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ADHS-Therapien

Therapien gegen Hyperaktivität

Alternativen zu Ritalin

Nebenwirkungen vermeiden

ADHS ist die häufigste Störung der Psyche im Kindes- und Jugendalter. Je nach Studie leiden in Deutschland zwischen fünf und zehn Prozent der Sechs- bis 18jährigen an dem Syndrom - Tendenz steigend. Rund 470 000 von ihnen schlucken Ritalin. Dessen Wirkstoff Methylphenidat kann die Kinder zwar für einige Stunden ruhigstellen. Doch die Spätfolgen sind ungewiß, Skeptiker warnen vor der Pille.

Als Alternative werden homöopathische Substanzen getestet. Sulfur, Sepia, Capsicum oder Chamomilla heißen die Mittel, die manchen Zappelphilippen über mehrere Monate gegeben wurden. Die Ergebnisse einer aktuellen Studie, die von der Universität Bern unterstützt wurde, wurden am vergangenen Wochenende in Berlin vorgestellt.

62 zufällig ausgewählte Kinder nahmen an der Untersuchung teil und bekamen entweder die homöopathischen Mittel oder ein Placebo. Nach durchschnittlich fünf Monaten waren die Kinder der ersten Gruppe aufmerksamer, weniger impulsiv und konnten sich besser in Schule und Familie eingliedern als die Kinder der Placebo-Gruppe. Diese Ergebnisse verblüffen: Denn während bisherige Homöopathie-Studien häufig wissenschaftlichen Kriterien nicht standhalten, könnte diese Untersuchung auch Schulmediziner überzeugen.

Der bisher am meisten angewendete Wirkstoff mit den Handelsnamen Ritalin, Medikinet und Concerta greift in das Nervensystem ein, genauer in den Stoffwechsel des Botenstoffes Dopamin. Dieser wird nach Gabe des Medikamentes weniger abgebaut und hemmt so Regionen des Gehirns, die das Verhalten steuern. Das Problem dabei: Schon nach wenigen Stunden ist die Arznei verbraucht. Die Kinder müssen täglich also mehrere Pillen schlucken. Seit Anfang 2005 gibt es Methylphenidat deswegen in der sogenannten Retardform. Es ist länger wirksam und muß nur noch ein- oder zweimal pro Tag eingenommen werden.

Weil Ritalin aufputscht, wird es in den USA als Schlankheitspille und Droge gehandelt. Auch in Deutschland fällt die Arznei unter das Betäubungsmittelgesetz.

Seit März 2005 ist in Deutschland ein weiteres Medikament zugelassen. Strattera beinhaltet den Wirkstoff Atomoxetin. Die Pille ist im Gegensatz zu Methylphenidat kein Psychostimulans. Doch vor kurzem warnte die britische Arzneimittelbehörde, daß vereinzelt Leberschäden aufgetreten waren, nachdem Kinder Strattera genommen hatten.

Nur wenigen Eltern ist wohl bei dem Gedanken, daß ihr Kind dauerhaft Pillen schluckt. Weil sie aber ihre hyperaktiven Zappelphilippe allein nicht bändigen können, bitten immer mehr Eltern um ein bequemes Medikament. Dabei liegt die Ursache für die Störung nicht nur in der Vererbung: Auch die Erziehung und das Umfeld des Kindes sind von Bedeutung.
Mai 2005

 

Heuschnupfen

Heuschnupfen-Alarm

Zunahme der Allergien

Umweltverschmutzung und andere Ursachen

Im Frühjahr beginnt für viele Allergiker eine qualvolle Zeit. Nicht nur die Zahl der Heuschnupfen-Geplagten ist in den letzten Jahrzehnten drastisch gestiegen. Neben Heuschnupfen, Nesselsucht, Neurodermitis und Asthma breiten sich auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten und durch Hautkontakt mit allergenen Stoffen ausgelöste Ekzeme weiter aus.

