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Au Pair Johannesburg

Aupair-Information Johannesburg

Abenteuer Südafrika

Allgemeines

Die 1886 gegründete Stadt Johannesbrug oder Jo´burg, wie die Einheimischen gerne sagen, ist Hauptstadt der Provinz Gauteng und mit 3.225.608 Einwohnern die größte Stadt in Südafrika.

Sehenswürdigkeiten

Ganz oben auf der Liste steht der Nelson Mandela Square in Sandton. Hier befindet sich eine riesige Statue von Nelson Mandela, dem führenden Anti-Apartheid-Kämpfer Südafrikas und erstem schwarzen Präsident des Landes. Um den Platz herum liegen viele kleine Restaurants, die zum Wohlfühlen und Verwöhnen einladen.
Für Besucher Johannesburgs ist der Afrikaan Roof-Top-Market in Roosebank ein Muss. Dort kann man sich wirklich mit einheimischen Sachen, vom Straußenei bis zu perlenbestickten Anhängern, eindecken. Um ein bisschen mehr über Johannesburgs Geschichte zu erfahren, ist das Apartheidmuseum nur zu empfehlen. Insgesamt sind in Johannesburg viele Kunstmuseen zu finden, in denen der Eintritt oft umsonst ist. Wer hingegen lieber sein Glück herausfordern möchte, sollte dem Monte Casino einen Besuch abstatten. Das Monte Casino ist ein riesiger Komplex im italienischen Stil. Neben einem großen Casino sind hier noch das Lion King Musical und viele kleine Läden sowie Restaurants zu finden.

Freizeit

Johannesburg ist eine Stadt, in der einem wirklich nicht langweilig werden kann, denn es gibt immer und überall etwas zu erleben. Gold Reef City, ein riesiger Freizeitpark mit einer Mine, ist nicht nur bei Touristen sehr beliebt. Der Zoo ist auf jeden Fall einen Besuch wert, da nicht nur viele verschiedene Tiere zu sehen sind, sondern auch das Gelände an sich sehr schön aufgemacht ist.
Generell bietet Johannesburg viele Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, denn von Jo´burg ist alles nur 30-60 Minuten entfernt; beispielsweise der Lion Park, die Elephant Sanctuary, Sun City oder andere Tierparks.
Wer dagegen dem Konsum frönen möchte, der fährt am besten in eines der vielen Shoppingcenter, um dort seine Freitzeit verbringen. Neben den ganzen Shops gibt es oft Freizeitangebote wie Kino (für uns Europäer äußerst billig), Paint Ball, kleine Casinos oder auch eine Eislaufbahn. Und dann sind natürlich noch die ganzen Restaurants und Bars zu erwähnen.

Nachtleben

Für Tanzfreudige sind die Discos Casablanca und Manhattan zu empfehlen; hier wird gute Musik gespielt, sie sind immer gut besucht und auch donnerstags geöffnet. Wer sich dagegen einfach gerne mit Freunden treffen möchte, ist im News Café an der richtigen Adresse, um abends gemütlich zusammen zu sitzen und die neuesten Cocktails zu probieren. Den besten Kaffee gibt es im Mugg&Bean.

Leben

Südafrika ist eine völlig andere Welt, gerade, wenn man aus Europa kommt und einen gewissen Lebensstandard gewohnt ist. Man lernt die alltäglichen Dinge mehr zu schätzen, denn die sind hier Mangelware. Arm und Reich leben hier nebeneinander, und man wird leider an jeder Straßenecke damit konfrontiert, da an allen Ampeln Bettler stehen, die ans Autofenster klopfen und um Geld bitten. Was noch auffällt: arbeitswütig sind die meisten Südafrikaner nicht gerade. Wer aus der Hektik einer europäischen Großstadt kommt, wird schnell merken, dass hier alles ruhiger und langsamer abläuft. Da versucht wird, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu schaffen, gibt es Parkguides, die die Einkäufe zum Auto tragen, Tankwarte, die das Auto volltanken und waschen, Maids, die das Haus putzen und extra Maids (oder Aupairs), die sich um die Kinder kümmern.
Auffallend ist die Freundlichkeit der Menschen. Beim Einkaufen oder in Restaurants, alle sind freundlich und offen.
Natürlich hat die Stadt auch ihre negativen Seiten, und an erster Stelle steht ganz klar die Kriminalität. Vorsicht ist wirklich überall geboten. Beim Autofahren muss man beachten, sein Auto von innen zu verrieglen und Taschen immer in den Kofferraum packen. Wenn man das Haustor öffnet, sollte man immer darauf achten, dass keiner in der Nähe ist, denn gerade Entführungen kommen besonders häufig vor. Das ist alles ziemlich gewöhnungsbedürftig; vor allem, dass das Leben hinter den Gattern und Toren stattfindet und man keinen wirklichen Kontakt zu seinen Nachbarn hat. Nichtsdestotrotz sind Südafrika und speziell Johannesburg nur zu empfehlen; das grüne Jo´burg ist eine wirklich beeindruckende Stadt, die jedem etwas zu bieten hat.

