnahmen wären nicht nur höhere Arbeitslosengeld- oder Kindergeldsätze. Im Gegenteil, die Politik sollte statt Symptome zu bekämpfen gegen die Ursache vorgehen. Seite << 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 >>
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