Bereits heute leiden 30 Prozent aller Europäer unter Allergie-Erkrankungen, ausgelöst durch die Unfähigkeit, eigentlich harmlose Stoffe auch als solche zu erkennen. Im Jahr 2010 dürften es 50 Prozent sein.

Bei der Ursachensuche richtete sich der Blick bereits in den 80er Jahren zunächst auf die Umweltbelastungen. Vielfältige Untersuchungen zeigten, dass es Zusammenhänge zumindest bei Langzeitbelastungen mit Ozon, Dieselruß, Stickoxiden und dem aktiven und passiven Rauchen gibt.
Später durchgeführte Studien führten aber auch zu zunächst paradox anmutenden Ursachemustern. Vergleichende Untersuchungen zwischen Ost- und Westdeutschen förderten zu Tage, dass die Allergie-Anfälligkeit in mit Schadstoffen reichlich belasteten Gegenden der ehemaligen DDR weitaus geringer war. Daraus entstand die andere Hypothese, die übermäßiger Hygiene Schuld an allergischen Reaktionen zuschreibt. So zeigten auch Studien bei Bauernkindern, dass etwa das Risiko für Heuschnupfen und Asthma nur halb so groß ist wie beim Rest der Bevölkerung.

Auch auf Seiten der Auslöser spielen offenbar Umweltfaktoren eine erhebliche Rolle. Es gibt Hinweise darauf, dass Pollen durch Schädigungen des Ökosystems aggressiver geworden sind. Zudem hat anscheinend der Klimawandel zu zunehmender Blütenstaubentwicklung geführt.

 

Leukämie

Schützen Kinderkrankheiten vor Leukämie?

Die ersten Lebensmonate können entscheidend sein

Das Immunsystem muss gefestigt werden

Leukämie tritt häufig bei Kleinkindern auf. Die Heilungschancen sind relativ gut – doch wie kann man der Erkrankung vorbeugen?
Viele Mediziner gehen davon aus, daß Chemikalien in der Umwelt, natürliche Erdstrahlung wie Radon oder das Wohnen in der Nähe von Hochspannungsmasten bei der Entstehung der Krankheit eine Rolle spielen könnten.

Nun gibt es einen neuen Erklärungsansatz: Einer britischen Studie zufolge können gewöhnliche Infektionen, die im ersten Lebensjahr von Heranwachsenden durchgemacht werden, das Immunsystem stärken. Dadurch wird anscheinend das Risiko, an einer Leukämie zu erkranken, reduziert.

Die Vermutung, daß ansteckende Erkrankungen mit der kindlichen Leukämiegenese zusammenhängen, wurde erstmals Anfang des letzten Jahrhunderts formuliert. Bereits in den Zwanzigern vermuteten Wissenschaftler eine Verbindung zwischen Leukämie und einer Infektion mit dem Masernvirus.

Die ersten Lebensjahre sind besonders prägend für das kindliche Immunsystem. Kinder, die in den ersten Lebensmonaten zweimal wöchentlich in einer Kindertagesstätte untergebracht werden, erkranken angeblich halb so häufig an Leukämie wie Kinder, die in diesem Zeitraum ohne Umgang mit Gleichaltrigen bleiben.

Die Unterbringung in einem Kinderhort, wie früher in der DDR üblich, kann somit von Vorteil sein.
6.5.2005

 

Diabetes

Großmutters Ernährung, Enkelkinds Zuckerkrankheit

Diabetes: Spätfolgen in der dritten Generation

Nicht nur die Schwangerschaft der Mutter zählt

Kinder, deren Großmüttern während der Schwangerschaft und dem Stillen nur eine schlechte Ernährung möglich war, könnten ein erhöhtes Diabetesrisiko haben. Eine amerikanische Studie brachte zutage, dass eine Insulinresistenz, die ihrerseits zu Diabetes führen kann, über zwei Generationen vorprogrammiert werden kann. Die Enkel von Ratten, denen während der Trächtigkeit eine entsprechende Ernährung verweigert wurde, wiesen ein höheres Risiko von Fettsucht und Insulinresistenz auf.

