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Achtlose Väter

Leben Väter ungesünder als Kinderlose?

Fast Food keine Seltenheit

Mehr Zufriedenheit, weniger Geld?

Sind Deutschlands Väter fett? Zumindest sind sie dem Fast Food weitaus zugeneigter als Singles und kinderlose Männer. Sie lassen sich häufiger durch ihre Kinder verführen, Süßigkeiten zu naschen, und sie legen auch im Alltag weniger Wert auf eine gesunde Ernährung. Das belegt das „Dossier Männergesundheit“, eine aktuelle Untersuchung des Internet-Männerlebensart- und Lifestyleportals www.epicure.tv. Basis ist eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa unter 1.000 deutschen Männern.

Ein Grund für die Fast-Food-Freude der Väter dürfte neben der mangelnden Zeit auch der zumeist höhere Preis für gesündere Lebensmittel sein. „Solche Produkte können sich junge Familien mit Nachwuchs oft nicht leisten“, sagt www.epicure.tv-Chef und Männergesundheitsexperte Sascha Rusch. Somit finden sich in deutschen Haushalten mit Kindern auch deutlich seltener fett- und zuckerreduzierte Nahrungsmittel als bei Singles oder körperbewussten kinderlosen Paaren.

Auch Stress im Beruf beeinträchtigt die Ernährung, wie die Studie von www.epicure.tv zeigt. So essen berufstätige Männer weniger Obst und Gemüse, dafür aber mehr Fleisch und sogar deutlich mehr Süßigkeiten.

Ein Trost für die deutschen Väter mag allerdings sein, dass gesundes Essen und Geld der Studie von www.epicure.tv zu Folge keineswegs allein glücklich machen: Väter schöpfen aus der Verantwortung für ihre Kinder und Familien Selbstvertrauen und sind deshalb im Durchschnitt deutlich zufriedener als Singles und kinderlose Männer – da darf man sich schon mal mit einem Schokoriegel oder Hamburger belohnen, ohne sich im Anschluss daran geistig geißeln zu müssen.
Befragt wurden in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut forsa 1.000 deutsche Männer im Alter zwischen 31 und 69 Jahren.
20. Mai 2005

 

Sehtests

Wie gut sieht Ihr Kind?

Augenärzte an Aufklärungskampagne beteiligt

Gute Sichtverhältnisse schaffen ...

Wer ein "Seepferdchen" gemacht hat, kann sich schon recht gut über Wasser halten. Ein "Sehpferdchen" trägt jetzt dazu bei, dass Kinder im Straßenverkehr nicht untergehen. Der Brillenglashersteller Essilor startet im Sommer eine Aufklärungskampagne für gutes Sehen, an der sich bundesweit Augenoptiker und Augenärzte beteiligen.

Ein "Sehpferdchen" wirbt für die Teilnahme an Eingangs-Sehtests für Kinder, die erstmals in diesem Sommer bundesweit von Augenoptikern kostenlos durchgeführt werden. Sie prüfen dabei bei Kindern bis 10 Jahren insbesondere überproportionale Weitsichtigkeit, Farbsinn und die Qualität des Binokularsehens. Durch eine genaue Untersuchung beim Augenarzt können weitere Fehlsichtigkeiten erkannt werden. Mit einem Kinderverkehrsquiz kommt auch der Spaß bei der Aktion nicht zu kurz.

Kinder, die eine Brille benötigen, brauchen sich heute nicht zu verstecken. Nicht erst seit Harry Potter sind Kinderbrillen salonfähig geworden. Moderne Kunststoffe wie Polycarbonat machen die Brillengläser leicht und äußerst robust. Eltern sollten auf jeden Fall auf UV-Schutz achten. Er ist für Kinder, die viel draußen sind, ein Muss.
20. Mai 2005

 

