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Entgiftung

Selbstreinigung des Körpers

Koffein und Nikotin zu vermeiden reicht

Giftstoffe werden in jedem Fall ausgeschieden

Spezielle, entgiftende Ernährungspläne halten die Experten der University of Southern California für überflüssig. Denn das, was solche Diäten versprechen, ist nicht mehr, als was der Körper ohnehin durch einen automatischen Selbstreinigungsprozess durchführt. Daß eine Entgiftungskur dies positiv beeinflusse, sei nicht nachweisbar.

Detox-Pläne versprechen den Lesern alle denkbar möglichen Resultate von der Zellreinigung über die Hauterneuerung bis zur Darm- und Leberentgiftung. Um dies zu erreichen, werden die Probanden dazu angehalten, ihre Ernährung auf Obst, Gemüse und viel Wasser zu beschränken. Koffein, Alkohol und verarbeitete Nahrungsmittel werden rigoros vermieden.
Zwar berichten tausende Testpersonen von einem besseren Wohlbefinden, klarerer Haut und weniger Kopfschmerzen. Aber: „Das ist ganz einfach dadurch zu erklären, daß sie im Vergleich zu vorher weniger essen, mehr Wasser trinken und ihren Alkohol- und Koffeinkonsum aufgegeben haben", so ein Experte.

Die Ausscheidung von giftigen Stoffen werde von unseren Lungen, Nieren, der Leber, dem Magen-Darmtrakt und dem Immunsystem so oder so geleistet: „Innerhalb von Stunden nach dem Konsum werden sie ausgeschieden", so einer der kalifornischen Akademiker.

Juni 2005

 

Gefährliche Hygiene

Chemikalien in Kosmetika und Hygieneprodukten

Antibakterieller Wirkstoff als Gesundheitsrisiko

Gefährlicher Sauberkeitswahn

Das Benutzen von antibakteriellen Seifen und ähnlichen Produkten mit antimikrobischer Wirkung kann gesundheitlich sehr schädlich sein, da sich bei der Verwendung eine signifikante Dosis Chloroform bildet.
In den meisten antibakteriellen Produkten ist nämlich die Chemikalie Triclosan enthalten, die zusammen mit dem Chlor im Leitungswasser durch eine chemische Reaktion zu Chloroform wird. Und dieser giftige Stoff kann durch die Verwendung von Seifen, Cremes oder Kosmetika über Haut und Atemwege aufgenommen werden. Das geht aus einer US-amerikanischen Studie hervor.

Triclosan ist eine synthetische Chemikalie mit einer breiten antibakteriellen Wirkung, die besonders für persönliche Pflegeprodukte, Kosmetika, antibakterielle Cremes, Akne-Mittel, Lotionen, Handseifen und Geschirrspülmittel verwendet wird. Hauptsächlich wird die Chemikalie zum Abtöten von Bakterien auf der Haut und auf anderen Oberflächen verwendet und dient zudem als Konservierungsmittel, beispielsweise auch von Lebensmitteln.

Chloroform ist krebserregend. Es gibt zahllose Wege wie der Konsument mit dieser Substanz in Kontakt kommen kann. Beim Geschirrspülen, beim Duschen oder bei der Verwendung von Lotionen, die Triclosan enthalten. Und dadurch kann in weiter Folge das gesundheitsschädliche Chloroform über die Haut absorbiert oder die Atemwege inhaliert werden.
Die Forscher fordern nun Einschränkungen im Einsatz dieses Stoffes.

Juni 2005

 

Masern

Masern: Lieber Impfung oder Ansteckung?

Immunisierung durch Krankheit ist nicht unbedenklich

Kinderkrankheiten: nicht immer harmlos

Die meisten Kinder werden heutzutage gegen Masern geimpft. In Bayern sind es 90 Prozent der eingeschulten Jungen und Mädchen, die eine Erstimpfung mit 15 Monaten erhalten haben; die Zweitimpfung vor Eintritt in die Schule liegt bei 44 Prozent.
Trotzdem sind erst kürzlich in München und Umgebung rund 150 Masern-Fälle bekannt geworden. Bayerns Gesundheitsminister vermutet, manche Eltern legten es darauf an, daß ihre Kinder sich anstecken.