Frühere Studien legten nahe, dass die Ernährung der Mutter im fraglichen Zeitraum für das Diabetesrisiko eine Rolle spielte. Die Autoren der aktuellen Studie meinen jedoch den Nachweis erbracht zu haben, dass dieser Effekt auch generationsübergreifend wirksam werden kann.
Es zeigte sich, dass Enkelinnen von den negativen Auswirkungen stärker betroffen waren. Bei männlichen Kindern schien die Ernährung der Mütter während der Stillperiode entscheidend zu sein.

 

Zufriedene Kinder

Der Nachwuchs ist gut drauf

Zwischen Aufräumen und Hausarbeiten: Was deutsche Kinder empfinden

Wie fühlen sich Kinder?

Die Kinder in Deutschland sind zufriedener und optimistischer als manch einer denkt. In den meisten Familien sei man guter Dinge, ergab eine repräsentative Studie des Deutschen Jugendinstituts unter dem Titel "Kinder geben Auskunft", die Anfang Mai in München vorgestellt wurde. "Fast alle Acht- bis Neunjährigen finden sich selbst okay und sind meist gut gelaunt", resümierten die Forscher. Auch die befragten Eltern beschrieben ihre Kinder ähnlich positiv.

Drei Viertel der Kinder lebten mit beiden leiblichen Eltern, nur jedes fünfte Kind habe weder Bruder noch Schwester, mit denen es spielen, streiten und sich wieder vertragen kann. Nur zwei Prozent beurteilten das Klima in der Familie negativ.

Auch Auseinandersetzungen und Streit gehören dazu, und mit manchem Thema schlagen sich Eltern und Kinder schon seit Generationen herum: "Das Streitthema Nummer eins: das Aufräumen des Kinderzimmers." Auch bei den Lieblingsbeschäftigungen hat sich seit der Einführung des Fernsehers wenig geändert. Fernsehen ist nach wie vor der Renner.

Die Forscher waren mit den Fragebögen wochenlang unterwegs, um Kinder und Eltern zu befragen. Die Ergebnisse strafen diejenigen Lügen, die den Alltag von Familien mit Kindern von schlechten Lebensumständen und Kummer geprägt sehen.

Sehr positiv mit Note 1,5 bewerteten die Kinder überraschend die Schule. Nur 13 Prozent gehen ungern zur Schule, fünf Prozent fühlen sich in der Klasse nicht wohl. Fast alle schätzen ihre eigenen Leistungen positiv ein. Die Eltern sind hier zwar kritischer, jedoch sind fast alle mit ihrem Nachwuchs zufrieden.
Ausländer sind insgesamt öfter sozial benachteiligt. Jedes fünfte Kind lebt heute in einer Familie, in der mindestens ein Elternteil zugewandert ist.

Die Studie will vor allem die psychosoziale Entwicklung der Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren erfassen, die bisher nur aus Sicht der Eltern bekannt sei.

 

Schulkantine

Mütter und Ernährung

Was Kinder in der Schule essen

Ausgewogenheit erwünscht

Jamie Olivier revolutioniert die englischen Schulküchen. Mehr frisches Obst und Gemüse sollen sie futtern. Die Kinder motzen und bleiben erstemal großenteils weg.