Ratgeber

Heuschnupfen und Asthma

Tipps für Pollenallergiker

Vorsicht im Haushalt und beim Spaziergang

Ausgerechnet, wenn sich der Frühling von seiner schönsten Seite zeigt, mit grünen Wiesen und blühenden Bäumen, beginnt für rund zwölf Millionen Frauen und Männer hierzulande eine Zeit des Leidens. Statt draußen die strahlende Sonne zu genießen, ziehen sie sich in ihre vier Wände zurück, weil ein Aufenthalt im Freien ihnen Probleme bereitet. Ja, die frische Luft: Sie ist in diesen Tagen voller Pollen und Blütenstaub und wird dadurch für Asthmapatienten, die an einer "allergischen Rhinitis", zu Deutsch Heuschnupfen leiden, zu einer erheblichen Belastung.

Für viele der Pollenallergiker sind die Probleme nicht allein auf die Nase beschränkt. Nach aktuellen Erkenntnissen der Medizin sind nämlich Heuschnupfen und Asthma eng miteinander verwandt. Wie Professor Dr. Claus Bachert von der Universität Gent bei einem Allergiekongress in Aachen berichtete, gilt Heuschnupfen heute als wichtiger Risikofaktor für ein späteres Asthma: Ca. 30 Prozent der Menschen, die Heuschnupfen haben, entwickeln auch Asthmasymptome. Umgekehrt leidet die Mehrzahl der Patienten mit allergischem Asthma auch an Symptomen einer Rhinitis.

Bei vielen Patienten kann der Heuschnupfen die Asthmasymptome noch verstärken. Sie sollten sich am besten schon vorher auf die Pollensaison vorbereiten, empfiehlt Professor Dr. Wolfgang Petro, Medizinischer Direktor der Klinik Bad Reichenhall, einer Fachklinik für Erkrankungen der Atmungsorgane, Allergien und Orthopädie. Hier die Empfehlungen des renommierten Experten:

1. Warten Sie nicht solange, bis sich die ersten Niesattacken einstellen, sondern gehen Sie schon vorher zum Arzt und lassen Sie sich über eine geeignete Behandlung beraten. Für Patienten, die an Asthma und Heuschnupfen leiden, gibt es mehrere Behandlungsmöglichkeiten. Mit dem Wirkstoff Montelukast (Handelsname: Singulair) können nun bei Asthmapatienten über 15 Jahren gleichzeitig auch die Symptome einer saisonalen allergischen Rhinitis behandelt werden. Denn sowohl für Asthma als auch für Heuschnupfen sind bestimmte Botenstoffe, die so genannten Leukotriene, an der zugrunde liegenden Entzündung maßgeblich beteiligt. Montelukast ist der erste und einzige Wirkstoff, der diese Botenstoffe blockieren kann.
2. Wenn Sie Pollenallergiker sind, verzichten Sie im Frühjahr möglichst auf Spaziergänge unter blühenden Bäumen, insbesondere Erle, Hasel oder Birke. Meiden Sie im Sommer Wiesen, Getreidefelder und Heu und betreten Sie im Spätsommer kein Ödland, weil dort oft Kräuter, Beifuß und Wegerich blühen.
3. Halten Sie den Rasen in Ihrem Garten kurz, damit er nicht zum Blühen kommt. Auch Ihre Nachbarn sollten Sie darum bitten.
4. Genießen Sie die Regentage! Spaziergänge, Ausflüge und Radtouren sollten Sie am besten nach einem Regenguss unternehmen, in den frühen Morgenstunden oder am Abend, nicht jedoch am Vormittag und auch nicht an sonnigen und windigen Tagen.
5. Benutzen Sie nur Staubsauger, die intakte Filter haben. Sonst könnten die von draußen eingeschleppten Pollen auch in der Wohnung aufgewirbelt werden.
6. Lassen Sie den Rasen von jemand mähen, der auf Pollen nicht allergisch reagiert.
7. Wechseln Sie staubige Kleidung und Schuhe nie im Schlafzimmer.
8. Halten Sie die Fenster nachts unbedingt geschlossen.
9. Denken Sie beim Lüften der Wohnung daran: In ländlichen Gegenden ist die Pollenbelastung in den frühen Morgenstunden am stärksten, in Großstädten dagegen in den Abendstunden.
10. Halten Sie in Ihrem Auto Fenster und Schiebedach geschlossen und schalten Sie beim Fahren das Lüftungsgebläse nur dann ein, wenn es unbedingt nötig ist. Spezielle Pollenfilter oder eine Klimaanlage sind eine sinnvolle Anschaffung.
11. Beachten Sie die örtlichen Pollenfluginformationen in den Zeitungen und im Rundfunk.
12. Berücksichtigen Sie bei Ihrer Urlaubsplanung den Pollenflugkalender und verbringen Sie ihre Ferien in pollenarmen Gegenden wie dem Hochgebirge oder an der See.
20. Mai 2005