 

Kopftuchverbot

Verbot religiöser Kleidung

Beamtinnen mit Kopftuch im Dienst?

Auffällige Glaubenszeichen bei Beamten

Beamtinnen und Lehrerinnen in Hessen haben während ihrer Dienstzeit auf religiöse Kleidung zu verzichten, so das Urteil des Staatsgerichtshofes in Wiesbaden. Damit wehrten sechs von elf Richtern die Klage Ute Sacksofskys, einer hessischen Landesanwältin, ab. Beim Gerichtsstreit ging es nicht um konkrete Fälle sondern um eine prinzipielle Klärung.
Mit ihrem Urteil sprachen die Richter kein generelles Verbot von Kopftüchern aus, sondern verwiesen die Entscheidung in konkreten Fällen an die Fachgerichte. So wäre es z.B. möglich, dass eine Lehrerin ihr Kopftuch im Lehrerzimmer trage, es zum Unterrichten jedoch abnehme.

Seit einigen Jahren geistert die Debatte über Kopftuchverbot oder -erlaubnis durch die Bundesrepublik. 2003 entschied das Bundesverfassungsgericht, ein Kopftuchverbot für Lehrerinnen sei grundsätzlich zulässig, verlangte jedoch ein entsprechendes Gesetz.
Nun erweiterte man in Hessen die Streitfrage, indem die Richter über die Zulässigkeit eines Kopftuchverbots für Beamtinnen entschieden. Da diese häufig nichts mit Pädagogik zu tun haben, ja manche bei ihrer Arbeit nicht einmal von Bürgern gesehen werden, erscheint ein Verbot nicht dringend. Dennoch sah das hessische Landesverfassungsgericht ein Verbot religiöser Kleidung als zulässig an. Der Regierung stehen Kleidungsvorschriften für ihre Angestellten zu; zudem vertreten Beamtinnen den Staat, weshalb ihre persönliche Glaubensfreiheit in den Hintergrund trete.

Die Landesanwältin empfand die Formulierung, bei der Bewertung religiöser Kleidung sei der "christlich und humanistisch geprägten abendländischen Tradition des Landes Hessen angemessen Rechnung zu tragen" als Bevorzugung des Christentums. Der Staatsgerichtshof widerlegte dies, indem damit nur christliche Werte gemeint seien. In konkreten Fällen könnten natürlich nicht nur islamische Zeichen verboten werden sondern auch christliche, so z.B. auffällige Kreuze.
Sinnigerweise gilt die Untersagung religiöser Kleidung nur für Beamte, nicht jedoch für Angestellte im Öffentlichen Dienst.

Berlin und Hessen sind die einzigen Bundesländer, die ihren Beamten religiöse Kleidung untersagen. Manche erlauben sie, andere verbieten sie nur Lehrern, wie z.B. Baden-Württemberg. Dort klagte vor kurzem eine Lehrerin, dass sie das Tragen eines Kopftuches zu unterlassen habe, während an einer anderen Schule Nonnen in ihrer üblichen Tracht unterrichteten. Noch urteilte der Verwaltungsgerichtshof Mannheim nicht.

 

Kindstötungen

Ursachen von Kindsmorden

Gefühlte Häufung der Kindsermordungen

Tötungen von Minderjährigen

Es klingt unfassbar grausam, doch bringen manche Eltern tatsächlich ihr Kind um. Verstärkt berichten Medien über Kinderleichen, über schauerliche Morde, über Vernachlässigung und Misshandlungen … Dabei glaubt man, die Zahl der Kindsmorde steige, doch ging sie vielmehr seit den Fünfzigern um zwei Drittel zurück. Augenblicklich findet man ungefähr zwanzig bis vierzig ermordete Kinder pro Jahr, doch ist die Dunkelziffer natürlich höher. Verheimlichte eine Frau z.B. ihre Schwangerschaft, so fällt niemandem das Fehlen des Neugeborenen auf.

