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Wohnen gegen HilfeAupair - nicht immer die geeignete Lösung
Details bei: Mitwohnen.org Weltfrauentag - Hilfe für Frauen weltweitGleichberechtigung in der BerufsweltKampf gegen die Unterdrückung durch AufklärungDer achte März bekam vor einiger Zeit den Namen "Weltfrauentag", an dem nun jedes Jahr auf die Gleichberechtigung aufmerksam gemacht wird. Nicht jede Frau in Deutschland wurde von diesem Tag berührt; manch eine wusste nicht einmal, dass er überhaupt existiert. Emanzipation ist in manchen deutschen Kreisen zwar weit verbreitet, aber da die Gleichberechtigung bei uns bereits ein hohes Maß erreicht hat, scheint sie vielen Frauen nicht mehr so dringend. Der Weltfrauentag reißt deutsche Frauen nicht mehr vom Hocker, weil sie die Gleichstellung praktisch mit der Muttermilch einsogen: Zwar war die Emanzipation in den letzten paar Jahrzehnten ein harter Kampf, aber dennoch haben Frauen in Deutschland es verhältnismäßig gut, da die Gleichberechtigung sogar im Grundgesetz festgelegt ist. Die Aktivistinnen von Femen erzielen zwar Aufmerksamkeit, reißen aber niemandem vom Hocker. Deutsche Frauen haben das Recht sich zu bilden, arbeiten zu gehen, abzutreiben, ihren eigenen Kopf durchzusetzen, zu wählen ... Sie müssen sich weder verschleiern noch gegen ihren Willen heiraten und auch nicht täglich körperliche wie seelische Gewalt ertragen. Dies sehen wir als etwas völlig Normales an, doch wenn wird den Blick über den Tellerrand heben, entdecken wir Länder, in denen allein die Idee "Gleichberechtigung" unbekannt scheint. Auch hier in Europa sind Frauen den Männern noch nicht völlig gleichgestellt, so z.B. bezüglich der Berufschancen, da Männer öfter Führungspositionen innehaben und mehr verdienen. Dass sich dies in naher Zukunft ändern wird, scheint europäischen Frauen selbstverständlich. Viele andere Frauen können das Ende ihrer Demütigung und Qual jedoch noch lange nicht absehen - diesen soll der Weltfrauentag helfen. In vielen Ländern werden erst dann Menschenrechte auftauchen, wenn sich auch die Frauenrechte durchsetzen. Um darauf aufmerksam zu machen, ist der Weltfrauentag äußerst sinnvoll.Beruf und Kinder
Au Pairs entlasten berufstätige ElternVorteile durch ein AupairNatürlich Der Begriff "au pair" stammt übrigens aus dem Französischen und bedeutet "auf Gegenseitigkeit". Eine junge Frau oder ein junger Mann zwischen 18 und 25 Jahren kommt auf Zeit in eine Familie. Für freie Kost und Unterkunft und ein Taschengeld passt das Au pair auf die Kinder auf und hilft bei der Hausarbeit. Das Au pair möchte seine Sprachkenntnisse verbessern und Land und Leute kennenlernen. Manche jungen Leute kommen mit einem wahren Hunger auf die neue Kultur hierher, andere wollen einfach weg von zu Hause. Wie man sich gut auf ein Au-Pair vorbereitet, was einen im Zusammenleben erwartet, das beschreibt Katja Schneidt vorzüglich in ihrem Buch Aupair-Ratgeber für Gastfamilien - Tipps, Erfahrungsberichte. Betreuung von SeniorenVersorgung von Oma und OpaAltenbetreuung - Pflegerinnen aus OsteuropaViele Familien haben ein Problem bei der Betreuung der Großeltern und versuchen das, teils über ein Au Pairs zu lösen. Natürlich wird niemand etwas einwenden, wenn das Aupair mal der Oma aus der Zeitung vorliest oder mit dem Opa spazierengeht, aber solche Tätigkeiten liegen schon eher in einer Grauzone, denn Au Pairs sind zur Kinderbetreuung und zur Erledigung leichter Hausarbeiten da, nicht zur Seniorenbetreuung. Nun haben findige Arbeitssuchende aus den neuen EU-Ländern wie Polen zum Beispiel, diesen Bedarf entdeckt. Die Betreuerinnen und Betreuer stammen fast ausnahmslos aus Osteuropa, meist aus Ungarn, Tschechien, Bulgarien oder Rumänien, sprechen passabel deutsch und machen sich hier nützlich. Sie pflegen alte Menschen rund um die Uhr, allerdings häufig ohne Arbeitsgenehmigung und damit illegal. Sozialpolitiker wollen diese Schwarzarbeit nun mit Drohungen einschränken. Die Branche ist diskret, aber effizient: Wer pflegebedürftige Angehörige weder ins Heim abschieben will, noch selbst Muße zur Betreuung findet, kann übers Internet