Die Gesundheitsbehörden hatten den Verdacht geäußert, Eltern einer Montessorischule im Landkreis Weilheim-Schongau organisierten "Masern-Partys": Kranke Kinder sollen gesunde anstecken.
Viele Eltern seien gegen das Impfen, sagt ein Amtsarzt: Sie hätten das Impfangebot des Gesundheitsamts abgelehnt.
Aus England ist bekannt, daß sich Eltern per Internet verabreden, um ihre Kinder durch eine Infektion immun zu machen. Auch bei Windpocken ist dies nicht unüblich.

Manche Anthroposophen sind der Meinung, daß eine durchgemachte Krankheit das Immunsystem trainiert und die Kinder durch einen mehrtägigen Fieberschub eine positive Bewußtseinsänderung erfahren. Heilpraktiker bestätigen das. Doch die Behörden sehen hierfür keine Beweise und warnen, es gebe ein unkalkulierbares Risiko.
Masern schwächen etwa sechs Wochen lang das Immunsystem. Dadurch sind Kinder, die gerade diese Erkrankung durchgemacht haben, anfällig für Infektionen. Es kann auch zur Gehirnhautentzündung kommen, an der zehn bis 20 Prozent der Erkrankten sterben. Weitere 20 bis 30 Prozent erleiden dauerhafte Hirnschäden.
Die Impfung gilt demgegenüber als harmlos.

Juni 2005

 

Familienprobleme

Skandinavische Kinderbücher

Suche nach der wahren Freundschaft

Jan, mein Freund
Jan mein Freund | Ravensburger Verlag 1997 | 351 Seiten | 7,95 Euro | von Peter Pohl

Krille,cover der mit seiner Familie in einer schwedischen Großstadt lebt, erinnert sich: Wie war das noch mit seinem Freund Jan?
Eine zutiefst mysteriöse Gestalt, dieser Jan: Er scheint keine Familie zu haben, verrät nichts über seine Herkunft, verschwindet von Zeit zu Zeit für mehrere Wochen... Aber irgendwie scheinen er und der nachdenkliche Krille einander gut zu ergänzen: Jan ist draufgängerisch und hart im Nehmen, Krille hingegen ein Zahlengenie mit intakter Familie, an der Jan mehr und mehr Gefallen findet.

Mit ihrer Clique erleben sie manches Abenteuer, machen mit ihren Fahrrädern die Straßen unsicher und verschaffen sich selbst bei den Älteren Respekt. Doch allmählich fängt Krille an, sich um Jan Sorgen zu machen: Warum taucht er plötzlich voller blauer Flecken auf? Gibt es etwa eine Verbindung zu einem Wanderzirkus, der hin und wieder in der Stadt gastiert?

"Jan, mein Freund" ist ein packender Roman, an dem auch ältere Jugendliche und junge Erwachsene Gefallen finden dürften. Die schnoddrige Sprache des Erzählers (niemand anders als Krille selbst) paßt perfekt zu den geschilderten Ereignissen, und auch seine inneren Monologe zeugen von dem Willen des Autors, mehr als nur ein beliebiges Kinderbuch zu schreiben.

Tatsächlich fühlt man als Leser eine große Nähe zu Jan: Sein Auftreten ist so einprägsam, daß man fast das Gefühl hat, ihn wirklich zu kennen. Am Ende fällt es schwer, das Buch aus der Hand zu legen – wie es bei einem guten Werk sein sollte ...

JZ

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Schweden

 

Verbieten verboten

“Nein“ kein gutes Erziehungsmittel

Kleinkinder empfinden Verbote als Zurückweisung

Eltern sollten brenzlige Situationen von vornherein vermeiden

Ohne Verbote funktioniert Erziehung nicht. Trotzdem sollten Eltern ein Nein wie Medizin anwenden – nur im Notfall. Die Ausgabe der Zeitschrift ELTERN vom 15.06.05 erklärt, warum das so ist und wie Eltern auf liebevolle und spielerische Art trotzdem Grenzen setzen können.