Bei Morden an Kindern spielen die unterschiedlichsten Motive eine Rolle. Wer seine Schwangerschaft verheimlichte, tötet das Neugeborene manchmal rasch nach der Geburt, so z.B. aus Furcht. Fehlende Finanzen tragen manchmal dazu bei, ebenso Vernachlässigung und Misshandlung. Natürlich geschehen Morde auch aufgrund psychischer Erkrankungen. Eine Depression im Wochenbett ist ebenfalls Handlungsgrund, wenn frau sich der Lage nicht gewachsen fühlt und den Alltag nicht zu bewältigen glaubt. In manchen Fällen möchte man durch den Mord Rache nehmen oder jemanden strafen, z.B. den (Ex-)Partner.

Mehr zu Gewalt an Kindern

Mehr zur Vorbeugung von Kindesmisshandlung - durch Projekte oder durch medizinische Vorsorgeuntersuchungen

 

Frühförderung

Saunabesuche im Kindergarten

Mehrsprachige Erziehung in der Kinderkrippe

Frühkindliche Förderung zur Vorbereitung aufs Berufsleben

Der Trend geht eindeutig zur Frühförderung, denn wer seinem Kind bestmögliche Karrierechancen mitgeben möchte, beginne damit bereits im Krabbelalter. Mehrsprachige Erziehung, Berieselung mit klassischer Musik, Kreativitätsübungen …
Dabei stehen in modernen Kindertagesstätten z.B. Museumsbesuche auf dem Plan. Finden diese wöchentlich statt, so bieten sie den Kleinen nicht nur Regelmäßigkeit sondern wecken zugleich ihr Kunstinteresse. Weiter Ausflugsziele sind Bücherei, Theater … Yoga hilft den Kleinen beim Finden ihrer Inneren Mitte, während Fingerfertigkeitsübungen auf das Schreiben vorbereiten. Daneben stehen Sauna, Infrarotkabinen, erste Kneipp-Behandlungen, Massagen u.v.m. auf dem Programm. Wer möchte, lässt sich die schönsten Erlebnisse auf Film bannen.

Was in Amerika üblich ist, sah man in Deutschland lange Zeit als überflüssig an. So ließen Kitas ihre Zöglinge lieber spielen, statt ein Bildungsprogramm aufzustellen. Dabei entdecken Eltern nun, wie wichtig es ist, bereits kleinste Kinder ernst zu nehmen und sie gewissenhaft zu fördern.
Die Nachfrage an Frühförderungs-Krippen steigt, was natürlich zum Teil mit der Pisa-Studie zusammenhing. Nun wollen Eltern einer neuen "Schande" entgegenwirken.

Mehrsprachigkeit ist dabei natürlich groß gefragt, denn in unserer globalisierenden Welt erweisen sich Sprachen stets als hilfreich. Wer nur mit einer Sprache aufwuchs, gerät quasi schon ins Hintertreffen. Je besser man mindestens zwei spricht, desto vorteilhafter, und da man erwiesenermaßen im Kindesalter besonders gut lernen kann, nutze man doch diese Möglichkeit.
Lernt ein Kleinkind bis zum vierten Lebensjahr mehrere Sprachen, so verwendet sein Gehirn dieselben Neuronalvernetzungen wie zum Verarbeiten der Muttersprache. Es nutzt dasselbe Netzwerk also mehrmals, während ältere Kinder für jede Sprache ein eigenes bilden.
Beim frühen Erlernen mehrerer Sprachen achte man als Eltern darauf, dem Kind täglichen Kontakt zu ermöglichen, so z.B. durch französische Gesänge, das Nachsprechen rumänischer Gedichte … Dabei beschränkt sich der Trend nicht nur auf eine bilinguale Erziehung, sondern weitete sich längst auf mehrere Sprachen auf. Säuglinge werden zu Chinesischkursen getragen, das spanische Kindermädchen holt sie von der deutsch-englischen Krippe ab …