 

Bundesweites Projekt

Verpflegung an Schulen

Mehr Bio an Ganztagsschulen

Bundesweite Standards als Ziel

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE), die Verbraucherzentralen und der Ökologische Großküchen Service (ÖGS) stellten am 4. Mai in Berlin erstmalig bundesweite Rahmenkriterien für die Schulverpflegung vor. Die Mittagsversorgung ist für viele zukünftige Ganztagsschulen zur Zeit eines der Top-Themen. "Schülerinnen und Schüler sollen eine Mittagsverpflegung erhalten, die dem aktuellen Stand der Ernährungswissenschaft entspricht und die Anforderungen an eine nachhaltige Verpflegung berücksichtigt. Die neuen Rahmenkriterien können hierbei eine sehr wertvolle Hilfestellung bieten", erläuterten die drei Autoren anlässlich des Symposiums für zeitgemäße Schulverpflegung.

Entwickelt wurden die Kriterien im Rahmen der Informationskampagne "10 % Bio - Das kann jeder". Sie dienen Schulen und Schulträgern, Caterern, aber auch Lehrern und Eltern sowie Multiplikatoren, wie z. B. Ernährungsberatern und Stadtschulämtern, als wichtige Entscheidungshilfe und Orientierung für das Verpflegungsangebot an Schulen.

Basierend auf dem aktuellen Stand der Ernährungsforschung und unter Berücksichtigung ökologischer Aspekte, beschreiben die Kriterien die wichtigsten Anforderungen an eine Mittagsversorgung in Schulen. Sie gelten für alle Schulformen, alle Altersgruppen und alle Verpflegungssysteme und sind einfach in die Praxis umzusetzen. Empfohlen wird u.a. mindestens zehn Prozent der Lebensmittel aus ökologischer Erzeugung zu verwenden, Obst und Gemüse bevorzugt als Frischware einzukaufen und die Speisen möglichst fettarm zuzubereiten.

Bis 2007 sollen rund 10.000 neue Ganztagsschulen entstehen. Schon seit längerem fordern deshalb renommierte Institutionen und Wissenschaftler bundesweite Standards für die Schulverpflegung, denn es besteht akuter Handlungsbedarf. Die Haushalts- und Familienwissenschaftlerin Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe begrüßte auf dem Symposium für "Zeitgemäße Schulverpflegung" deshalb auch die vorgestellten Rahmenkriterien. "Die Schule sollte ein Ort sein, an dem Kinder ein gesundes Essen erhalten und darüber hinaus auch lernen, wie man sich gesund ernährt. Die Rahmenkriterien leisten dazu einen wichtigen Beitrag und fördern nachhaltig die Esskultur der Kinder", so Meier-Gräwe. In Deutschland leidet bereits jeder dritte Jugendliche und jedes fünfte Kind an Übergewicht.

Die Rahmenkriterien sowie das Symposium für "Zeitgemäße Schulverpflegung" sind Teil der bundesweiten Infokampagne "10 % Bio - Das kann jeder" im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau, initiiert vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft. Die Kampagne informiert Schulen und Kindertagesstätten über eine kindgerechte, ökologisch sinnvolle und vor allem wirtschaftlich machbare Verpflegung.