finanziell tragbare Lösungen finden. Gezahlt werden zw. 600 und 1700 Euro. Deutsches Pflegepersonal käme natürlich ungleich teurer. Den Familien fehlt das Unrechtsbewusstsein bei dieser illegalen Beschäftigung zu Niedriglöhnen und ohne Zahlung von Steuern und Sozialabgaben. Schätzungen zufolge sollen sich mittlerweile bundesweit rund hundertzwanzigtausend illegale Pflegekräfte in Deutschland tummeln, die etwa 1,5 Milliarden Euro verdienten. Die illegale Beschäftigung von Billigkräften sei in allen Gesellschaftsschichten anzutreffen. Es müsse daher zu einer Legalisierung der offensichtlich umfangreich nachgefragten Beschäftigungsverhältnisse kommen, fordern Politiker. Ein Pauschbetrag zur Steuer- und Sozialversicherung lasse die Kosten für die Pflegebedürftigen nur gering steigen. Die so legalisierten Kräfte sollten einfache Aufgaben übernehmen dürfen; medizinische Dienstleistungen aber sollten den Pflegefachkräften vorbehalten bleiben. Es lassen sich so einen Menge Jobs zwischen Haushaltshilfe und Pflege vorstellen, was sicher viele interessieren würde. Anbieter von Pflegeleistungen warnen jedoch vor solchen Vermischungen. Sie erkennen keine Lücken im Angebot, sondern das sehen das Problem darin, dass die soziale Betreuung nicht unter die Pflegeversicherung falle.Angebote und Gesuche finden sich auch hier. Eine viel attraktivere Lösung ist dagegen Mitwohnen.org, wo es um diverse Hilfsdienste rund ums Haus geht, die Aupairs gar nicht verrichten dürfen. Neues Kindermädchen: der MannyImmer mehr Männer proben das KinderhütenMännliche Kindermädchen betreuen nicht nur KinderDiverse Stars wie Gwyneth Paltrow oder Britney Spears, die ihren einjährigen Kaben von einem 28-jährigen Ex-Soldaten hüten ließ, machen es vor: der Manny (Nanny+man) ist im Kommen, zumindest bei den Stars.Autos reparieren und die Muskeln spielen lassenWarum sollte die Kinderbetreuung im 21. Jahrhundert auch auf Frauen beschränkt sein? Das klassische Heimchen am Herd ist doch passé. Frauen erledigen selber den Reifenwechsel, wechseln die Glühbirnen ohne männliche Hilfe und sind immer häufigere Kunden im Baumarkt. Und Männer haben außer Fußballspielen mit dem Nachwuchs auch noch andere häusliche Qualitäten auf Lager: Kochen etwa. Auch die Kehrwoche oder Wischmops sind dem starken Geschlecht inzwischen ein Begriff. Warum sollten sie also keine Kinder hüten können? Leider ist Britneys´ Manny Perry Taylor, der dank seiner Muskeln auch gleich noch als Leibwächter fungiert, bislang noch die rühmliche Ausnahme. Außerhalb Hollywoods herrscht ein tiefsitzendes Mißtrauen gegen Männer, die im einen Arm einen Säugling und im anderen einen Schnuller halten. Selbst bei vielen Au-Pair-Vermittlern, die vermehrt auch männliche Kinderbetreuer führen, liegt die Männerquote bei drei bis fünf Prozent. Und die wenigen Männer, die sich vorstellen können, in diesem Beruf zu arbeiten, haben mit Vorurteilen zu kämpfen (pädophil? Schwul?). Ja, seit den vielen zutage getretenen Missbrauchsfällen verweigern die wenigen Männer - aber davon immer mehr - selbst das Wickeln.Es muss eine Werbekampagne für mehr Männer in diesem Traumberuf geben, fordert eine Schweizer Erziehungswissenschaftlerin im Hochschulraum Zürich, die Akademikern ausgebildetes Kinderpersonal vermittelt. Schließlich seien Mannys ungeheuer vielseitig begabt: So problemlos wie er Mahlzeiten zubereitet, die Waschmaschine füllt oder T-Shirts faltet, montiert der Manny Lampen, gräbt den Garten um oder kriegt das Auto wieder flott. Gerade Letzteres ist für bessersituierte Familien, die sich überhaupt eine Erziehungshilfe leisten können, von Zusatznutzen: Die bis zum Äußersten geförderten Kleinen hetzen von Termin zu Termin Tennis, Ballett, Nachhilfe, Musikunterricht, und der Manny spielt Fulltime-Chauffeur. Oder auch mal Leibwächter, wie Perry Taylor. Da ist dann allerdings die Frage, ob der Manny es nicht ermöglicht, dass die Kinder keine Kinder mehr sein dürfen, sondern zu Leistungen getrieben werden, die sie freiwillig nie erbringen würden. Tagesmütter - Genehmigungspflicht bei KinderbetreuungVersorgung und Betreuung von KindernRegelungen bei