Doch wie so oft findet auch hier eine Selektion statt. Mal abgesehen davon, dass sich arme Eltern gar keine Kindertagesstätte leisten können - selbst halbwegs Betuchte werden vor den Preisen für intensive Frühförderung und lange Betreuungszeiten zurückschrecken, denn ein Tausender im Monat ist schon mal drin. In Städten, die Kitas bezuschussen, fallen die Preise vermutlich moderater aus.
Schon im frühsten Kindesalter beginnt also die Einteilung in Gesellschaftsklassen: Auf der einen Seite die Reichen, Hochgebildeten, auf der anderen Seite die Armen, Dummen. Ob Letztere diesen Vorsprung je aufholen werden? Oder werden sie gleich in der Kindheit dazu verdammt, in der Unterschicht zu verbleiben? Kastensystem, wir kommen! Ach ja, es ist schön, in einem Staat mit Gleichberechtigung und Demokratie zu leben …

Einige Eltern zahlen die Gebühren aus der Portokasse, andere kratzen schluckend ihr Erspartes zusammen - beide in der Gewissheit, das Beste für ihr Kind zu tun. Wer jetzt verzweifelt, weil er seinem Kind keine Frühförderung mit auf den Weg geben kann, der bedenke, dass deren Folgen noch nicht untersucht wurden. In der Theorie mag sie vorteilhaft klingen, doch ob es Kindern tatsächlich gut bekommt, wenn man ihnen die Zeit raubt, Kind zu sein? Wenn man seinen Kopf bereits in frühster Kindheit mit Wissen voll stopft, bevor es mit der Bildung seines Charakters beginnen kann?
Nicht ohne Grund beginnt Schule erst im Alter von sechs Jahren. Diese nun vorzuziehen, indem man die Kinder mit äußeren, "fördernden" Einflüssen überschüttet, mag ehrgeizigen Eltern erfreulich anmuten, doch ob die Kinder es ihnen danken, erfahren wir erst in zehn oder zwanzig Jahren. Bis dahin kann sich jeder selbst überlegen, ob er sein Kind schon im Windelalter mit Erlebnissen überschüttet, oder ob er ihm nicht lieber die Zeit lassen möchte, erst mal Kind zu sein, seinen Charakter auszubilden und sich auf dieser Welt zurechtzufinden. Wer hat schon je erfahren, dass Vielwissen glücklich macht?

Es scheint, als wollten Eltern mit dieser frühkindlichen Förderung (oder sollte man sagen: Forderung?) das nachholen, was ihnen selbst abgeht. Doch wann erlebte man schon einmal, dass es den Kindern gefällt, wenn Eltern ihre eigenen Wünsche auf den Sprössling projizieren? Man denke nur an den Vater, der keine Zeit zum Studieren hatte, sondern gleich nach der Schule in die Arbeitswelt einstieg, um seine Familie zu ernähren. Sein Sohn soll es natürlich besser haben, soll studieren, am besten Jura, das Wunschfach des Vaters … Jeder weiß, dass dies für Familienstreit sorgen wird, da der Sohn vermutlich gar nicht studieren möchte, sondern lieber eine Lehre beginnen.
Dabei ist die Frühförderung in Kinderkrippen nichts anders. Statt dem Kind die Verantwortung für sein Leben selbst zu übergeben, füllen Eltern es mit den Eigenschaften an, die sie selbst gern hätten. Sicher tragen sie Verantwortung für ihren Zögling, stehen in der Pflicht, in durch Bildung und Erziehung aufs Leben vorzubereiten, doch haben Eltern kein Recht, dem Kind die Zeit zum Reifen zu stehlen. Wenn es tatsächlich einmal Jura kennenlernen möchte, kann es dies immer noch in einem Studium. Doch es bereits als Kleinkind damit anzufüllen, weil die Eltern es so wünschen, fällt nicht mehr unter elterliche Verantwortung, sondern unter mutwilliger Zerstörung der Kindheit. Und deren schlimme Folgen werden sich in ein bis zwei Jahrzehnten zeigen.

