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Hormontherapie

Blasenschwäche durch Hormonbehandlung

Östrogene steigern Inkontinenz-Risiko in den Wechseljahren

Hormontherapie mit Nebenwirkungen

Die Hormonbehandlung von Wechseljahresbeschwerden steigert das Risiko für Blasenschwäche (Inkontinenz). Das ergab die Auswertung von mehr als 27.000 Krankengeschichten von Frauen durch die Wayne-State-Universität (Detroit/USA).

Ein Jahr nach Therapiebeginn, so berichtet das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“, stieg das Inkontinenz-Risiko um 39 Prozent, wenn die Frauen eine Kombination von Östrogen und Gestagen erhalten hatten. Nahmen sie nur Östrogene, erhöhte sich ihr Risiko sogar um 52 Prozent. Bisher galt schon als gesichert, dass eine langjährige Hormontherapie Brustkrebs, Herzinfarkt, Embolien sowie Demenzen fördert.

Mai 2005

 

Pilz im Intimbereich

Scheidenpilz: Lästig, aber harmlos

Jede dritte Frau kennt den Juckreiz

Selbstbehandlung bei wiederholter Pilzinfektion möglich

Vaginale Pilzinfektionen sind für die meisten Frauen ein Tabuthema. Zu unrecht, denn Pilzerkrankungen der äußeren Geschlechtsorgane und der Scheide gehören zu den häufigsten Infektionen im Genitalbereich: Eine bundesweite Umfrage der Gfk HealthCare im Auftrag der Dr. August Wolff GmbH & Co. Arzneimittel (Bielefeld) hat ergeben, dass etwa jede dritte Frau schon einmal von einem Scheidenpilz betroffen war.
In der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen ist es sogar fast die Hälfte. Auch die Angst, an einem Vaginalpilz zu erkranken, ist bei dieser Altersgruppe am größten (33 Prozent). Insbesondere bei Frauen, die schon einmal eine Pilzerkrankung der Scheide hatten, haben zwei Drittel große Sorge, sich erneut zu infizieren.

Infektionen der Scheide haben viele Gründe: Zu den häufigsten Ursachen, die eine Ausbreitung der Pilze begünstigen, gehören die Einnahme von Antibiotika oder Cortisonpräparaten sowie eine Veränderung des Hormonspiegels, zum Beispiel in der Schwangerschaft oder durch die Einnahme der Pille.
Falsche Intimpflege oder veränderte Gegebenheiten im Urlaub - hygienische Verhältnisse, plötzliche Klimaveränderung, ungewohnte Ernährung - bieten ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Infektionen. Typische Symptome einer Pilzinfektion sind Juckreiz, Brennen, Rötung und vermehrter Ausfluss.

Pilzinfektionen der Scheide sind sehr häufig und für die Betroffenen unangenehm, lassen sich aber sehr gut behandeln. Je nachdem wie ausgeprägt die Beschwerden sind, kann der Scheidenpilz mit Salben, Zäpfchen oder Tabletten bekämpft werden. Die Therapie dauert zwischen einem und sechs Tagen. Wichtig ist es, schnell etwas gegen die Infektion zu unternehmen, weil der Pilz nicht von alleine verschwindet. Frauen, die die Symptome einer Pilzinfektion kennen, können sich in der Regel selbst behandeln. Dagegen sollte unbedingt ein Arztbesuch erfolgen, wenn die Beschwerden zum ersten Mal auftreten, eine Schwangerschaft vorliegt oder zusätzliche Bauchschmerzen und Fieber auftreten.

Mai 2005

 

Mobbing-Alarm

Wenn Kinder Kinder quälen

Schläge, Ausgrenzung und Belästigungen

Eltern und Lehrer können und müssen gegen Mobbing vorgehen

Wenn andere Gleichaltrige einem Kind oder einem Jugendlichen wiederholt und über einen längeren Zeitraum absichtlich zusetzen und das Opfer nicht in der Lage ist, sich angemessen zur Wehr zu setzen, dann spricht man von "Viktimisierung". Mittlerweile wird häufig auch von "Mobbing" gesprochen.