Mütter hierzulande wünschen sich eine ausgewogene Ernährung für ihre Kinder. Dies zeigt eine Studie der CMA. Nach Meinung der Mütter sollten häufig Hauptgerichte mit Salat sowie Obst und Rohkost auf dem Speiseplan stehen. Aber auch Mahlzeiten mit Nudeln, Fisch, Kartoffeln oder Fleisch stehen in der Gunst der Mütter. Dies bestätigt, dass ihnen ebenso wie im häuslichen Alltag eine vielfältige und ausgewogene Ernährung in der Schule am Herzen liegt.
87 Prozent der Mütter haben es am liebsten, wenn das Schulessen aus frischen Lebensmitteln zubereitet wird. Allerdings wird dies nur in 46 Prozent der Schulen umgesetzt. Ebenfalls in 46 Prozent der Fälle wird das Essen fertig angeliefert und bis zur Ausgabe warm gehalten. Auf tiefgekühlte gelieferte und vor Ort aufbereitete Menüs setzen dagegen lediglich 14 Prozent der Schulen. Über alle Zubereitungsarten hinweg schätzen 80 Prozent der Mütter dennoch die Qualität der Verpflegung als insgesamt gut oder sehr gut ein.

Derzeit bietet die Mittagsverpflegung eher klassische Gerichte an. Am häufigsten stehen Hauptgerichte mit Fleisch, süße Nachspeisen, Hauptgerichte mit Salat, Obst und Rohkost sowie Hauptgerichte mit Nudeln und Kartoffeln auf dem Speiseplan. Eher selten finden sich darauf dagegen Gerichte wie Pizza, Fastfood und Hamburger, die bei Jugendlichen beliebt sind. Auch internationale Gerichte werden kaum angeboten.

Ein Mittagessen in der Ganztagsschule sollte Schüler mit allen wichtigen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen versorgen. Gleichzeitig zeigt das gemeinsame Essen die soziale Bedeutung einer Mahlzeit. Die Schüler lernen den Stellenwert der Mahlzeiten im Tagesablauf schätzen. Das gemeinsame Essen bringt ihnen eine bewusste Ernährungsweise nahe. Darüber hinaus macht eine ausgewogene Ernährung die Schüler fit für den Nachmittagsunterricht. Hierin liegen die Chancen der Schulverpflegung, die aufgrund der politischen Entwicklung in der Schul- und Familienpolitik in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen wird. Gesetzliche Vorschriften für die Qualität von Schulessen bestehen bisher nicht, umso wichtiger ist das Engagement von Lehrern, Eltern und Schulträgern für ein ausgewogenes, schmackhaftes und bezahlbares Schulessen.

Die Empfehlungen für eine ausgewogene und sinnvolle Ernährung sind einfach:

  • Reichlich Obst und Gemüse – sie sind Lieferanten für Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe. Besonders für Allergiker sind Bioprodukte ratsam.

  • Viel Getreideprodukte – dies sind neben Brot und Nudeln auch Müsli und Haferflocken. Sie sind gute Quellen für Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe sowie pflanzliches Eiweiß.

  • Viel Kartoffeln – sie liefern, besonders in Kombination mit Ei, hochwertiges Eiweiß und komplexe Kohlenhydrate wie Stärke.

  • Täglich Milch und Milchprodukte – als hervorragende Quellen für hochwertiges Eiweiß und Calcium.

  • Bei Ölen und Fetten die pflanzlichen bevorzugen, ungesättigte Fettsäuren vorziehen.

     
  • Zahnpasta

    Zahnpflege bei Kindern

    Die Eltern sollten dem Nachwuchs zur Seite stehen

    Keine „leckere“ Zahnpasta verwenden

    Zahlreiche Untersuchungen belegen, daß Fluorid in erster Linie durch direkten Kontakt mit dem Zahnschmelz karieshemmend wirkt. Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde empfiehlt Kinder-Zahnpasta mit einem Fluoridanteil bis zu 500 ppm.

    Sobald die Zähne durchbrechen, sollten die Eltern beginnen, einmal täglich die Zähne ihrer Kinder zu putzen, und dazu fluoridhaltige Kinder-Zahnpasta verwenden. Sobald die Kinder zwei Jahre alt sind, sollte man dann zweimal täglich putzen – am besten morgens und abends. Ganz wichtig ist es, daß die Eltern eine aktive Rolle spielen, die Zähne der kleinen Kinder putzen und bis in das Schulalter hinein nachhelfen und nachputzen.

