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Schweden

Bestrafung schwedischer Jugendlicher

Strafrecht für Minderjährige

Schwerpunkt Wiedereingliederung - leider ohne Erfolg

Unter-18-Jährige Schweden haben mit Haft bis zu vier Jahren zu rechnen. Dabei müht man sich jedoch hauptsächlich um Resozialisierung, denn die Verbrecher verbringen ihre Jugendhaft in einer geschlossenen Anstalt, betreut von Sozialarbeitern, Pädagogen, Psychologen. Sie büffeln für die Schule, um nach ihrer Rückkehr ins normale Leben nicht hinterherzuhinken, treiben viel Sport, stehen zu festen Zeiten auf bzw. gehen ins Bett, haben nur selten Ausgang (in Begleitung). Haben sie die Hälfte der Strafe abgesessen, so steht ihnen manchmal eine freiere Anstalt mit unbegleitetem Freigang offen. Vorzeitig wird niemand entlassen.

Neben Schulbildung bringt man den jungen Straftätern also auch Disziplin bei. Dennoch tragen die Bemühungen kaum Früchte, denn binnen drei Jahren begehen siebzig bis achtzig Prozent der ehemaligen jugendlichen Knastinsassen wieder eine Straftat. Es hakt daran, dass die jungen Erwachsenen zu häufig wieder auf sich allein gestellt sind. Nachbearbeitung wäre angesagt, denn sonst richtet Jugendhaft einen größeren Schaden als Nutzen an.
Junge Schweden beschweren sich, Gewalt sei mittlerweile an der Tagesordnung.

Wer sich über das Jugendstrafrecht schlau machen möchte, findet hier mehr zum Vorgehen anderer Staaten.

 

Kinderquote

Kinderlosigkeit bei hoher Bildung

Vergleich zwischen Ost - West

Wenige hochgebildete Mütter in Deutschland

War es früher normal, dass jede Frau Kinder zur Welt brachte, so entscheiden sich immer mehr Frauen in der Bundesrepublik gegen Nachwuchs. Frauen zwischen vierzig und 49 Jahren haben zu 21 Prozent keinen Nachwuchs; bei ihren Geschlechtsgenossinnen zwischen fünfzig und 59 sind es nur vierzehn Prozent. Ihr erstes Kind gebären sie nicht mehr durchschnittlich mit 23 Jahren, wie es bei den heute 60- bis 65-Jährigen der Fall war, sondern mit 26, zumindest die heute Dreißig- bis Vierundvierzigjährigen.

Besonders den alten Bundesländer gebricht es an gebildeten, jungen Müttern sowie an Nachwuchs. Hier liegt das Durchschnittsalter bei der ersten Niederkunft höher als in den neuen Ländern, ebenso wie der Frauenanteil ohne Sprösslinge. Zudem tritt hier der Zusammenhang zwischen höherer Bildung und Nachwuchslosigkeit deutlicher zutage.
Mütter im Alter zwischen 35 und 39 gebaren in den alten Bundesländern ihr erstes Kind im Durchschnitt mit 27, Mütter in den neuen Ländern mit 24. Der Anteil der kinderlosen 40- bis 49-Jährigen beträgt in Deutschlands Osten nur ungefähr die Hälfte der westlichen Quote.
Über-40-Jährige Akademikerinnen im Westen haben zu 26 Prozent keinen "kleinen Schatz", wohingegen es Gleichaltrigen ohne (Fach-)Abitur oder Berufsausbildung nur zu dreizehn Prozent an Nachwuchs mangelt. Diese Auffälligkeit zeigt sich im Osten nicht, denn dort sind Frauen mit Ausbildung, Abi, oder höherem Bildungsabschluss nur zu acht Prozent ohne Erben.
Bundesweit sinkt jedoch mit höherer Bildung der Anteil von Müttern mit mehr als zwei Sprösslingen.