Tagespflegepersonen"Tagesmütter" bzw. auch "Tagesväter", im Amtsdeutsch "Tagespflegepersonen", brauchen eine Erlaubnis zur Kindertagespflege. Betroffen sind Betreuende, die Kinder außerhalb ihrer Wohnung in anderen Räumen während des Tages mehr als 15 Stunden wöchentlich gegen Entgelt und länger als drei Monate versorgen. Anträge in Baden-Württemberg sind beispielsweise bei den Kreisjugendämtern zu stellen. Eine Genehmigung wird auf fünf Jahre erteilt. Voraussetzung zur Erlaubnis ist die Eignung einer Person, die dann gegeben ist, wenn sich der Betreffende durch Persönlichkeit, Sachkompetenz und Kooperationsbereitschaft mit den Erziehungsberechtigten und anderen Tagespflegepersonen auszeichnet und über geeignete Räumlichkeiten verfügt. Maximal fünf fremde Kinder dürfen betreut werden. Selbständig tätige Tagespflegepersonen sind gesetzlich unfallversichert. Werden regelmäßig Kinder verschiedener Familien betreut, so haben sich die Betreuenden binnen einer Woche nach Aufnahme der Tätigkeit bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) in Hamburg anzumelden. Der Versicherungsschutz gilt in diesen Fällen ab dem Tag der Aufnahme der selbständigen Tätigkeit.Weitere Details, ein Antragsformular zur Pflegeerlaubnis und ein Anmeldebogen für die Berufsgenossenschaft erhalten Interessenten bei den diversen Tagesmüttervereinen oder den Gemeinden. Angebote und Gesuche finden sich auch hier. Zuschüsse für WaldorfkindergärtenKonkurrenz unter den KindergärtenKommunen müssen Privatspaß berappenDer Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg hat entschieden, dass auch Waldorfkindergärten im Land Anspruch auf finanzielle Förderung von Land- oder Stadtkreisen haben. Dem Urteil nach müssten Freie Kindergärten in der Regel Zuschüsse in gleicher Höhe erhalten wie kirchliche oder gemeindliche Kindergärten. Dabei die Förderhöhe nach der weltanschaulich-religiösen Ausrichtung des freien Trägers zu richten sei unzulässig. Auch bei genügend freien Plätzen könne dies nicht als Begründung für die Kreise gelten, um finanzielle Unterstützung zu verweigern. Der Vielfalt der Werte- und Erziehungsvorstellungen und dem Elternwahlrecht werde damit entsprochen. Aber wie sieht es mit den Finanzierungsmöglichkeiten der Kreise aus? Problematisch ist es allerdings, wenn freien Kindergärten Zuschüsse zu gewähren sind, wenn bereits genügend Plätze in den kommunalen Kindergärten zur Verfügung stehen.Viele Eltern, deren Steuern solche freien Kindergärten ja mitfinanzieren, stößt es allerdings sauer auf, für solche privaten Unternehmungen aufkommen zu müssen, da diese Gelder dann wieder im öffentlich-kommunalen Bereich fehlen. Gütesiegel für KitasKindergärten bald mit verbindlichen NormenErhebliche Unterschiede bei der KleinkinderbetreuungWolfgang Tietze von der FU-Berlin, Erziehungswissenschaftler und ein renommierter deutscher Kindergartenexperte, forderte ein Gütesiegel zur Verbesserungen der Qualität der Kindergärten. Der Pädagoge sieht gravierende Qualitätsunterschiede zwischen den diversen Einrichtungen. Bei von ihm untersuchten Kindern existierten je nach Qualität der Kita Entwicklungsunterschiede von bis zu einem Jahr, und zwar unabhängig von der sozialen Herkunft des Kindes. Selbst in der zweiten Grundschulklasse ließen sich Effekte einer guten Kita noch nachweisen. "Die Kinder", so Tietze, "haben einen größeren Sprachschatz, zeigen bessere Leistungen und ein positiveres Sozialverhalten." Eine Studie Tietzes zeigte, dass nur rund 30 Prozent der Kindergärten gute Qualität aufwiesen. Es gebe keine Anzeichen dafür, so Tietze, dass sich daran seitdem etwas geändert haben solle. Damit stieß er eine längt fällige Debatte an. Für den Erziehungswissenschaftler stellt das Fehlen einer regelmäßigen Qualitätskontrolle einen Skandal dar, denn Waschmaschinen, Schneeketten und Schönheitscremes würden regelmäßig getestet werden, nicht aber die Kitas.Immerhin: 2012 erhielten schon mal elf Kindertagesstätten der Diakonie ein solches Siegel. Im Gespäch ist insbesondere das Siegel LORBASS, aber noch Genaues weiß man nicht ... Viele Köche rühren in der Suppe und verfolgen anscheinene