Kinder empfinden in den ersten ein bis zwei Jahren jedes Verbot als Ablehnung ihrer Person. Ein laut ausgesprochenes „Nein“ kann ein Kleinkind verunsichern und sollte Situationen vorbehalten bleiben, in denen es unvermeidbar ist, z.B. wenn es auf die Straße laufen will.
„Eltern, die wenig verbieten, haben folgsamere Kinder“, meint zudem die Entwicklungspsychologin Dr. Karin Grossmann. Einjährige, denen viel verboten wird, nutzen hingegen jede Gelegenheit, sich über ein Nein hinwegzusetzen. Auf ihre Eltern zu hören, lernen Kinder daher am besten, wenn die Verbote auf das nötige Maß beschränkt werden.

Wichtig ist auch, mögliche Konfliktsituationen von vornherein zu vermeiden, also z.B. CDs und Fernbedienungen außer Reichweite von Kleinkindern zu verstauen. Eltern können das Verhalten ihrer Kinder auch positiv beeinflussen, indem sie kleine Provokationen so oft wie möglich übergehen, Positives dagegen loben. Wenn an einem Nein jedoch kein Weg vorbei führt, ist es sinnvoll, es mit einem Ausweg zu verbinden und z.B. das verbotene Bücherregal unmittelbar gegen ein Klettergerüst auf dem Spielplatz einzutauschen.

Juni 2005

 

UV-Strahlen

Sonnenschutz für Kinder

Bunte Kleidung schützt besser vor UV-Strahlung

Sonnencreme: wichtiges Schutzmittel

Kinder sollten beim Spielen in der Sonne am besten farbige Kleidung tragen. Bunte Farben halten die Lichtstrahlen nämlich besser als Schwarz und Weiß zurück.

Bei der Suche nach gut vor Licht schützender Kleidung hilft ein Trick: Am besten werden die Sachen vor dem Anziehen kurz gegen eine Lampe oder die Sonne gehalten - je weniger Licht durchdringt, desto weniger Sonne kommt draußen an die Haut.

Grundsätzlich sollten Kinder gründlich mit Sonnenschutzmitteln eingerieben werden, bevor sie spielen gehen, rät ein Arzt. Am besten geeignet sei Lichtschutz mit UVA und UVB. Und wasserfest sollte er sein – wegen des Schweißes. Außerdem sei es wichtig, rechtzeitig zur Tube zu greifen: 20 Minuten vor dem Rausgehen ist der beste Zeitpunkt.

Als Kleidung eignet sich am besten Baumwolle, die atmungsaktiv ist. Wichtig ist auch ein Käppi mit Nackenschutz für die Kleinen.
Der Experte rät grundsätzlich zu mediterranem Verhalten im Sommer: Mittags sollten Kinder die Sonne meiden. Dann sei die Energiedichte am höchsten - und damit auch die Gefahr eines Sonnenbrandes.

Grundsätzlich sollte bedacht werden, daß die Haut eines Menschen für 50 bis 70 Jahre «Lebensdauer» ausgerichtet ist. Tatsächlich leben viele 80 Jahre und länger. Ein Grund mehr, auf die Haut der Kinder zu achten.

Juni 2005

 

Au-pair: Gütezeichen

Gütezeichen für Au-pair-Agenturen

Qualitätssiegel erleichtert Au-pairs und Familien die Wahl

Eignungstests für Gasteltern und Au-pairs in Deutschland

Jährlich kommen schätzungsweise 30.000 junge Menschen - in erster Linie Mädchen - als Au-pair nach Deutschland. Die Vermittlung in eine Gastfamilie erfolgt in der Regel über eine Agentur.
Mit der neuen RAL-Gütesicherung Au-pair liegt nun erstmals ein strenges Regelwerk vor, das die Rechte und Pflichten von Vermittlern, Gasteltern und Au-pairs klar festlegt - zum Schutz aller Beteiligten: Au-pairs erkennen am RAL-Gütezeichen vertrauenswürdige Vermittler, Gastfamilien signalisiert das Gütezeichen, dass ihnen ein geeignetes Au-pair vermittelt wird.