 

Roboterbaby

Kurzzeit-Elternschaft eines Roboters

Vorbereitung auf die Elternschaft

Robobabys zur Erlernung von elterlichen Fähigkeiten

Das Problem ist bekannt: Im Eifer des Gefechts vergessen Jugendliche (wie auch Erwachsene) gern mal die Verhütung. Viele nehmen sie auch nicht sonderlich ernst, denn was soll bei einem Mal schon passieren? Andere sehnen sich schon in jungen Jahren nach einem eigenen Kind. Wochen später zeigen sich die Folgen des ungeschützten Geschlechtsverkehrs mit dem Ausbleiben der Periode. Schwanger! Und nun?
Ist das Kind erst einmal da, verzweifeln junge Eltern vor der neuen Aufgabe. Geschrei rund um die Uhr, keine Zeit für sich, Versorgungspflicht eines anderen Wesens, die eigene Person tritt gänzlich in den Hintergrund …

Damit Leichtsinn nicht zur Schwangerschaft führt, entwickelte eine US-Firma Roboterbabies. Sie schreien wie echte Säuglinge, um ihre Eltern auf verschiedene Bedürfnisse aufmerksam zu machen - eine praktische Methode, um Jugendlichen die Verantwortung einer Elternschaft vor Augen zu führen. Haben sie den Grund des Geschreis erkannt und erfolgreich bekämpft (füttern, Zuwendung …), so verstummt die Maschine.

Diese "Neugeborenen" finden z.B. bei Schulprojekten ihre Anwendung. Dabei bekommen Schüler für einige Tage (und Nächte) einen Robotersäugling. Eine Nachbesprechung öffnet häufig die Tür zu weiteren wichtigen Themen wie z.B. Verhütung, Partnerschaft, das Erste Mal ..

 

Fade Gründe

Familienförderung der Politiker

Wirtschaftsgründe als Anreiz zum Nachwuchs

Warum sollte ich denn eigentlich Kinder bekommen?

Die Medien berichten von fleißigen Bemühungen unserer Politiker, die Deutschen zu mehr ungeschütztem Geschlechtsverkehr (freilich ohne anschließende Abtreibung) zu bewegen. Kinder müssen her, als Gegenmittel zur "Überalterung", zum Fachkräftemangel, zu leeren Renten-, Sozial- und Gesundheitskassen.
Deshalb greift man zu Anreizen wie steuerliche Vergünstigungen für Familien, wie Elterngeld, wie Ausbau der Kinderbetreuung in Krippen und Schulen … Kinder müssen her, schnell und viel. So lautet die Parole an die Eltern.

Dabei möchte der Staat Kinderkriegen möglichst schmackhaft machen. Eltern müssen anschließend ja nicht auf allen Freiraum verzichten! Ab etlichen Monaten Alters stecken sie das Neugeborene in eine Krippe, so dass es den ganzen Tag lang aus dem Blickfeld der Eltern verschwindet, die ihrer Arbeit nachgehen (zur Ankurblung der Wirtschaft). Nach der Krippe folgt der Kindergarten, möglichst ebenfalls ganztägig, anschließend die Grundschule, in der es an Rund-um-Betreuung leider noch hapert, doch in der weiterführenden Schule, besonders am Gymnasium, verbringen die Kinder schon wieder mehr als den halben Tag in der Schule und haben danach mit Hausaufgaben und Hobbies genug zu tun.
Vater Staat macht also deutlich: Setzt doch bitte Kinder in die Welt, wir brauchen sie der Wirtschaft wegen! Euch werden sie später nicht kümmern, da wir die Betreuung wo möglich abnehmen. Ihr als Eltern müsst sie also kaum sehen und euch mit ihnen abgeben.

Wer selbst einmal mit dem Gedanken an Nachwuchs spielte, möchte bei diesem Verhalten entweder lachen oder weinen. Warum bekommt man denn Kinder? Geschieht es nicht aus Liebe? Wer wohl würde sich dadurch zum Gebären verleiten lassen, dass er einen Teil seiner Kosten vom Staat ersetzt bekommt, dass er das Kind ja ohnehin nur abends, wochenends und in den Ferien sehen muss?
Entscheidet man sich denn aus Vernunftgründen für ein Kind (wir brauchen künftige Rentenzahler) - oder aus Liebe?