Untersuchungen zeigen, dass ca. 7% bis 10% der Kinder und Jugendlichen Opfer von Aggressionen anderer Gleichaltriger werden. Jungen sind sowohl in der Opfer- wie in der Täterrolle häufiger als Mädchen zu finden. Dabei sind die Geschlechtsunterschiede auch abhängig von der Art der aggressiven Handlungen: Jungen erleben häufiger körperliche Angriffe und üben diese auch häufiger aus, während bei der psychischen Viktimisierung geringere Unterschiede auftreten.

Es gibt kein Patentrezept, um zu verhindern, dass ein Kind weiterhin zum Opfer von Gleichaltrigen wird. Vielmehr müssen ausgehend von den Motiven des Täters und den Eigenschaften des Opfers, verschiedene Handlungsmöglichkeiten abgewogen werden.

Das Wichtigste, was Eltern tun können, ist, für die Sorgen und Nöte ihres Nachwuchses ein offenes Ohr zu haben, d.h. dass sie sich Zeit nehmen und bereit sind zuzuhören, ohne Bagatellisierungen, ohne Vorwürfe. Der häufig vorschnell gegebene Rat, sich doch zur Wehr zu setzen, ist in aller Regel nicht angemessen: Das provokante Opfer verhält sich bereits aggressiv und trägt damit nicht unwesentlich zur Aufrechterhaltung der Probleme bei; dem unsicheren Opfer gelingt es nicht, sich angemessen zur Wehr zu setzen (sonst würde es dies vermutlich tun), darüber hinaus können durch eigenes aggressives Verhalten Folgeprobleme entstehen, die die Lage des Opfers nur verschlimmern.

Es ist günstig, gemeinsam mit dem Kind nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen und es so selbst aktiv werden zu lassen. Es sollten möglichst keine Aktionen ohne Zustimmung des Kindes durchgeführt werden, denn es ist wichtig, Hilflosigkeitsgefühle beim Kind nicht noch zu verstärken und sein Selbstwertgefühl nicht noch weiter zu schwächen.

In aller Regel ist es sinnvoll, wenn die Eltern ein Gespräch mit einer Lehrperson führen, zu der das Kind Vertrauen hat, und diese informieren. Dabei gilt es, dem Kind die Angst zu nehmen, als "Petze" dazustehen. Die Lehrperson kann weitere Schritte in der Schule einleiten. Dabei sollte sie darauf achten, dass das betroffene Kind durch die Maßnahmen nicht in eine Außenseiterposition gebracht oder in dieser fixiert wird.

Eine weitere mögliche Maßnahme besteht darin, dass die Eltern des Opfers direkt die Eltern des oder der Kinder ansprechen, die sich aggressiv gegen das Opfer verhalten. Positive Effekte sind allerdings nur dann zu erwarten, wenn es gelingt, diesen Eltern den Sachverhalt sachlich und ohne Anschuldigungen darzulegen. Es gilt, den Eltern klar zu machen, dass man sich eine Lösung zum Wohle aller Beteiligten wünscht und es ideal fände, gemeinsam daran zu arbeiten.
Ebenfalls ist es möglich, selbst mit den Tätern zu reden. Wichtig ist in diesem Fall, beide Seiten zu Wort kommen zu lassen und als Erwachsener eher als Moderator oder Mediator denn als Autoritätsperson aufzutreten, damit die Kinder bzw. Jugendlichen möglichst selbst Wege aus dem Konflikt finden können.

Unabhängig von der aktuellen Gewaltsituation ist es bei den Opfern, die nur über wenig Selbstvertrauen verfügen, wichtig, dieses zu fördern. Wertschätzendes und liebevolles Verhalten der Eltern ist sinnvoll. Ungünstig ist allerdings eine übermäßig beschützende Haltung der Eltern, die verhindert, dass ihr Kind selbstständig und autonom wird und dadurch Selbstbewusstsein aufbauen kann.