Die Sprachkenntnisse erweitern sowie Land und Kultur kennen lernen, das sind die Hauptmotive junger Menschen, die sich für einen Au-pair-Aufenthalt entscheiden. In einer Gastfamilie helfen sie bei der Betreuung der Kinder sowie bei der Hausarbeit und erhalten dafür ein Taschengeld und freie Kost und Logis. In den Güte- und Prüfbestimmungen, die zur Erlangung des RAL-Gütezeichens Au-pair von den Vermittlern durchgehend erfüllt werden müssen, sind feste Qualitätsstandards für die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des Au-pair-Aufenthaltes festgelegt. Hierin sind zum Beispiel Freizeitansprüche, Entlohnung und Unterbringung des Au-pairs eindeutig definiert.

Kein Au-pair muss Holz hacken oder schwere Lasten tragen. Es darf allein fürs Kinderbetreuen und für leichte Hausarbeit eingesetzt werden. Sein Zimmer muß ein Fenster haben, beheizbar, möbliert und wenigstens acht Quadratmeter groß sein. Ist das Au-pair krank, erhält es sein Geld weiter wie an seinen beiden Urlaubstagen pro Monat.

Damit Au-pairs nur in geeignete Gastfamilien vermittelt werden, ist eine Eignungsüberprüfung und Vorbereitung der Gasteltern obligatorisch. Aber auch die Au-pairs werden in punkto Sprachkenntnisse, Gesundheit und Eignung überprüft. Während des gesamten Aufenthalts muss der Vermittler im Kontakt mit Au-pair und Familie stehen und auf die Einhaltung der Vorgaben achten.
Neu ist vor allem die Verpflichtung zur Einrichtung einer Hotline, die vom Au-pair für Notfälle rund um die Uhr erreichbar sein muss.

Sicherheit und Fairness garantieren

Die Güte- und Prüfbestimmungen gelten für Agenturen und Organisationen, die Au-pairs aus dem Ausland nach Deutschland vermitteln. Nur wer die hohen Anforderungen der Güte- und Prüfbestimmungen der Gütesicherung Au-pair vollständig und dauerhaft erfüllen, darf das RAL-Gütezeichen führen. Die Vermittler verpflichten sich zu einer kontinuierlichen Eigenüberwachung und unterliegen einer unangemeldeten Kontrolle durch neutrale Sachverständige. Verstöße gegen die Güte- und Prüfbestimmungen haben Geldstrafen oder den Entzug des Gütezeichens zur Folge.

Erarbeitet wurde die Gütesicherung unter Beteiligung der wichtigsten Fachorganisationen und gesellschaftlichen Gruppen wie z. B. Au-pair-Society e. V., Ring Deutscher Au-pair-Vermittler e. V. und Vertretern verschiedener Bundesministerien. Bereits Ende letzten Jahres hatten sich auf Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend über 110 Au-pair-Vermittler auf freiwilliger Basis auf gemeinsame Standards geeinigt. Eine entsprechende Vereinbarung wurde unterzeichnet und die RAL-Gütegemeinschaft Au-pair e. V. gegründet. Für das Prüfverfahren haben sich bisher 70 Au-pair-Vermittler angemeldet.

Etwa 30.000 Au-pairs weilen Jahr für Jahr in deutschen Familien. Neun von zehn sind Frauen. Einige kommen aus südamerikanischen Ländern, die meisten aber aus Osteuropa. Daher will der Verein das neue Gütezeichen auch im Ausland bekannt machen. "Gerade Osteuropäerinnen geraten manchmal an dubiose Vermittler", sagt der Vorsitzende des Gütezeichen-Vereins.
Das Siegel sichert den Mädchen nicht nur eine gütegeprüfte Gastfamilie. Die Vermittlung durch deutsche Agenturen ist auch meist kostenlos.

Von dem üppigen Pflichtenverzeichnis profitieren auch die Gastfamilien. Immerhin engagieren sie so ein rundum geprüftes Au-pair. Denn auch hier setzt das Gütezeichen strenge Regeln: Au-pair darf nur sein, wer nachweisbar gesund und kindererfahren ist und wenigstens rudimentär Deutsch spricht.