Das momentane politische Vorgehen ist zum einen der Versuch, Eltern zu mehr Kindern zu bewegen, andererseits aber auch geschicktes Erziehungskalkül. Denn der Staat kann später keine Gewalttäter, Dummen oder Faulen gebrauchen, er will gesetzestreue Fachkräfte, die fleißig seine Kassen füllen. Somit braucht er keine Kinder der ungebildeten Unterschicht sondern der Intellektuellen; doch leider hapert es gerade bei ihnen an der Bereitschaft zum Nachwuchs. Wegen Kindern auf Karriere verzichten? Wofür ging ich denn so lange zur Schule und Uni? Also übernimmt der Staat bereits in jungen Jahren die Erziehung, zur Entlastung (hochgebildeter) Berufstätiger und um sich die Sprösslinge nach Wunsch zurechtzubiegen. So sucht er Kriminalität, Schulabbrüche und andere "Sünden" bereits früh zu verhindern.

Natürlich sind Elterngeld, Kindergeld und gute staatliche Kinderbetreuung wichtig zur Entlastung der Eltern. Sie bringen ein hohes Opfer, indem sie ihre Bedürfnisse und Wünsche vor dem Sprössling zunächst zurückstellen.
Doch in unseren Köpfen verbinden wir mit Kindern häufig Unangenehmes. Geschrei, Unruhe, Dreck, Mühsal, Unzufriedenheit - mal ehrlich, wie reagiert unsere Gesellschaft auf Kinder? Man nehme nur das Essen in einem Restaurant als Beispiel, bei dem sich andere Gäste über den Lärm beschweren. Freuen wir uns über Kinder, oder empfinden wir sie nicht vielmehr als lästig?
Da ist die Entscheidung folgerichtig, die Plagegeister so früh und so lange wie möglich in außerfamiliäre Erziehungsanstalten abzuschieben. Doch ob dies unserer Gesellschaft so gut bekommen wird, darf man bezweifeln. Gerne sieht man über die hohe Bedeutung der Familie hinweg, in der Kinder Urvertrauen entwickeln, Geborgenheit und Zuneigung erfahren, Selbstbewusstsein ausbilden, soziale Strukturen erlernen, ihre Persönlichkeit entfalten. Staatliche Einrichtungen können dabei helfen, doch die Familie nie ersetzen.

Solange noch ein so verkehrtes Bild in unseren Köpfen steckt, solange Erwachsene lieber ihren Gelüsten frönen als einem Wesen das Leben zu schenken, solange wir Kinder als ungewünscht ansehen, solange wird Vater Staat mit all seinen Bemühungen kaum Erfolg haben. Man bekommt Kinder nicht aus wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Rücksichten sondern nach einem Herzensbedürfnis. Solange dies nicht in den Deutschen geweckt wird, solange werden wir auch ohne Kinder bleiben.

 

Kinderschutz

Schutz vor gefährlichen Homepages

Sicherheit im Internet durch Kindersicherung

Erste Internetbekanntschaft von Kindern

Ganz selbstverständlich interessieren sich Kinder für die Welt des World Wide Web, zu Deutsch Internet. Doch wie verhindern Eltern dabei die leicht möglichen Entdeckungen dubioser Seiten mit pornografischen, rassistischen, gewalttätigen oder anderen schädlichen Inhalten?
Die einfachste Methode wäre sicherlich ein gänzliches Internetverbot, doch raten Experten davon ab. Besser sei es, ihnen durch das Internet Medienkompetenz beizubringen.

Damit Kinder im Internet nicht auf gefährliche Seiten stoßen, bietet sich zumindest bei jüngeren Kinderschutz-Software an.
"SafetyKid" oder "Kindersicherung" arbeiten z.B. mit Listen: Whitelists mit Homepages, die der Sprössling besuchen darf, Blacklists mit verbotenen. Diese Systeme eigenen sich jedoch nur für junge Kinder, denn mit der Zeit merken sie natürlich, das im weltweiten Netz noch zahllose weitere (ungefährliche) unentdeckte Seiten auf sie warten, was man nicht verhindern sollte.
Diese Kindersicherungen bieten keinen hundertprozentigen Schutz, da die schwarzen Listen trotz aller Aktualisierungen nie alle "bösen" Seiten verzeichnen können, denn täglich bilden sich tausende Homepages neu. Außerdem verbieten sie oft harmlose Seiten, so z.B. über Aufklärung, wenn die Suchmaschinen in ihnen das Wort "Sex" entdeckten.