Sehr wichtig für das Selbstwertgefühl des Opfers und seine weitere Entwicklung sind positive Beziehungen zu Gleichaltrigen. Wenn der betroffene Schüler nur schlecht in seine Klassengemeinschaft integriert ist, wenige oder gar keine Freunde hat, dann sollten die Eltern den Weg dafür ebnen, dass das Kind positive Kontakte zu anderen Gleichaltrigen aufbauen kann und es dabei ermutigen. So können die Eltern das Kind darin bestärken, sich aktiv an einen ruhigen und freundlichen Mitschüler in der eigenen oder einer anderen Klasse zu wenden. Die Kontaktaufnahme zu Gleichaltrigen kann aber auch im außerschulischen Bereich wie z.B. einem Sportverein geschehen.

Wenn sich der oder die Täter in der Klasse des Kindes befinden und sich trotz großer Anstrengungen das Problem nicht lösen lässt, kann durchaus auch ein Klassen- oder sogar Schulwechsel erwogen werden - allerdings erst an letzter Stelle. Wenn es nicht möglich ist, den oder die Täter zu versetzen, kann dies für das Opfer erwogen werden. Doch dies ist eine Maßnahme, die an letzter Stelle steht. Viel sinnvoller - insbesondere für seine Persönlichkeitsentwicklung - ist es, wenn der betroffene Schüler die Erfahrung macht, dass die Probleme mit dem oder den anderen Gleichaltrigen gelöst werden konnten.

Mai 2005

 

Pflegefälle: Wer zahlt?

Altenpflege: Erwachsene zahlen für ihre Eltern

Das Sozialamt trägt die Kosten nicht allein

Härtefälle werden berücksichtigt

Die Deutschen werden immer älter, die Zahl der Pflegefälle steigt. Doch nicht jeder verfügt über ausreichend Vermögen und Einkünfte, um den benötigten Heimplatz voll aus eigener Tasche zu bezahlen.
Die gesetzliche Pflegeversicherung kommt allenfalls für einen Bruchteil der Kosten auf. Immer häufiger springen daher die Sozialämter ein. Bereits heute sind mehr als 320 000 Pflegebedürftige auf finanzielle Unterstützung vom Staat angewiesen - Tendenz steigend.

Angesichts klammer Kassen sind die Sozialämter verstärkt bemüht, die Kosten von den erwachsenen Kindern wieder hereinzuholen. Schließlich sind nach Paragraph 1601 des Bürgerlichen Gesetzbuchs Verwandte "in gerader Linie" zum Unterhalt verpflichtet. Kinder haften demnach für ihre Eltern. Die finanzielle Belastung kann erheblich sein.

Aktuelle Rechtsprechungen zur Unterhaltsverpflichtung erwachsener Kinder gegenüber den Eltern stoßen daher auf großes Interesse. So auch das Verfahren, über das das Bundesverfassungsgericht am 7. Juni urteilen wird. Die Richter werden darüber entscheiden, in welchem Umfang erwachsene Kinder für den Unterhalt ihrer Eltern aufkommen müssen. Im konkreten Fall verlangte die Stadt Bochum von einer Geringverdienenden, eine Grundschuld auf ihr Haus aufzunehmen, um die Pflegekosten für die Mutter zu zahlen. Das Landgericht Duisburg begründete die Entscheidung damit, daß die Tochter zwar netto lediglich 560 Euro verdient, sie jedoch zur Hälfte Miteigentümerin an einem Vier-Familien-Haus ist, in dem sie auch selbst wohnt. Da die Haushälfte einen Wert von rund 125 000 Euro habe, müsse sie zur Begleichung der Sozialhilfekosten eine Grundschuld eintragen lassen.