 

Aupair Qualitätssicherung

Für Gastfamilien und Au-pairs, die sich mehr Sicherheit wünschen:

Neues Gütezeichen für Aupair-Agenturen in Deutschland

 

Mailand

Als Aupair in Mailand

Mode, Museen und Management

Milano für Aupairs

Rom ist Italiens Hauptstadt – aber Mailand gilt als wirtschaftliche Motor des Landes. Die beiden Städte könnten tatsächlich kaum gegensätzlicher sein.
Mailand liegt in Norditalien, und der Charakter der Norditaliener ist dem der Nordeuropäer ähnlicher als dem der Sizilianer oder Neapolitaner. Böse Zungen behaupten, in Mailand (und im Norden insgesamt) würde das Geld erwirtschaftet, das anschließend im Süden des Landes versande.

Auf jeden Fall aber ist Mailand die teuerste Stadt Italiens. Eine Stadt, die sich gerne mondän und hochmodern gibt – als Modezentrum ist Mailand längst auch diesseits der Alpen berühmt.
Shoppen in Mailand ist für viele Modefans der Gipfel des Glücks, allenfalls durch Paris oder New York zu toppen. Die Stadt an sich gilt eher als unscheinbar. Dabei ist Mailand keineswegs fade.

Immerhin beherbergt das Zentrum der Stadt neben der Modemeile noch das monumentale Castello Sforzesco, das Schloß der Sforzas, die einst weit über die Grenzen der Stadt hinaus herrschten. Und nicht zu vergessen natürlich der Mailänder Dom, ein beeindruckendes gotisches Bauwerk, dessen Grundstein 1386 gelegt wurde.

Die weltberühmte Oper La Scala bedarf keiner Einführung – für Klassik-Fans zweifellos ein Muß! Nebenher können Bildungsinteressierte in Mailand eine Vielzahl akademischer Einrichtungen finden: die Universitäten Cattolica, Statale und Bocconi, um nur einige zu nennen.

Unmittelbar nördlich des historischen Kerns befindet sich der populäre Corso Venezia mit seinen prachtvollen Gebäuden. Der Park von Porta Venezia ist außerdem eine beliebte Grünfläche, in der sich die streß- und staugeplagten Mailänder regenerieren.
Weiter nördlich liegt der vielbefahrene Corso Bueno Aires, der nicht unbedingt schön, aber von beeindruckender multikultureller Vielfalt ist.
Im Südwesten der Stadt liegt wiederum die schicke Gegend der Navigli. In Ticinese-Navigli leben viele einflußreiche und wohlhabende Mailänder, die sich in ihrer Freizeit gerne in den zahlreichen Szene-Lokalen und Restaurants tummeln.

Aus Kelten werden Italiener

Mailand entstand aus einer keltischen Ansiedlung, die 222 v. Chr. von den Römern erobert wurde. Als das römische Reich im Jahre 292 in zwei Verwaltungsgebiete aufgeteilt wurde, wählte man Mailand als Hauptstadt des westlichen Teils. Das frühe Christentum hat hier zahlreiche Spuren hinterlassen.
Bald rückten die ersten „Barbaren“ an. Festzuhalten ist insbesondere die Herrschaft der Langobarden (569-774), die der Lombardei, der Region um Mailand ihren Namen verliehen. Die Hauptstadt der Langobarden war allerdings Pavia.
Vom 11. Jahrhundert an wurde der Stadtstaat Mailand zu einem wichtigen politischen Faktor auf der Halbinsel (der italienische Staat existierte damals noch nicht). Doch vom 16. Jahrhundert an gerieten große Teile Italiens unter Fremdherrschaft, und Mailand blieb davon nicht verschont: 1535-1713 regierten hier die Spanier. In seinem historischen Roman „Die Verlobten“ (I promessi sposi) hat Alessandro Manzoni Mitte des 19. Jahrhunderts die Korruption dieser Machthaber angeprangert.