Andere Sicherungen ermöglichen das Festlegen von Zeiträumen und von Passwörtern, bieten einen Filter, der den Zugang zu Chats oder Tauschbörsen verhindert, oder eine Gefahreneinstufung der Homepages. Möglich ist zudem eine Auflistung der Internet-Aktivitäten der Sprösslinge.

Eltern Jugendlicher nennen jedoch ein Problem, das Kindersicherungen oft außer Kraft setzt: der Minderjährige selbst. Häufig hat er mehr Computerkenntnisse als seine Eltern, so dass er Hindernisse umgeht oder durch Auskundschaftung der Passwörter Programmierungen ändert. Hier gilt es, ihn über die Gefahren des Internets aufmerksam zu machen.

 

Abmahnungen

Ärger durchs Internet?

Massenabmahnung und andere fiese Tricks

Was tun bei einer Abmahnung?

Es passiert schneller als gedacht. Da stellt der Sprössling ohne böse Gedanken den Auszug einer Landkarte auf die eigene Homepage, als Beschreibung der Anfahrt zum Klassenfest. Vielleicht gab er seinen Vornamen im Impressum auch nur abgekürzt an, oder, oder, oder. Harmlose Kleinigkeiten, die man sofort wieder vergisst.
Entdeckt jedoch ein windiger Abmahnanwalt derartige Rechtswidrigkeiten, so flattert bald mit einem Brief auch viel Ärger ins Haus. Manche Anwälte durchforsten das Internet systematisch nach Rechtsverstößen, um diese abzumahnen. Das deutsche Recht ist für sie ein Paradies.

Eine Abmahnung ist die Aufforderung zum Einstellen eines rechtswidrigen Verhaltens. Wird das eigene Recht verletzt, so möchte man meist nicht gleich vor Gericht ziehen, sondern versucht es mit einer Abmahnung. Sie trudelt gemeinsam mit einer Unterlassungserklärung (strafbewehrt) ins Haus, welche der Rechtsverletzer zu unterzeichnen hat. Im Verweigerungsfall droht eine einstweilige Verfügung.
Abmahnen dürfen Anwälte, Abmahnvereine, Mitbewerber bzw. deren Interessenverbände, IHKs, Verbraucherzentralen, Handwerkskammern …

Bringt der Briefträger eine Abmahnung vorbei, so verliere man nicht die Nerven. Zunächst steht eine Prüfung der Zulässigkeit an. Abmahnende Anwälte benötigen einen Mandanten denn ohne Hinweis auf selbigen verfällt die Abmahnung.
Großer Beliebtheit erfreuen sich gesetzlich verbotene Serienabmahnungen. Deutschlandweit empfangen viele dasselbe Schreiben, ohne davon zu wissen und sich untereinander zu kennen. Hier helfen z.B. Verbraucherzentralen oder die unten genannte Organisation.
Als Opfer einer Massenabmahnung antworte man, dass die Einschaltung eines Anwalts unnötig war, da der Abmahnende bereits in gleichen Fällen auf Unterlassung pochte. Somit hätte die Benachrichtigung durch ein Fax vollkommen ausgereicht. Als Kostenersatz biete man nicht mehr als fünf Euro an, da ein Fax keine höheren Kosten verursacht.
"Missbräuchliche Abmahnungen" zielen darauf ab, Geld als Aufwandentschädigung oder wegen Rechtsverfolgungskosten einzusacken. In dem Fall hat der Abgemahnte die Chance, vom Abmahnenden Aufwandsersatz zu verlangen.

Tatsächliche Wettbewerbsverstöße gebe man zu und unterlasse sie künftig. Dabei unterschreibe man die Unterlassungsklage, akzeptiere die Kostenansprüche jedoch nicht. Somit sinkt der Streitwert auf die Höhe der Kostenforderung, was einen deutlichen Unterschied zur früheren Summe ausmachen kann. Dadurch hat man im Prozessfall weniger für Gericht und Anwalt auszugeben, als wenn man auch die Abmahnung zurückwiese.