Aber: In einer Reihe von Urteilen hat der Bundesgerichtshof (BGH) immer herausgestellt, daß Kinder beim Elternunterhalt nicht überfordert werden dürfen. Eine spürbare Absenkung des eigenen Lebensstandards muß das unterhaltspflichtige Kind nicht hinnehmen - es sei denn, es lebt im Luxus.

Als grobe Leitlinie gilt: Die Sozialämter gestatten dem Unterhaltspflichtigen einen pauschalen Selbstbehalt von 1250 Euro, inklusive 440 Euro Miete und Nebenkosten (Ehepaare: 770 Euro). Für den Ehepartner wird ein Freibetrag von 950 Euro angerechnet, die Freibeträge für Kinder richten sich nach der Düsseldorfer Tabelle. Was darüber hinaus geht, kann für den Unterhalt der Eltern heran gezogen werden, jedoch nicht mehr als 50 Prozent des nach Abzug regelmäßiger Verpflichtungen verbleibenden Einkommens (Az XII ZR 266/99). Zudem dürfen laut BGH fünf Prozent des Bruttoeinkommens für zusätzliche Altersversorgung angerechnet werden (Az. XII ZR 149/01).
Eine konkrete Aufstellung der Ausgaben, die das Einkommen drücken, spart daher unterm Strich viel Geld.

Mai 2005

Das Bundesverfassungsgericht hat am 7. Juni entschieden, daß der sogenannte Elternunterhalt nur nachrangiges Gewicht hat. Die Versorgung der eigenen Kinder sowie die eigene Altersvorsorge gingen vor. Die Verfassungsbeschwerde der heute 66jährigen Tochter war somit erfolgreich.

Juni 2005

 

Designerbaby als Lebensretter

Designerbaby rettet krankem Bruder das Leben

Transplantation: Stammzellen retten Menschenleben

Die rechtliche Lage ist von Land zu Land unterschiedlich

Zwei Schweizer Eltern wußten: In Belgien ist erlaubt, was in ihrem Heimatland verboten ist. Sie zögerten nicht lange: Belgische Wissenschafter produzierten für sie ein Baby nach Maß – designed, um seinen Bruder zu heilen. Wie kam es dazu?

In der Schweiz wird vor sechs Jahren ein Junge mit einem schweren Erbschaden geboren. Chronische Granulomatose, ein Gendefekt, der das Immunsystem schwächt. Das Kind ist dauernd krank. Es darf nie draußen spielen, muß sich von allen Krankheitserregern fernhalten. Seine Lebenswerwartung beträgt höchstens 25 Jahre. Ohne Behandlung, schreibt die «NZZ am Sonntag», würde der Junge bald sterben.

Ihm kann nur eine Knochenmark- oder Nabelschnurtransplantation helfen. Dabei werden einem Spender gesunde Stammzellen entnommen und dann dem Kranken eingepflanzt. So kann dessen Körper wieder gesunde Abwehrzellen produzieren.

Die Transplantation kann aber nur dann erfolgen, wenn das genetische Material des Spenders und jenes des Empfängers übereinstimmen. Genau das ist das Problem des Kleinen. Seine Eltern können keinen geeigneten Spender finden. Also bestellen sie sich in einer Klinik in Belgien ein Baby nach Maß.

Die belgische Forscherin Hilde van de Velde entnimmt der Mutter zahllose Eizellen. Im Reagenzglas stellt sie daraus Embryos her. Dann durchlaufen die Embryos einen Prozeß, den man Präimplantations-Diagnostik nennt. Dabei untersuchen Forscher die Gene der Reagenzglas-Embryos. In unserem Fall prüfen sie, ob eines der Embryos als Zellenspender für den kleinen Buben taugt. Und tatsächlich: Die Forscherin wird fündig.

Sie setzt der Mutter die befruchtete Eizelle ein. Neun Monate später hat der kranke Junge ein Schwesterchen. Heute ist die Kleine vier Monate alt. Die Stammzellen aus ihrer Nabelschnur werden ihren Bruder heilen.