    Zwar hat sich der Zustand der Zähne bei Kleinkindern in den vergangenen Jahrzehnten verbessert, doch noch immer haben etwa 40 Prozent aller Schulanfänger Karies. Das ist häufig darauf zurückzuführen, daß Eltern ihre Kinder mit Zahnpasta und Zahnbürste zu schnell alleine lassen.

    Die Milchzähne sind keineswegs von untergeordneter Bedeutung. Sie sind sehr wichtig, um die Nahrung zu zerkleinern und natürlich auch, damit die Kinder richtig sprechen lernen. Und man braucht sie außerdem, damit sie die Plätze frei halten, auf denen die bleibenden Zähne nachrücken.

    Weil Kleinkinder noch einen Großteil der Zahnpasta verschlucken, sollte die Menge höchstens erbsengroß sein. Um keinen weiteren Anreiz zum Herunterschlucken zu geben, sollte man auf Zahnpasten mit Frucht- oder Bonbongeschmack verzichten.

     

    Kindergeld

    Einkünfte von Kindern und Kindergeld

    Bei Nebenjobs zählt der Nettoverdienst

    Grundsatzentscheidung des Bundesverfassungsgerichts

    Eltern und Elternteile mit volljährigen Kindern sollten auf die soeben bekannt gegebene Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts achten. Denn wer für seine volljährigen Kinder Kindergeld bezieht, hat meist rückwirkend gegenüber der Familienkasse den Nachweis darüber zu führen, daß die Einkünfte des eigenen Nachwuchses nicht zu hoch sind. Schüler, Studenten oder auch Auszubildende mit einem Einkommen über 7.680 Euro 2004/2005 müssen nicht nur damit rechnen, daß Kindergeld zu erstatten ist, sondern auch, daß viele steuerliche kinderbedingte Vergünstigungen vom Finanzamt gestrichen werden, so z.B. die Kinderzulage beim Eigenheim.

    Über ein Musterverfahren wurde nun ein Erfolg erreicht. Da laut Verfassungsgericht bei diesen Zuverdiensten der Kinder nur noch der Netto- und nicht der Bruttobetrag angerechnet werden darf, sind die Freibeträge faktisch deutlich höher, obwohl die Grenze nach wie vor bei 7680 Euro liegt. Im Streitfall war der Mutter eines Auszubildenden das Kindergeld entzogen worden, weil die Vergütung minimal über der damaligen steuerrelevanten Einkunftsgrenze gelegen hatte. Der Streit datiert aus dem Jahr 1998, in dem der Sohn die Freigrenze um lediglich 50 Mark überschritten hatte. Das Arbeitsamt zahlte kein Kindergeld mehr. Dagegen klagte die Mutter, sieben Jahre lang, bis zur höchsten Instanz. Deren Urteil: Das Amt hätte vom Einkommen die Sozialversicherungsbeiträge von gut 3000 Mark abziehen müssen.

    Der Prozeßbevollmächtigte der Mutter, Rechtsanwalt in Freiburg, lobte an der Entscheidung der Verfassungsrichter, dass diese vielen Eltern mit Kindern, die im Nebenjob mitverdienen, entgegen komme. In vergleichbaren Fällen sollten die Betroffenen sofort darauf achten, daß ablehnende Bescheide nicht bestandskräftig werden. Künftig gebe es die Chance, bei einem höheren Bruttoverdienst trotzdem Kindergeld zu erhalten. Jetzt sei der Gesetzgeber gefordert, eindeutige Vorgaben zu machen.
    Mai 2005

    Bundesverfassungsgericht, Beschluß v. 11. Januar 2005, veröffentlicht am 13. Mai 2005

     

    Kinder und Miete

    Spielende Kinder? Niedrigere Miete!