Bei einer Erstabmahnung in (privaten!) einfachen Fällen mit unerheblicher Rechtsverletzung außerhalb des Geschäftsverkehrs darf der Anwalt nicht mehr als hundert Euro Gebühr verlangen.

Forschungsstelle Abmahnwelle
Höchste Str. 14
45883 Gelsenkirchen
Tel: 0209 941 45 11
www.abmahnwelle.de

 

Essstudie

Dicke Unkenntnis in Deutschland

Falsche Ernährung an der Tagesordnung

Fettleibigkeit, Übergewicht, Untergewicht - Deutsche Verzehrstudie

Seit langem redet man über falsche Ernährung der Deutschen und deren üble Folgen. Nun nimmt sich endlich auch eine staatlich in Auftrag gegebene Studie der Sache an. Die letzte deutsche Verzehrstudie hat bereits zwanzig Jahre auf dem Buckel, weshalb damals nur Einwohner der alten Bundesländer zur Sprache kamen. Zudem änderten sich Essgewohnheiten und Lebensmittelauswahl in den letzten Jahren gewaltig, wie ein Zuwachs an exotischen Früchten, Dönerläden, asiatischen Imbissen, Fast Food und vielem mehr beweist.

Einundfünfzig Prozent der Frauen in Deutschland und zwei Drittel der Männer wiegen zuviel. Jeder Fünfte in der BRD leidet an Fettleibigkeit (Adipositas). Über letzteres und Übergewicht beklagen sich siebzig Prozent der Hauptschulabsolventen, jedoch nur etwa 35 Prozent der Abiturienten. Männer in einer festen Beziehung legen häufiger Pfunde zu als Alleinstehende; Frauen werden erst in der Ehe dicker.
Zwischen vierzig und 49 Jahren wiegt ungefähr fünfzig Prozent des zarten Geschlechts und siebzig Prozent der Männer zu viel. Im Alter über sechzig steigt der Anteil bei Männern auf über achtzig Prozent, bei deren besseren Hälfte auf drei Viertel.
Bei der letzten Studie von vor zwanzig Jahren litten mehr Vertreter beider Geschlechter zwischen dreißig und sechzig Jahren an Übergewicht.
Übrigens wuchs nicht nur der Anteil zu dicker Jugendlicher (sieben bis elf Prozent) sondern auch der Anteil der zu dünnen weiblichen Jugendlichen (ein Zehntel). Im Alter von vierzehn bis siebzehn kämpfen sechzehn Prozent der Mädels und achtzehn Prozent der Jungs mit Übergewicht.
Die Studie eröffnete übrigens auch das hohe Aufklärungsmangel bezüglich richtiger Ernährung. Die wenigsten kannten ihren korrekten Energiebedarf; zudem brachten die Teilnehmer die Tatsache "Das größte Risiko bei Ernährung ist zu viel oder zu einseitiges Essen" nur auf Platz vier.

Zu viel oder zu wenige Pfunde machen nicht nur wegen spöttelnder Bemerkungen zu schaffen sondern auch wegen Folgekrankheiten. Achtzig Millionen Euro pro Jahr kostet deren Behandlung das Gesundheitssystem. So sorgen überflüssige Kilos z.B. für ein erhöhtes Diabetesrisiko und das einer Herz-Kreislauf-Krankheit.

Vater Staat sieht natürlich auch für sich Handlungsbedarf. Momentan spielen die Politiker mit dem Gedanken eins Aktionsplans. Bei der Debatte wird jedoch klar, dass die Aufklärung von Erwachsenen nicht der wichtigste Schritt sein kann. Von viel größerer Bedeutung wäre eine Aufklärung der Kinder.
Kochen benötigt Zeit, Liebe und Kenntnisse, was heutzutage kaum noch jemand übrig hat. Ist es nicht viel praktischer, ein Fertiggericht in der Mikrowelle aufzuwärmen als sich mit Nährstoffgehalt, Vitaminen und anderen Unverständlichkeiten auseinanderzusetzen? Kinder ahmen unser Verhalten natürlich nach, da sie von ihren Eltern häufig nichts Besseres erlernen. Doch wenn sie keine gesunde Ernährung kennenlernen, wer wird sie dann unseren Enkeln zeigen?

www.was-esse-ich.de

 

Einwanderer

Missstände in der Multikulti-Gesellschaft

Sexuelle Selbstbestimmung muslimischer Frauen?