Experten verschiedener Länder sind sich nicht einig, ob diese Technik erlaubt werden soll. Man stelle Menschen her, die nur Ersatzteillager sind, argumentieren die Gegner.

Wäre diese Technik erlaubt, könnte jeder Leukämie-Patient verlangen, daß man ein Designerbaby ins Leben ruft, um ihn zu retten. Darum ist diese Technik in der Schweiz verboten.

Mai 2005

 

Betreuung bei Kinder-Krebs

Netzwerk für krebskranke Kinder

Hilfe und Austausch für betroffene Familien

Leipziger Initiative für kleine Tumorpatienten

Die Universitätsklinik Leipzig will zusammen mit betroffenen Eltern ein fachübergreifendes Netzwerk zur Betreuung krebskranker Kinder ins Leben rufen.

Vor allem eine bessere Zusammenarbeit von Psychologen, Physiotherapeuten und Rehabilitationseinrichtungen sei notwendig, um die Betreuung nach der intensivmedizinischen Behandlung zu optimieren, teilten Klinik und die Elternhilfe für krebskranke Kinder Leipzig mit.

Nach Auskunft der Eltergruppe gibt es einen solchen interdisziplinären Austausch in der Region bisher nicht. Das Gründungssymposium soll am 25. Juni in Leipzig stattfinden. Bundesweit erkranken jährlich 1800 Kinder an Krebs.

Mai 2005

 

Soja statt Milch

Milch ist gesund, aber nicht unersetzlich

Intensive Landwirtschaft: Nix für Tierfreunde

Sojamilch als Alternative – auch beim Discounter

Woher stammt die Milch, die wir bequem im Tetrapak mit nach Hause nehmen? Um Milch für die menschlichen Verbraucher zu produzieren, werden Kühe jedes Jahr künstlich geschwängert. In der Regel werden die Kälber ihren Müttern dann nur wenige Tage nach der Geburt entrissen, damit sie die Milch nicht ‘wegtrinken’. Die meisten dieser Kälber werden dann getötet und beispielsweise zu Kalbfleisch und Lab (ein Enzym aus dem Magen der Kälber, welches wiederum in der Käseproduktion verwendet wird) verarbeitet.
Die Milchkühe selbst werden ebenfalls getötet, sobald ihre Milchleistung nachlässt und sie somit für den landwirtschaftlichen Betrieb nicht mehr rentabel sind. Dies ist im Durchschnitt nach etwa fünf Jahren der Fall, so dass eine auf diese Art ausgebeutete Kuh ihre natürliche Lebensspanne von ca. 20 Jahren bei weitem nicht erreicht.

Wer diese Praxis nicht unterstützen, trotzdem aber nicht auf Milch verzichten möchte, dem steht Sojamilch als einfache Alternative zu Tiermilch zur Verfügung. Sojamilch, die hierzulande als ‘Sojadrink’ verkauft wird, erfreut sich in letzter Zeit großer Beliebtheit und ist inzwischen in jedem guten Supermarkt zu finden – auch beim Discounter Aldi. Selbst diverse Milchprodukte wie z.B. Pudding, Käse oder Joghurt sind mittlerweile in vielen Supermärkten oder Naturkostläden auf der Basis von Sojamilch erhältlich – ein Verzicht auf tierliche Milch bedeutet also keinen Verzicht auf die gewohnten Milchprodukte.