Die Rahmenkriterien sowie weitere Informationen zu der Kampagne sind ab 05.05.2005 im Internet unter www.biokannjeder.de zu finden. Außerdem können die Kriterien als Broschüre über die Geschäftsstelle des Bundesprogramms Ökologischer Landbau unter der E-Mail Adresse geschaeftsstelle-oekolandbau@ble.de bezogen werden.

 

Schuluniformen

Schuluniformen: Die Meisten sind dagegen

Disziplin vs. Diskriminierung

Individualismus auch bei der Kleidung

Wie kommen unsere Schulen und Schüler aus der Krise? Jetzt fordern Politiker in Hamburg und Berlin die Einführung von Schuluniformen. Doch 60 Prozent der Bundesbürger sind dagegen, ergab eine repräsentative Umfrage der aktuellen TV-Zeitschrift "BILDWOCHE" (emnid, 1000 Befragte).

Vor allem junge Menschen bis 29 Jahre lehnen eine Schuluniform ab (67 Prozent); Männer (63 Prozent) sind stärker dagegen als Frauen (56 Prozent).

Aber: 39 Prozent der Befragten finden Schuluniformen gut, mehr als jeder dritte Schüler (37 Prozent) würde eine tragen.
20. Mai 2005

 

Schweden und Finnland

Vorbild Skandinavien

Familienpolitik ermöglicht hohe Frauenbeschäftigungsrate

Vollzeitarbeit bei Eltern keine Seltenheit

Was unterscheidet Industrieländer mit hohen Geburtenraten von anderen? Schwedinnen und Finninnen bekommen im europäischen Vergleich überdurchschnittlich viele Kinder (1,7), der EU-Schnitt beträgt nur 1,5.

In beiden Ländern geht die Politik davon aus, dass Eltern - auch kleiner Kinder - ganztägig arbeiten, die Frauenbeschäftigungsrate ist überdurschnittlich hoch. Laut World Economic Forum liegen die nordischen Länder bei der Gleichstellung ganz vorne. Väter werden aktiv ermuntert, Elternurlaub zu nehmen. Selbst in Spitzenpositionen ist eine Schwangerschaft nicht abwegig.

Es gibt weiter für alle Eltern Rechtsanspruch auf öffentliche Kinderbetreuung. Wobei die Gruppengrößen in Kindergärten - wie der Lokalaugenschein zeigt - kleiner sind als etwa in Österreich. Hier arbeiten mehr und zum Teil besser ausgebildete Betreuungspersonen, manche Einrichtungen sind rund um die Uhr geöffnet.

Schon für kleinste Kinder werden individuelle Entwicklungspläne erarbeitet. Das letzte Kindergartenjahr gilt als Vorschuljahr, die Schule beginnt ab dem 7. Lebensjahr. Im deutschen Magazin "Spiegel" wurde diese Rundum-Betreuung vor einigen Jahren als schwedischer "Kinder-Gulag" verunglimpft. Doch die Kritik ist verstummt - besonders seit den beiden letzten Pisa-Studien. Schweden und Finnland gelten in Sachen Gleichstellung, Kinderbetreuung und Bildung als vorbildlich.

Fest steht: 40 Prozent der einjährigen und 80 Prozent der zwei- bis dreijährigen kleinen Schweden werden in öffentlichen Einrichtungen betreut. Mutterschutz vor der Geburt gibt es hier keinen (außer krankheitsbedingt). Das Karenzgeld beträgt allerdings 80 Prozent des Letzteinkommens mit einer Obergrenze von derzeit 24.500 Kronen (2722 Euro) brutto. In Finnland werden 66 Prozent vom Gehalt bezahlt.