Während des 18 Jahrhunderts drückten wiederum die Habsburger der Stadt ihren Stempel auf. Unter ihnen wurde vieles modernisiert, der Laizismus setzte sich langsam durch. Nach der napoleonischen Ära kehrten die Österreich-Ungarn wieder zurück, doch diesmal ohne fortschrittlichen Elan. Vielmehr etablierten sie einen Polizeistaat, der den aufkeimenden Nationalismus der Italiener umso stärker entfachte. 1861 wurde Mailand schließlich Teil des zur Unabhängigkeit gelangten Italiens. Rom folgte übrigens erst zehn Jahre später, da die Kirche dort noch ein Wörtchen mitzureden hatte.

Wer als Aupair nach Mailand fährt, wird sich bestimmt nicht langweilen! Nur der Mailänder Verkehr ist leider kein Vergnügen. Aber dafür können Kulturinteressierte sich unter anderem in folgenden Museen umschauen:

Cenacolo Vinciano: Piazza Santa Maria delle Grazie, 2.
Der Eintritt kostet 6 Euro. Hier malte Leonardo in den Jahren 1495-97 sein berühmtes „Abendmahl“ ("Cena"), das bereits mehrmals restauriert wurde.

Civici Musei d´arte e Pinacoteca del Castello Sforzesco: Castello Sforzesco, piazza Castello. Von 9.30-17.30 geöffnet, außer montags.
Hier haben wir es mit einer der wichtigsten Kunstsammlungen Italiens zu tun.
Neben Kunstwerken aus vorchristlicher und vorromanischer Zeit befinden sich hier Skulpturen aus dem 15. und 16. Jahrhundert, die prachtvolle "Pieta´ Rondanini" von Michelangelo sowie flämische Wappen, Waffen und Möbel. In der Pinacoteca kann man Gemälde von Mantegna ("Madonna e Santi"), Bembo, Giovanni Bellini, Correggio ("Ritratto d´uomo"), Tintoretto, van Dyck, Greuze, Tiepolo bewundern.
Auch das Kunsthandwerk ist gebührend vertreten. Interessant ist auch ein Sondermuseum, das bedeutsame Musikinstrumente zeigt, darunter Geigen von Stradivari und Privatinstrumente von Komponisten wie Bellini.

Museo del Duomo: Piazza Duomo, 14.
Von 9.30-12.30 und 15-18 geöffnet. 5 Euro Eintritt, ermäßigt 2,50 Euro.
Einerseits wird hier die Geschichte des Doms dokumentiert, andererseits kann der Besucher prachtvolle Kunstwerke aus der Toskana und Lombardei sowie aus Deutschland und Frankreich bewundern. Tintoretto ist ebenfalls dabei.

Museo nazionale della scienza e della tecnica Leonardo da Vinci: Via San Vittore, 21.
9,30-16.50 (Di. bis Fr.) und 9,30-18,30 (Sa. und Feiertage).
Ein Muß für alle Technikfans! Unter anderem befinden sich hier Dokumente und Entwürfe zu Leonardos Erfindungen.

Weitere hilfreiche Adressen:

Goethe-Institut Mailand
Centro Culturale Tedesco
Via San Paolo 10
20121 Mailand, Italien
Tel.: +39 (2) 77 69 171
Fax: +39 (2) 76 00 91 86
info@mailand.goethe.org
www.goethe.de/mailand

Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland
Via Solferino 40, 20121 Milano
Tel.: (+39 02) 623 11 01
Fax: (+39 02) 655 42 13
www.mailand.diplo.de
info@mailand.diplo.de

Camera di Commercio Italo-Germanica
Deutsch-Italienische Handelskammer
Via Napo Torriani, 29
20124 Milano
Tel. +39 02 67913 1
Fax +39 02 66980964
info@ahk-italien.it

Deutsche Schule Mailand
Via Legnano 24 (Eingang Via Tommaso da Cazzaniga 5)
20121 Milano
Tel.: +39 02 6597872
Fax: +39 02 6597614

Österreichisches Kulturforum Mailand
Forum austriaco di cultura
Piazza del Liberty, 8
20121 Milano
Telefono 02 78 37 41
Fax 02 78 36 25
mailand-kf@bmaa.gv.at

Questura (polizeiliche Anmeldung)
Aufenthaltserlaubnis: via Montebello, 26, Tel. 0262261

Hier ein gutes Versicherungsangebot.
Und hier geht’s zur Bewerbung für Aupairs und hier für ausgebildete Erzieherinnen.