Angriff auf deutsche Eingliederungspolitik

Türken in Deutschland - ein altbekanntes Problem, dessen Schuld je nach Laune unterschiedlichen Gruppierungen in die Schuhe geschoben wird. Mal haben Ausländer in Deutschland nichts verloren, mal mühen sich deutsche Politiker nicht ausreichend um Integrationspolitik, mal lassen sich Türken nicht auf unsere Kultur ein …
Seyran Ates, türkischstämmige Rechtsanwältin, spricht in ihrem neuen Buch u.a. die Schwierigkeiten von türkischen Einwanderern in der Bundesrepublik an. Dabei deckt sie Mängel der Eingliederungspolitik auf, denn zu lange glaubte man in Deutschland, Gastarbeiter kehrten wieder in ihr Vaterland zurück, weshalb die Politiker sich keine Gedanken um Integration machten. Dabei sei ein Zusammenleben zwischen Ausländern und Deutschen keineswegs unmöglich.

Soweit die bekannten Argumente. Die Anklage der Autorin wider linke Einwanderungsbefürworter ist jedoch neu. Frau Ates beschuldigt viele Linke, Missstände in der Migranten-Gesellschaft unter den Tisch zu kehren, indem sie alles ignorieren, was ihre Vorstellung einer Multikulti-Gemeinschaft trübt.
Dabei schützt das Mäntelchen des Schweigens häufig gar Menschenrechtsverletzungen. Gerade um Frauenunterdrückung kümmert sich kaum jemand. So haben diese z.B. längst nicht dasselbe Recht auf sexuelle Selbstbestimmung wie Deutsche. Zwangsheiraten, das Verbot eines Freundes vor der Hochzeit … Selbst deutsche Gerichte bestärken islamische Männer in ihrer Unterdrückung der Frauen, wie etliche Beispielfälle aufzeigen.
Erst seit kurzem wird die Bevölkerung auf diese Benachteiligung aufmerksam, teilweise dank selbstbewussten Frauen wie eben diese Autorin, die ihr Leben selbst bestimmen.

Doch obwohl ihre Argumente einen wahren Kern bergen, so scheint Frau Ates häufig ebenfalls das Mäntelchen des Schweigens auszubreiten. Sie lässt Tatsachen beiseite, die sich mit ihrer Sichtweise nicht vertragen. So berichtet sie z.B. von einer Richterin, die einer Muslimin die sofortige Scheidung von ihrem gewalttätigen Gatten verweigerte. Dabei wird nicht erwähnt, dass daraufhin ein anderer Richter mit dem Fall betraut wurde.

Dennoch: Durch ihren literarischen Angriff rückt die Autorin das Problem "Eingliederung von Einwanderern" in den Blickpunkt der Leser. Ein guter Anreiz, sich mit diesem Thema und den aktuellen Missständen zu befassen.

"Der Multikulti-Irrtum" von Seyran Ates, Ullstein, 281 Seiten, 18,90 Euro
Hier bestellen

Ebenfalls von dieser Autorin:
"Große Reise ins Feuer. Die Geschichte einer deutschen Türkin"
Hier bestellen

 

Hohe Belastung

Mami und Papi als Privatlehrer

Politik lässt Eltern im Stich

Wünsche und Probleme von Erziehungsberechtigten

Die Medien berichten über misshandelte Kinder, über Finanzprobleme von Vater Staat, über Nöte von Rentnern und den Sorgen des örtlichen Sportvereins. Über Eltern liest man merkwürdigerweise kaum etwas. Sie, die die bedeutendste Aufgabe der Bevölkerung leisten - eine neue Generation großzuziehen - erhalten in der Öffentlichkeit kaum Beachtung. Freilich, man weiß, dass sie sich nach einer besseren Vereinbarung von Familie und Beruf sehnen, nach mehr Krippenplätzen und mehr Geld - aber kann das schon alles sein?
Die Studie "Eltern unter Druck" der Adenauer-Stiftung befasst sich mit der aktuellen Situation von Eltern. Wo liegen ihre Bedürfnisse, Wünsche, Probleme?