Schwedische Eltern haben das Recht auf 480 Tage bezahlte Karenz. Davon sind 60 Tage - nicht übertragbar - nur für den Vater reserviert. Dennoch nutzen die Männer nur 15,5 Prozent der ihnen zur Verfügung stehenden Elternzeit, die bis zum achten Lebensjahr des Kindes genutzt werden kann. Böse Zungen meinen sogar, dass die schwedischen Männer am liebsten im Sommer, bei Sportmeisterschaften und zu Zeiten der Elchjagd in Karenz gehen. Schwedische Väter bekommen von der "Elternversicherung" jedenfalls aufmunternde Briefe: "Sie haben noch x Karenztage offen", heißt es darin. Höher gebildete und besser verdienende Männer gehen übrigens häufiger in Karenz. Zusätzlich gibt es bei der Geburt eines Kindes Anspruch auf zehn bezahlte Tage Vaterschaftsurlaub.

In Finnland machen gar nur zwei Prozent der Väter vom Karenzurlaub Gebrauch. Die Männer zu mehr Familienarbeit zu bewegen, ist daher Ziel beider Länder. In Schweden überlegt man zur Zeit sanften Zwang mit Hilfe einer Drittelung der Karenzzeiten nach isländischem Vorbild: jeweils ein Drittel für Vater und Mutter, nur das restliche Drittel ist frei wählbar. Erwogen wird auch ein "Recht auf Vollzeitarbeit" für Eltern.

Eine mögliche Ursache für die erfolgreiche Gleichstellungspolitik in Schweden: Während der Arbeitskräftemangel in den Sechziger und Siebziger Jahren in Österreich und Deutschland mit Hilfe von Gastarbeitern behoben wurde, setzten die Skandinavier auf die brachliegende weibliche Arbeitskraft. Dafür stellten die Kommunen umfassende Kinderbetreuungsangebote zur Verfügung, und die Firmen akzeptieren bis heute offenbar ohne große Widerstände großzügige Karenzregelungen. Doch der schwedische Sozialstaat hat auch Schattenseiten: Auf dem "Tax Misery Index 2005" des US-Magazins "Forbes" liegt Schweden in der Spitzengruppe der Hochsteuerländer, Familien können sich Dienstleistung für den Haushalt kaum leisten, die Lebenshaltungskosten sind exorbitant, die Zahl der Krankenstandstage von Arbeitnehmer(inn)en auffallend hoch.

Die Skandinavier wollen ihren "Pro-Geburten"-Weg um jeden Preis weitergehen: In Finnland überlegt man derzeit zum Beispiel, wie das Alter der Erstgebärenden gesenkt werden kann. Potenziellen Eltern soll die Erfüllung des Kinderwunsches schon während der Ausbildung schmackhaft gemacht werden.

In Schweden wiederum gibt es eine Art "Geschwindigkeitsprämie" für Eltern, damit das zweite Kind nicht (womöglich für immer) aufgeschoben wird: Wer innerhalb von 21 Monaten noch einmal Nachwuchs bekommt, erhält ein Elterngeld, das sich am Gehalt vor dem ersten Kind bemisst. Und auf eines legt man in der schwedischen Regierung besonders Wert: Es wird nie nur von der Mutter, sondern immer geschlechtsneutral von "Eltern" gesprochen.

Mai 2005

 

Frauenhandel

Moderne Sklaverei statt Aupair-Stelle

Osteuropäische Frauen als „Ware“

Opfer von Betrug und falschen Versprechen

Laut UNO ist Menschenhandel zusammen mit Schlepperei weltweit bereits die drittwichtigste Einkommensquelle der organisierten Kriminalität. Betroffen sind - was Österreich betrifft - zu 99 Prozent Frauen, die vorwiegend zum Zweck der sexuellen Ausbeutung aus Osteuropa in den Westen gelockt werden. Der Wolf kommt oft im Schafspelz daher: Statt der den Betroffenen in ihren Heimatländern in Aussicht gestellten Beschäftigungsmöglichkeiten als Kellnerin oder Au-pair-Mädchen droht ihnen Prostitution in einem Kellerloch. Die Freier kommen im Halbstundentakt, persönliche Dokumente werden von den Menschenhändlern unter Verschluss gehalten.