 

Bologna

Als Aupair in Bologna

Kultur und Shoppen

Aupair in einer typischen italienischen Universitätsstadt

Mit rund 378.000 Einwohnern ist Bologna größer als Venedig, aber kleiner als Mailand oder Rom. Darum ist die Stadt für all jene geeignet, die die Vorzüge einer Großstadt wünschen, aber in einem überschaubaren Rahmen.

Die wohl berühmteste Institution Bolognas ist die Universität, eine der ältesten der Welt, die im 11. Jahrhundert gegründet wurde.
Das historische Zentrum Bolognas ist sehr gut erhalten und bietet viele Sehenswürdigkeiten. Auffällig sind die vielen Säulengänge, die insgesamt eine Länge von 40 Km erreichen. Interessant ist in dieser Hinsicht z. B. die Via Castiglione, durch die einst ein Kanal hindurchfloß.

In dem Rechteck, das die Via Rizzoli, Via D´Azeglio, Via Farini und Via Castiglione bilden, zeigt sich Bologna von seiner lebhaften Seite. Funkelnde Schaufenster wechseln sich mit bunten Marktständen ab, wo Obst und Fisch angeboten werden. Wer Schuhe oder Kleidung, Wohnaccessoires oder Schmuck sucht, liegt hier richtig.

Ebenfalls einen Besuch wert sind das Osservatorio astronomico, das der Erforschung des Himmels dient, sowie der Palazzo dell’Archiginnasio, in dem sich die gut bestückte Stadtbibliothek und das Teatro Anatomico, in dem einst Medizin unterrichtet wurde, befinden.
Vor allem aber sollten Kunstfreunde auf keinen Fall die Pinacoteca Nazionale verpassen, die wichtige italienische Gemälde vom 13. bis hin zum 18. Jahrhundert aufweist, darunter Werke von Giotto und Raffaello.

Andererseits ist Bologna eine sehr vitale, jugendliche Stadt, in der die verschiedensten Subkulturen – von der Rave-Szene bis hin zur Gay-Bewegung - blühen. Toleranz hat einen hohen Stellenwert in dieser Stadt, die lange als „rot“ galt, weil hier stets die Linksparteien regierten.

Aus Bologna stammt übrigens auch Romano Prodi, genannt „Il Professore“, der ehemalige Präsident der EU-Kommission sowie ehemaliger italienischer Ministerpräsident. Er hat hier jahrelang gelehrt und wird bei den nächsten Wahlen Berlusconis großer Herausforderer sein. Seine Gegner nennen ihn "La Mortadella", was man etwas verallgemeinernd mit „Wurstgesicht“ übersetzen könnte.

Nützliche Adressen:

Flughafen: Aeroporto G. Marconi
Tel. 051-6479615
(täglich 6.30-21.30)

Ausl Bologna – Informazioni per cittadini stranieri sui servizi sanitari (Tipps zum Gesundheitssystem für Ausländer)
Tel. 800-663366
(Mo. –Fr. 14.30-16.30; Mi. und Do. auch 9-12.30; Sa. 9-12.30)

Ferrovie dello Stato – Kundendienst der italienischen Eisenbahnen
Tel. 8488-88088

Questura (polizeiliche Anmeldung)
Aufenthaltserlaubnis: Via Agresti 2, Tel. 0516401780

Honorarkonsulin der Bundesrepublik Deutschland
(Console Onorario della Repubblica Federale di Germania)
Dr. Beate Westrick
Viale Risorgimento 7, 40136 Bologna
Tel. (0039 051) 339 90 14
Fax (0039 051)339 50 56
consongermbo@yahoo.it

Homepage der Stadt Bologna:
http://www.comune.bologna.it/

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