Auch aus gesundheitlicher Sicht ist jede Sorge unbegründet: Wie Tiermilch enthält Sojamilch wertvolle Proteine, die aus allen 8 essentiellen Aminosäuren bestehen und daher geeignet sind, den gesamten Proteinbedarf zu decken. Kalzium ist in vielen Gemüsen, wie beispielsweise Brokkoli, reichlich enthalten und häufig auch der Sojamilch zugesetzt.
Sojamilch bietet jedoch mehr als ‘nur’ eine ideale Alternative zu Kuhmilch: Soja enthält weiterhin wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe wie z.B. Isoflavone, die bei der Krebsprävention helfen, und Phytosterole, die bei der Senkung des Cholesterinspiegels nützlich sind. Schließlich hat auch die American Dietetic Association, die größte Vereinigung von Ernährungsexperten in den USA, an einer Ernährung ohne Milchprodukte nichts auszusetzen und stellt fest, dass Veganer (Menschen, die keinerlei Tierprodukte konsumieren) den Bedarf an allen Nährstoffen decken können.

Mai 2005

 

Internet-Guide für Kinder

Sicher im Netz

Internet-Initiative für Kinder

Internauten mit Tipps und Tricks

Ein neues Informationsportal soll Kindern und deren Angehörigen helfen, möglichen Gefahrenquellen im Dschungel des world wide web auszuweichen.

Unter der Adresse www.internauten.de klären drei Comic-Helden Kinder zwischen acht und 13 Jahren über mögliche Gefahren im weltweiten Datennetz auf. Ein wichtiger Schritt, denn 90 Prozent aller Kinder zwischen acht und 13 Jahren in Deutschland sind schon einmal im Internet gewesen. Und da tummeln sich bekanntlich nicht nur Unschuldslämmer.

Der Marktforschung Nielsen Netratings zufolge sind im März 2005 fast zwei Millionen Kinder in der oben genannten Altersgruppe im Netz aktiv gewesen. Meist gingen sie jedoch deutlich unbekümmerter mit dem neuen Medium um als Erwachsene. Das „Internauten“-Portal soll sie deshalb mit Spaß und Unterhaltung über mögliche Gefahren aufklären und ihre Medienkompetenz stärken.

Die „Internauten“ Rio, Nina und Ben gehen in ihren Comic- Abenteuern wie „Die falsche Paula“, „Eiskalte Trojaner“ oder „Gligli gegen die Dialer-Mafia“ auf unterhaltsame Weise auf Gangsterjagd und wollen Kinder für lauernde Gefahren im Netz sensibilisieren. Ein interaktiver Chat sowie Film-, Buch- und Surftipps runden das Angebot ab. Für Eltern und Lehrer steht eine eigene Seite in einem separaten Bereich mit Informationen und Material für spezielle Unterrichtseinheiten zur Verfügung.

Zum Start der Initiative „Deutschland sicher im Netz“ hatten sich im vergangenen Januar Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu einer Allianz zusammengeschlossen. Die Internauten sind das erste Ergebnis der Initiative, die unter der Schirmherrschaft von Bundeswirtschaftsminister Wolgang Clement steht. Das Portal wurde gemeinsam von MSN Deutschland, dem Deutschen Kinderhilfswerk und der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) eingerichtet.

30. Mai 2005

 

Bei Mama wohnen

Männer bleiben gerne bei Mama

Im Trend: mit 25 bei den Eltern wohnen

Zuhause ist’s am Schönsten – und Billigsten

Das „Hotel Mama“ erfreut sich immer größerer Beliebtheit: Fast die Hälfte aller 24-jährigen Männer (47 Prozent) lebte im März 2004 noch im Haushalt der Eltern.
Frauen können sich deutlich früher von Mama trennen, berichtet das Apothekenmagazin „Baby&Familie“ unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Schon mit 22 Jahren waren 56 Prozent von ihnen ausgezogen. Unter den 30-Jährigen geht die Schere noch weiter auseinander: Nur noch fünf Prozent der Töchter lebten zuhause, aber noch 14 Prozent des Söhne.

Langfristig gesehen verlassen die Kinder das Elternhaus immer später. 1972 wohnten 20 Prozent der 25-jährigen ledigen Frauen und Männer bei den Eltern, 2004 waren es 29 Prozent.

 

Völkerverständigung

Ob Polen oder Frankreich: auf gute Nachbarschaft!