Vom Schandlohn sehen die Frauen wenig oder nichts, da damit die angeblichen Schulden abzahlt werden müssen. "Da werden den Opfern zum Beispiel 2000 Euro an Visumkosten oder 5000 Euro für den Transport in Rechnung gestellt, dazu noch Aufwendungen für die Unterkunft", sagt ein Kriminalist. Da können bis zu 20.000 Euro zusammen. "Die Frauen werden in Schuldknechtschaft gehalten."

Missstände dieser Art zeigen: Wer vom Ausland aus einen seriösen Arbeitgeber sucht, muss auf der Hut sein. Für zukünftige Aupairs empfiehlt es sich daher, eine gute Agentur auszuwählen, anstatt ich auf fadenscheinige Verpsrechen zu verlassen.

Mai 2005

 

Unfallversicherungen

Freizeitspaß ohne Risiko

Unfallpolicen: Tipps für Interessierte

Die meisten Unfälle passieren im eigenen Haus

Risiko Haushalt: Die meisten Unfälle passieren in den eigenen vier Wänden - in der Freizeit. Doch auch wer die extrem sportlich verbringt, muss nicht auf Versicherungsschutz verzichten, denn die meisten Unfallpolicen decken selbst Fallschirmfliegen oder Freeclimbing ab. Ausgenommen sind nur Motorrennen oder der Flugsport, für den man hierzulande einen Schein braucht.

Natürlich ist eine Unfallversicherung nicht so lebenswichtig wie etwa eine Versicherung für die private Haftpflicht oder eine Krankenversicherung. Dennoch ist sie keine Nebensache, denn die gesetzlichen Krankenkassen decken nur die Schäden von Unfällen ab, die während der Arbeit passieren.

Doch egal wie gefährlich das Hobby ist - über die Beitragshöhe entscheidet der Beruf. Männer mit körperlicher Tätigkeit zahlen zum Beispiel mehr als eine Büroangestellte. Und, genau genommen, müsste die Unfallversicherung eigentlich "Invaliditätsversicherung" heißen, denn abgesichert werden bleibende Schäden nach dem Unfall.

Je nach Grad der Behinderung zahlt der Versicherer dann nach festen Tabellen - den so genannten Gliedertaxen - einen Anteil der Versicherungssumme. Hier ist nach Ansicht der Expertin vor allem darauf zu achten, dass fast alle Extras, die in den Versicherungspaketen angeboten werden, die Policen verteuern - oft unnötig. Einen Todesfallschutz sollte dagegen jeder abschließen.

Denn im Schadensfall gilt: Solange eine Invalidität nicht endgültig festgestellt wurde, zahlen die Versicherungen einen Vorschuss in Höhe der Todesfallsumme - allerdings nur, wenn eine solche auch vereinbart wurde. 500 Angebote hat FINANZtest im aktuellen Heft verglichen - und empfiehlt allein solche mit Progressionstarif - das heißt, je nach Grad der Invalidität gibt es hier ein Vielfaches der Versicherungssumme.

Die sollte zur sinnvollen Absicherung mindestens 100.000 Euro betragen und pro Jahr nicht mehr als 250 Euro für Männer, 150 für Frauen und 100 Euro pro Kind kosten. Und ebenfalls sehr wichtig: die Police muss weltweiten Schutz rund um die Uhr bieten. Der dringende Rat der Tester: Falls eine bestehende Unfallversicherung diese Bedingungen nicht erfüllt, wäre es Zeit für einen Wechsel.
Mai 2005

 

Reiseversicherung

Auf Reisen: wer zahlt, wenn etwas passiert?