 

Jugendstrafrecht

Strafe für kriminelle Jugendliche

Entstehung von Gewalt

Schärferer Umgang mit jugendlichen Verbrechern

Viele sind schon lange der Meinung, ein schärferes Jugendstrafrecht gehöre her. Man bestrafe Verbrecher bereits in jungen Jahren schwer, um ihnen die kriminelle Lust auszutreiben. Dies mag aus einer Sicht richtig sein, doch Kritiker halten ganz richtig dagegen, dass es Strafandrohungen noch selten gelang, Kriminalität im Zaum zu halten.
Aber lassen wir mal die Theorie beiseite und wenden uns den Betroffenen zu, die - wie üblich - in der Diskussion außer Acht gelassen werden. Man fordert eine Verschärfung des Strafrechts, aus Angst, Opfer eines Randalierenden zu werden, will sich vielleicht als selbst Opfer rächen, möchte das Problem vom Tisch haben. Aber nehme man sich ein wenig Zeit, sich mit Straftätigen auseinanderzusetzen.

Es ist bekannt, dass Kriminalität vor allem in armen, bildungsfernen Gesellschaftsschichten zu Hause ist. Dies erklärt auch den hohen Anteil der Ausländerkriminalität, denn Migranten finden sich häufig in "unteren" Gesellschaftsschichten. Den Jugendlichen mangelt es an ordentlicher Erziehung, an Zukunftsperspektiven, an Anerkennung, an Bildung. Häufig werden sie missachtet, wachsen in einem Gewaltmilieu auf. Verwundert es da, wenn sie sich ihrer Umwelt gegenüber ebenso verhalten?
Sie spüren sehr wohl Verachtung der Anderen, spüren, dass sie nicht unerwünscht sind. Statt ihnen das noch mehr zu beweisen, indem man auf ihre Schattenseiten eindrischt, sollte man ihnen vielmehr Zuneigung entgegenbringen. Damit sei nicht gesagt, das Jugendstrafrecht aufzuheben! Aber man sollte doch von Erwachsenen verlangen können, sich in die Rolle eines Anderen hineinversetzen zu können. Bekämpft man denn Gewalt mit Gegengewalt? Feuer mit Feuer? Man gebe jugendlichen Straftätern Erziehung und Bildung, konsequent, aber liebevoll. Man stecke sie nicht in Erziehungslager, um sie auf Gehorsam zu drillen, sondern um ihnen tatsächlich etwas Besseres zu bieten, als sie bislang erlebten.
Die Praxis bekräftigt dieses Vorgehen, denn wer als Jugendlicher unter Haft oder Jugendarrest stand, wird später öfter straffällig als anders Bestrafte.

Kann man einem Jugendlichen das zum Vorwurf machen, was andere (der Staat nicht ausgenommen) an ihm vermasselten? Sicher, sie sind alt genug, um die Konsequenzen ihrer Taten zu tragen. Doch dazu benötigen sie als Grundlage zunächst eine gute Erziehung. Ist es nicht Aufgabe der Regierung, ihnen diese zu garantieren? "Jugendliche sind unsere Zukunft", heißt es immer so schön. Tolle Zukunft, die man hinter Gittern sperrt …

Wer sich ein wenig über dieses Thema schlau machen möchte, findet auf den folgenden Seiten einen Überblick über das Jugendstrafrecht europäischer Länder:
Bestrafung

 

Frankreich

Frankreich: Strafrecht für Jugendliche

Gewalt gegen Gewalt

Die nächste Generation Verbrecher?

Wie Großbritannien, so sucht auch Frankreich sein Problem gewalttätiger Jugendlicher - besonders in den Vorstädten - mit Härte zu bekämpfen. In den letzten fünf Jahren verschärfte die Regierung das Jugendstrafrecht zusehends. Mittlerweile verurteilen Richter über-sechzehnjährige Rückfällige nach dem Erwachsenenrecht. Wiederholungstäter landen im Knast. Die Strafmündigkeit beginnt im Alter von zehn Jahren; Dreizehnjährigen droht bereits Gefängnis.

Wie erwiesen erfüllen schwere Strafen ihren Zweck jedoch nicht, sondern bescheren dem Staat nur volle Gefängnisse. Gewalt lässt sich eben nicht mit Gewalt bekämpfen. Doch in der Bevölkerung finden die Reformen Anklang, da viele vor den brutalen Gewalttätern in den Vorstädten bangen. Bleibt bloß zu fragen, ob Wegsperren tatsächlich eine langfristige Lösung ist, oder ob sich la Belle France damit nicht die Kriminellen von morgen heranzüchtet …

Wer sich über das Jugendstrafrecht schlau machen möchte, findet hier mehr zum Vorgehen anderer Staaten.