    Empörung über Frankfurter Urteil

    Sind spielende Kinder Störenfriede?

    Lärmende Kinder vor dem Haus sind ein Grund für Mietminderung. Wenn aber Schilder das Spielen verbieten, ist die volle Miete fällig. Das geht aus einem Urteil des Amtsgerichts Frankfurt hervor.

    Der Richter gab einem Mieter Recht und gestand ihm zu, die Miete um fünf Prozent zu reduzieren. Das gelte aber nur für den Zeitraum, in dem der Vermieter noch keine Verbotsschilder aufgestellt habe. Mit den Schildern habe er seine Sorgfaltspflicht erfüllt.

    CDU und Grüne kritisierten das Urteil. Wortgleich betonten beide Parteien in getrennten Mitteilungen, Kinderlärm sei Zukunftsmusik. Der CDU-Fraktionschef im hessischen Landtag bezeichnete es als „unglaublich, dass spielende Kinder als störender Lärm abqualifiziert werden“.

    Der Landesvorsitzende der Grünen nannte das Urteil „skandalös“. Es sei ein weiterer Schritt hin zu einer kinderfeindlichen Gesellschaft. Und das angesichts wachsender Probleme bei der Rentenfinanzierung, die durch fehlenden Nachwuchs verursacht würden.
    Mai 2005

     

    Dicke Möpse

    Übergewicht bei Kindern

    Schwere Erkrankungen durch Fettsucht

    Risikofaktor Adiposität

    Diabetes Typ 2, Bluthochdruck, Gelenkverschleiß, Fettleber oder Gallensteine sind nicht mehr typische Erwachsenen-Krankheiten. Immer mehr Kinder sind betroffen.

    Für sie bedeutet das oft lebenslanges Leiden, für das Gesundheitssystem riesige Kosten und für die Volkswirtschaft massive Schäden. Die Ursachen dieser Krankheiten sind Bewegungsmangel, falsche Ernährung oder Übergewicht.

    Experten zufolge sind derzeit etwa 15 bis 20 Prozent aller Kinder übergewichtig oder gar adipös und haben damit ein erhöhtes Risiko, an Alterskrankheiten zu erkranken.

    Kinder- und Jugendmediziner empfehlen für diese Kinder ein spezielles Screening. Bei dieser Methode werden Blutzucker, Cholesterin im Blut, Blutdruck und Gefäßveränderungen am Hals gemessen.

    Wenn die Folgen von Diabetes Typ 2 - Schädigungen der Netzhaut und der Niere oder Durchblutungsstörungen der Arme und Beine - entdeckt werden, ist es oft schon zu spät.
    Anders sieht es bei orthopädischen Erkrankungen wie Fehlstellungen der Kniegelenke oder Verschleißerscheinungen im Hüftgelenk aus. Sie sind meist Vorstufen von Arthrose und äußern sich in Gelenkschmerzen. Jedes Kind und jeder Jugendliche sollte in der Lage sein, fünf bis zehn Kilometer ohne Beschwerden zu gehen. Trifft dies nicht zu, ist Wachsamkeit geboten.

    Wenn ein dickes Kind gehäuft über Bauchschmerzen klagt, sollte eine Ultraschalluntersuchung vorgenommen werden, da es möglicherweise unter Gallensteinen leidet. Schwieriger zu erkennen sind die Symptome einer Fettleber, die zu einer Schrumpfleber (Leberzirrhose) führen kann. Also aufgepasst, wenn ein Kind besonders abgeschlagen und müde wirkt und wenig leistungsfähig ist.

    Sind die Krankheiten einmal erkannt, ist eine medikamentöse Behandlung meist unumgänglich. Diese muss begleitet werden von dem Versuch, die Ursachen der Krankheiten zu beheben. Hungerkuren oder gar Medikamente zur Gewichtssenkung sind jedoch tabu. Der wachsende Körper braucht eine Mindestmenge an Nährstoffen.

     
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