Kein Reibach bei Reiseversicherungen

Policen für den Urlaub und mehr

Wer im Reisebüro keinen privaten Auslandskrankenschutz bucht, erlebt im Urlaub vielleicht eine böse Überraschung. Denn die gesetzlichen Krankenkassen mit ihrem "Auslandskrankenschein" decken kaum noch die anfallenden Kosten ab, wenn der Urlauber in den schönsten Wochen des Jahres krank wird. Außerhalb Europas müssen gesetzlich Versicherte fast immer alle Kosten selbst zahlen.

Dabei ist privater Schutz alles andere als teuer: Policen für den obligatorischen Drei-Wochen-Sommerurlaub gibt es schon ab rund acht Euro: Dafür übernehmen die privaten Kassen in den meisten Fällen alle Kosten für ambulante und stationäre Behandlung, zahlen Medikamente und übernehmen sogar den Rücktransport, wenn er medizinisch notwendig ist.

Wichtig ist auch eine Reiserücktrittskosten-Versicherung - vor allem für Familien. Denn diese Versicherung kommt für alle Stornogebühren und sonstige anfallende Kosten auf, wenn der Urlaub wegen Krankheit - auch eines Kindes - nicht angetreten werden kann. Allerdings reicht eine kleine Erkältung in der Regel nicht aus, um den Urlaub auf Kosten des Versicherers kurzerhand zu stornieren. Normalerweise verlangen die Gesellschaften ein ärztliches Attest, das die Reiseunfähigkeit bestätigt.

Daneben werden aber auch einige andere persönliche Gründe anerkannt - so zum Beispiel der Tod naher Angehöriger, der plötzliche Verlust des Arbeitsplatzes oder ein schwerer Brand oder Einbruch in der eigenen Wohnung oder im Haus. Ganz billig sind die Policen allerdings nicht, bei einem Reisepreis von 3.000 Euro sind in der Regel zwischen 50 und 80 Euro Prämie fällig. Urlauber sollten darauf achten, ob nicht vielleicht die eigene Kreditkarte gleichzeitig eine Reiserücktritts-Versicherung beinhaltet wie zum Beispiel die VISA-Karte der Lufthansa.

Wer am Urlaubsort mit dem Mietwagen unterwegs ist, sollte vor allem bei Reisen ins südeuropäische Ausland noch einmal den Vertrag checken. Denn in der Regel sind Mietfahrzeuge zwar mit einer Haftpflichtversicherung ausgestattet, die vereinbarten Deckungssummen für Personen- und Sachschäden aber viel zu gering. So liegen die gesetzlichen Mindestdeckungssummen pro Person beispielsweise in der Türkei nur bei knapp 10.000 Euro.

Verursacht ein Reisender mit dem gemieteten Fahrzeug einen Unfall, womöglich noch mit schweren Personenschäden, so kann der Schaden ihn finanziell schwer belasten. In der Regel beinhaltet der Schutz der Kfz-Versicherung in Deutschland die so genannte Mallorca-Police: Damit wird der Versicherungsschutz für den Mietwagen an die in Deutschland üblichen Haftungssummen angepasst. Teure Zusatzversicherungen am Urlaubsort sind dann unnötig.

Fast immer überflüssig sind Reisegepäckversicherungen, die gerne von den Reisebüros mitverkauft werden. Pro 1.000 Euro Reisegepäckwert werden Prämien zwischen 20 und 40 Euro fällig. Richtig gut versichert ist damit jedoch niemand, denn den Reisenden darf keine Mitschuld am Verlust des Gepäcks treffen. In der Realität heißt das: Meistens schieben die Gesellschaften den Versicherten eine Mitschuld in die Schuhe und zahlen nichts oder nur einen Teil des Schadens. Dazu kommt, dass in vielen Fällen ohnehin die eigene Hausratversicherung den Schaden zumindest zum Teil übernehmen muss - und das ganz ohne zusätzliche Prämie.

 

Vermißte Kinder

Vermisste Kinder: Aktion soll bei der Suche helfen

Suchprofile geben Angehörigen Hoffnung

Betroffene Angehörige brauchen Hilfe – Augen auf!