 

Russland

Jugendbestrafung in Russland

Erziehung durch Verbrecher

Strafkolonien für Jugendliche

Das russische Jugendstrafrecht besteht nur auf dem Papier. Meist erfahren Heranwachsende dieselbe Behandlung wie Erwachsene, wobei von Erziehung und Wiedereingliederung in die Gesellschaft keine Rede ist. Ladendiebstahl mittlerer Schwere bringt Jugendliche in eine Strafkolonie. Die Strafmündigkeit beginnt mit sechzehn, doch stehen bei großen Vergehen (Mord, Verbrechen aus rassistischen oder nationalistischen Gründen …) auch Vierzehnjährige vor dem Richter.
Immerhin erlernen sie in Jugendstraflagern eine Berufsausbildung. Die Erziehung dagegen liegt in den Händen von gering bezahlten, wenig motivierten Polizisten, häufig noch in der Sowjetzeit ausgebildet. Häufig erziehen einfach ältere Insassen die Neulinge.

Wen wundert´s, dass sich Russland damit eine neue Generation Krimineller heranzüchtet? Nimmt man dazu noch die sinkende Altersgrenze von Straffälligen, die wachsende Schwere von Verbrechen und die sinkende Hemmschwelle, so erwartet das Land eine üble Zukunft.
Ursache ist zum einen der Fernseher, denn viele Minderjährige ahmen die Verbrechen der Krimis nach, aber auch die elterliche Erziehung. Einem Publizisten zufolge fehlt Russen das Bewusstsein für Unrecht.

Wer sich über das Jugendstrafrecht schlau machen möchte, findet hier mehr zum Vorgehen anderer Staaten.

 

Deutschland

Verschärfte Jugendstrafen?

Böse Folgen eines härteren Jugendstrafrechts

Berücksichtigung der Praxis

Deutsche Jugendkriminalität scheint sich zu häufen, zumindest wenn man den Medien traut. Experten vermuten, dass schlicht die Meldung der Verbrechen zunimmt, eine erfreuliche Entwicklung. Dennoch ist Vater Staat natürlich um eine Lösung des Problems bemüht. Die CDU fordert größere Strafen: Abschiebung straffälliger Ausländer bereits bei einem Gefängnisaufenthalt von einem Jahr (bisher drei), Erhöhung der Höchststrafe schwer krimineller Jugendlicher auf fünfzehn Jahre (bisher zehn), Erziehungscamps, Warnschussarrest.
Die SPD hält bislang noch dagegen. So bezeichnete Bundesjustizministerin Zypries z.B. das Motto "Lieber drei Tage Gefängnis als lebenslang kriminell" als Illusion.
Die CDU drängt jedoch auf eine schnelle Lösung.

Man darf annehmen, dass künftige Reformen wie üblich ihr Ziel verfehlen. So raten gerade Praktiker, die täglich mit straffälligen Jugendlichen arbeiten, von einem verschärften Strafrecht ab. Man glaubt zwar, mehr Strenge sorge für Abschreckung und somit für eine Unterlassung von Straftaten, doch ist dies eine Illusion. Finden Morde, Diebstähle und andere Verbrechen nicht auch in Ländern mit der Todesstrafe statt?
Hilfe könnte z.B. ein Alkoholverbot für Jugendliche bringen, um in ihnen weniger Aggressivität zu wecken. Bestrafung von Unter-14-Jährigen klingt dagegen weniger sinnvoll, da sie sich noch mitten in der Pubertät befinden und sind sich ihrer Taten kaum richtig bewusst sind.
Eine Anwendung des Erwachsenenstrafrechts ab dem Alter von achtzehn, wie von der CDU gefordert, wird leider viele Bemühungen der Richter zunichte machen, denn das Jugendstrafrecht bietet etliche erzieherische Instrumente, die beim Erwachsenenstrafrecht fehlen.