Den Interviewern stach zunächst die elterliche Dankbarkeit dafür ins Auge, dass sich endlich jemand nach ihnen erkundigt. In der Bundesrepublik haben sie kein Ventil, um ihre Belange anzusprechen; die Politik reduziert ihre Wünsche auf einen Ausbau der Krippenplätze und mehr Geld. Dabei wünschen Eltern hauptsächlich Wertschätzung ihrer Arbeit.

Offenbar fühlen Eltern einen hohen Druck auf sich lasten, was u.a. an den Politikern liegt, die sie im Stich lassen. So belastet sie z.B., dass sie sich selbst um gute Bildung ihrer Sprösslinge zu bemühen haben, da ihnen das staatliche Bildungssystem kaum noch Vertrauen entlockt. Eltern besserer Gesellschaftsschichten suchen also, ihre Kinder möglichst früh selbst zu fördern, was nicht nur den Nachwuchs strapaziert sondern auch die Erziehungsberechtigten. Diese haben nämlich immer mehr mit Lernen und Hausaufgaben am Hut.
Nahe vierzig Prozent der Eltern (meist Mütter) helfen ihren Zöglingen regelmäßig bei den Schulaufgaben - was sich nicht nur auf Hausaufgaben beschränkt sondern auch Prüfungsvorbereitungen beinhaltet. Eltern fungieren somit als Privatlehrer, was die Beziehung zum Kind belastet. Sie wandelt sich verstärkt zur Schulbeziehung.
Andererseits wuchs die Zahl der von ihren Eltern ungeförderten Kinder auf zwanzig Prozent. Deutschland ist auf dem Weg in eine Klassengesellschaft, wobei Bildung die trennende Kluft ausmacht. Eltern bürgerlicher Schichten suchen sich verstärkt von "schlechteren" Schichten abzugrenzen, indem sie in gehobenere Viertel ziehen und ihren Nachwuchs in Privat- oder Konfessionsschulen geben. Somit treffen sich Sprösslinge der bürgerlichen Mittelschicht kaum noch mit solchen unterer Schichten.

Mehr zu Klassenunterschieden in Großbritannien

 

Gesamtschulen

Forderung nach Chancengleichheit

Bildung der Eltern entscheidend

Schwierigkeiten der Unterschicht auf dem Weg zur Bildung

Häufig wird in die Debatte über das richtige Schulsystem die Gesamtschule als Lösung angebracht. Betrachtet man Länder mit Gesamtschulen, so fällt auf, dass dort die Schülerleistung nicht so stark mit der Sozialleistung zusammenhängt. Diese Schulen solle man ergo auch in Deutschland umsetzen, um Klassenunterschiede abzubauen.

Doch die Fakten sprechen dagegen. Eine Langzeitstudie mit 1527 hessischen Kindern, im Jahre 1976 zwölf Jahre alt, die bis zum 35. Lebensjahr beobachtet wurden, bewies den starken Einfluss des Elternhauses auf die Karriere - unabhängig vom Schultyp. So hat ein Arbeiterkind eine zwölfmal so geringe Chance auf einen Hochschulabschluss wie ein Kind gebildeter Eltern.
Beweggrund zur Studie war übrigens ebenfalls die Annahme, Gesamtschulen schütteten Bildungsaussichten gerechter aus. Die Widerlegung verdeutlicht, dass wir uns nicht an Schultypen aufhalten, sondern andere Lösungen anstreben sollten.

Apropos Streitpunkt dreigliedriges Schulsystem: Vermutlich haben wir bald ohnehin nur noch ein zweigliedriges, bestehend aus Realschule und Gymnasium, da das Finden genügend Schüler Hauptschulen Schwierigkeiten bereitet.

 
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