Auf dem Weg zum Ausgang aus einem Wal-Mart Supercenter stoppt eine junge Mutter mit ihrer siebenjährigen Tochter an der Hand plötzlich. Zwei Augenpaare sind gefangen von einem Schaukasten mit Suchprofilen von vermissten Kindern. Die Überschrift "Es werden Kinder vermisst. Bitte helfen Sie suchen!" lässt die junge Frau innehalten. Denn das ein oder andere Gesicht auf den Suchprofilen ähnelt ein bisschen dem ihrer Tochter. Der Mutter gehen wieder die Bilder aus dem Fernsehen durch den Kopf, wie die kleine Levke im Herbst letzten Jahres nach monatelanger Suche schließlich tot aufgefunden wurde.
Erfahrungen dieser Art verleiten viele Menschen zum Handeln: Sie helfen suchen!

Denn genau das tun weltweit jede Woche rund 100 Millionen Kunden und Mitarbeiter von Wal-Mart. In Deutschland unterstützen mit ihren suchenden Blicken wöchentlich allein rund 2,5 Millionen Kunden und Mitarbeiter, um dabei zu helfen, vermisste Kinder wieder zu finden. In den USA ist die Erfolgsquote überragend: seit 1996 wurden 5936 Kinder gesucht, 4504 Kinder davon wurden wieder gefunden, davon 111 direkt über den Wal-Mart "Vermisste-Kinder-Suchkasten".

Wal-Mart hilft suchen in Kooperation mit der Elterninitiative Vermisste Kinder e.V. und dem Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern Weißer Ring e.V. Anlässlich des Internationalen Tages der vermissten Kinder am 25. Mai 2005 setzte Wal-Mart in Gedenken an die vermissten Kinder ein Zeichen der Hoffnung und ließ gemeinsam mit den Kooperationspartnern 30.000 Luftballons mit Suchprofilen von vermissten Kindern in Deutschlands größten Städten steigen.

"Die Tatsache, dass immer wieder Kinder, die in Deutschland verschwinden, Opfer eines Gewaltverbrechens werden, ist für uns ein alarmierendes Zeichen, dass wir im Bereich Prävention besser werden müssen", erläutert Monika Bruhns, Vorsitzende der Elterninitiative Vermisste Kinder e.V. "Täter suchen Opfer und keine Gegner. „Potentielle Täter wollen wir warnen: sie sollen sehen, dass sie überall mit ihrer Tat konfrontiert werden können," so Monika Bruhns weiter.

Jeder muss einmal einkaufen gehen - so auch die 17-jährige Vanessa. Sie war ein Vierteljahr nicht mehr zu Hause, als sie ihr Suchprofil in dem Suchkasten im Wal-Mart Supercenter Wetzlar sah. Die Eltern sahen das Projekt als große Chance, um Vanessa wieder zu finden und ihr Bangen und ihre Hoffnung öffentlich zu machen. Vanessa rief die auf dem Schaukasten angegebene Hotline-Nummer für vermisste Kinder bei der Elterninitiative an. Das Team von Monika Bruhns half bei der Familienzusammenführung und so erhielten Vanessa und ihre Familie eine zweite Chance.

Durch das internationale Wal-Mart Netzwerk können Kinder bei Verschleppung/Entführung sogar im Ausland, beispielsweise in den USA oder Mexiko gesucht werden.

Jahr für Jahr werden in Deutschland rund 35.000 bis 50.000 Kinder und Jugendliche als vermisst gemeldet. Manche laufen nur kurz weg, stürzen sich in ein Abenteuer oder vertrödeln einfach irgendwo die Zeit. Knapp 2.500 Kinder sind durch so genannten Kindesentzug verschwunden, das heißt, ein Elternteil verfügt gegen den Willen eines Kindes über dessen Aufenthaltsort. Dauerhaft verschwunden bleiben in Deutschland etwa 1.200 Kinder und Jugendliche. Besonders die Ungewissheit macht die Situation für die Betroffenen unerträglich.

Mai 2005

 
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