Jugendliche lernen Toleranz

Partnerschaften und Austauschprogramme

Das „Projekt P – misch dich ein“ ist eine Initiative, die vom Bundesjugendring, der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend getragen wird. Es will den Jugendlichen Lust am großen „P“ machen – an der Politik. Heute geht es um die Verständigung unter den Völkern.

Der Begriff „Völkerfreundschaft“ hat für viele einen eigenartigen Beigeschmack. In den ehemaligen Ostblockstaaten wurde die Völkerfreundschaft – besonders zur Sowjetunion – zwar gern beschworen, doch mit echten freundschaftlichen Beziehungen hatte das nicht viel zu tun.

Freundschaft zwischen Völkern ist ein seltenes Phänomen, sagte einmal Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt und scheint damit Recht zu haben. Viele beäugen ihre Nachbarn heute immer noch mißtrauisch. Daß die europäischen Staaten immer mehr miteinander kooperieren, ist ein neues Phänomen in der Geschichte.

Aber nur weil die Regierungen gut zusammenarbeiten, heißt das noch lange nicht, daß die Bürger dieser Länder freundschaftlich miteinander umgehen. 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs denken viele Deutsche, daß Holländer mit Wohnwagen in den Urlaub fahren, daß Iren rote Haare haben, und zu den Belgiern fällt ihnen nur ein, daß sie gute Schokolade machen.

Damit diese Klischees abgebaut werden, haben deutsche Kommunen 6150 Partnerschaften mit Städten und Gemeinden auf der ganzen Welt, davon allein über 5600 mit Kommunen in Europa. Häufig organisieren private oder kirchliche Vereine mit ausländischen Partnern Kulturveranstaltungen und Schüleraustausch, vermitteln Au-Pair-Mädchen oder Auslandsstipendien. Das wird gemacht, damit sich vor allem Jugendliche kennen lernen und Vorurteile abbauen können.

Obwohl Deutschland inzwischen mit fast allen Ländern auf der Welt zusammen arbeitet, gibt es einige besonders enge Freunde. Israel ist einer davon. Mit den USA geht es mal besser, mal schlechter. Die Beziehung zu Frankreich aber ist einzigartig. Seit die beiden Länder 1963 mit dem Elysée-Vertrag ihre Versöhnung besiegelt haben, ist die deutsch-französische Freundschaft ein fest stehender Begriff.

Beide Staaten sind eng miteinander verflochten. Sie sind für sich die wichtigsten Handelspartner und Investoren. Die Regierungschefs treffen sich alle paar Wochen, um sich abzustimmen. Nicht, daß sie sich immer einig sind. Im Gegenteil. Aber wenn Deutschland und Frankreich sich auf einen Kompromiß geeinigt haben, können meist auch die anderen EU-Staaten zustimmen.

Jährlich nehmen 150 000 Jugendliche beim Austausch des deutsch-französischen Jugendwerks teil, seit 1963 waren es knapp sechs Millionen. 5000 deutsche Schulen haben französische Partner. Sich bei einem dieser Austauschprogramme einzuklinken lohnt – nie wieder kommt man so günstig ins Ausland.

Verglichen damit ist die deutsch-polnische Freundschaft noch recht frisch. Am 14. November 1990 unterschrieben die Bundesrepublik Deutschland und die Republik Polen den deutsch-polnischen Grenzvertrag über gute Nachbarschaft. Die Grundlage ist solide: Beide Staaten haben oft ähnliche Interessen. Außer im Irak-Krieg, da war Polen dafür und Deutschland dagegen.

Um zu zeigen, daß sie trotzdem eng befreundet sind, haben beide Regierungen am 30. April das „deutsch-polnische Jahr“ eröffnet. Bei mehr als 1000 Veranstaltungen sollen sich Deutsche und Polen bis Mai 2006 besser kennen lernen. Damit das endlich was wird mit der „Völkerfreundschaft“.

 
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