Beim Warnschussarrest hakt es ebenfalls. Dieser ist bereits üblich, doch fehlt es hier an der pädagogischen Angemessenheit. Meist vergehen vier bis sechs Monate zwischen Verurteilung und Strafantritt, was ein direktes Erleben der Konsequenzen zunichte macht. Eine rasche Verurteilung wäre hier viel angebrachter als eine Ausweitung des Warnschussarrestes, denn mehr Verurteilte sorgen für noch längere Wartezeiten.
Bei den Taten zählt meist das hier und jetzt, da denken sie kaum an mögliche Folgen oder gar ihre Zukunft. Doch wie schwer haben es bereits Akademiker mit blütenweißer Weste, einen Arbeitsplatz zu finden - umso weniger wird dies Vorbestraften gelingen. Durch einen Gefängnisaufenthalt macht man also nicht gesellschaftsfähig, sondern nimmt vielmehr die Chance, sich in die Gesellschaft zu integrieren.
Viele fordern Erziehungscamps nach US-amerikanischem Vorbild. Wer sich im Fernsehen über diese Lager schlau machte, denkt an Demütigung und Drill, an Verachtung der Menschenrechte. Dagegen verwehrt sich die CDU natürlich. Es ginge nicht darum, Jugendliche fertig zu machen sondern ihrem Leben Strukturen zu geben, ihnen Regelbeachtung beizubringen. Ziel ist natürlich, sie auf den Weg eines "normalen" Gesetzestreuen zu stellen.

Häufig haben Richter mit unreifen Persönlichkeiten zu tun. Erwecken sie auch den Anschein, niemals "normal" zu werden, so entwickeln sie sich letztlich doch zu einem vollwertigen Mitglied unserer Gesellschaft und leben im Erwachsenenalter so normal und rechtschaffen wie jeder von uns.
Wie so oft setzen sich unsere Politiker vermutlich auch diesmal über die Praxis hinweg. Ohne Ahnung von einer angemessenen Behandlung von Straftätern werden sie Gesetze beschließen, um sich vor den Bürgern (Wählern!) in ein besseres Licht zu rücken - wie üblich auf Kosten der Bevölkerung.

Wer sich über das Jugendstrafrecht schlau machen möchte, findet hier mehr zum Vorgehen anderer Staaten.

 

Großbritannien

Britische Jugendstrafen

Verurteilung jugendlicher Verbrecher

Härte zur Bekämpfung von Gewalt

Während man in Dänemark noch über eine Senkung der Strafmündigkeit auf zwölf Jahre diskutiert, ziehen Briten bereits Zehnjährige vor Gericht. Strenge ist angesagt, um jungen Gewalttätern den Riegel vorzuschieben. Dabei wetteifern beide große Parteien um die strengste Politik, wobei Ursachenbekämpfung natürlich untergeht.

Richter haben einen Kasten von Maßnahmen zur Wiedereingliederung der Straffälligen in die Gesellschaft, so z.B. Kurse, Gemeindearbeit … Hinter Gittern landen die aufmüpfigen Sprösslinge für vier Monate bis zwei Jahre. In Großbritannien stecken pro Einwohnerkopf zwölf Mal so viele Minderjährige im Knast als in Spanien, sechs Mal so viel wie in Frankreich.

Wer sich über das Jugendstrafrecht schlau machen möchte, findet hier mehr zum Vorgehen anderer Staaten.

 

Schweiz

Erziehung statt Gefängnis

Kriminelle Jugendliche

Schweizer Strafrecht - Diebe hinter Gittern

Seit kurzem hat in der Schweiz ein neues Jugendstrafrecht Gültigkeit, das dem der Erwachsenen stärker ähnelt. So drohen Sechzehn- bis Achtzehnjährigen nicht mehr bloß ein Jahr Gefängnis sondern gleich vier. Dabei sperren Richter nicht mehr nur Gewalttätige weg sondern auch Serientäter-Diebe.

In erster Linie suchen die Schweizer ihre "bösen" Jugendlichen jedoch zu therapieren statt sie einzuschließen, weshalb Knast nur in Frage kommt, wenn der Sprössling auf Erziehung nicht mehr reagiert. So landen jugendliche Straftäter in Erziehungsheimen, in Gemeinschaft von neun bis 39 anderen.
Als strafmündig gilt ein Kind seit der Reform erst mit zehn Jahren statt wie bislang mit sieben.

Wer sich über das Jugendstrafrecht schlau machen möchte, findet hier mehr zum Vorgehen anderer Staaten.

 
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