ihre diversen Zielchen. Streitkultur und KonfliktlösungKinder lernen richtig streitenMiteinander richtig umgehen lernenDroht ein Streit unter Kindern zu eskalieren, so sollten Kinder am besten Hilfe von außen holen. "Streiten müssen Kinder erst lernen. Erzieherinnen oder Eltern können Lösungen vorschlagen, auf die Kinder zwischen drei und fünf Jahren allein nicht kommen. Etwa, dass man Bauklötze gerecht aufteilen kann. Kinder sind dankbar, wenn sie Möglichkeiten finden, friedlich miteinander umzugehen. Und je öfter sie das einüben, desto eher kommen sie ohne Hilfe drauf" meint der Münchner Kinderpsychologe Ulrich Diekmeyer.Eltern sollten Vorbild seinKinder sollten lernen, sich mit Worten wirksam gegen streitlustige Spielkameraden zu wehren. Vor allem kleine Kinder bedürfen dabei dabei elterlicher Unterstützung. Wie sich Konflikte ausdiskutieren lassen, können Familien zu Hause einüben. Der Kinderpsychologe: "In der Familie gibt es genügend ähnliche Situationen wie im Hort oder Kindergarten. Im Streit sollten Eltern Vorbild sein und etwas nicht einfach verbieten, sondern ihr Verbot begründen. Auf diese Weise bringen sie dem Kind ganz nebenbei Vertrauen in die Kraft der Worte bei."Im Einzelfall darf ein Kind sich auch körperlich wehrenUlrich Diekmeyer: "Diese Möglichkeit muss man nicht prinzipiell verbieten. Sie ist aber nur sinnvoll, wenn das Kind sich defensiv wehrt, also seine Reaktion deutlich dosiert. Das heißt: nicht fester zurückhauen oder, statt zu hauen, nur etwas schubsen. Dadurch signalisiert das Kind: ´Stopp, mit mir nicht!´, zeigt aber trotzdem, dass es kein Interesse hat, sich zu prügeln. Diese defensive Abwehr ist allerdings nicht ganz leicht zu erlernen."Gute NachbarschaftenPartnerschaften und AustauschprogrammeOb Polen oder Frankreich - Jugendliche lernen ToleranzDas Projekt P misch dich ein ist eine Initiative, die vom Bundesjugendring, der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend getragen wird. Es will den Jugendlichen Lust am großen P machen an der Politik. Keine ungefährliche Sache seit den Entwicklungen ab 2008. Aber natürlich liegt es im Interesse der Politik möglichen Protest rechtzeitig steuern zu können, bevor er sich auf der Straße wie in Spanien, Griechenland oder andernorts äußert. Steffan Hessels "Empört Euch!" will von den Politikern niemand wirklich. Heute geht es um die Verständigung unter den Völkern, oft aber auch schlicht ums Glattbügeln der Unterschiede, weil alle sich in Europa liebhaben und sich nicht mehr zanken sollen.Der Begriff Völkerfreundschaft hat für viele einen eigenartigen Beigeschmack. In den ehemaligen Ostblockstaaten wurde die Völkerfreundschaft besonders zur Sowjetunion zwar gern beschworen, doch mit echten freundschaftlichen Beziehungen hatte das nicht viel zu tun. Was unter den Zaren da Völkergefängnis war, wurde in die Sozialistische Völkergemeinschaft umgedichtet. Freundschaft zwischen Völkern ist ein seltenes Phänomen, sagte einmal Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt und scheint damit Recht zu haben. Viele beäugen ihre Nachbarn heute immer noch misstrauisch. Dass die europäischen Staaten immer mehr miteinander kooperieren, ist ein neues Phänomen in der Geschichte. Aber nur weil die Regierungen gut zusammenarbeiten, heißt das noch lange nicht, dass die Bürger dieser Länder freundschaftlich miteinander umgehen. Rund 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs denken viele Deutsche, dass Holländer mit Wohnwagen in den Urlaub fahren, dass Iren rote Haare haben stimmt ja auch und zu den Belgiern fällt ihnen nur ein, dass sie gute Schokolade machen. Dabei können die Belgier doch froh sein, dass den meisten unbekannt ist, was es mit der berühmten belgischen Schokolade auf sich hat. Anderfalls könnten die feinen Pralinen doch so manchem Zeitgenossen im Halsstecken bleiben. Bloß nicht dran erinnern; Harmonie ist alles. Damit diese Klischees oder Nichtklischees abgebaut werden, haben deutsche Kommunen 6150 Partnerschaften mit Städten und Gemeinden auf der ganzen Welt, davon allein über 5600 mit Kommunen in Europa. Häufig organisieren private oder kirchliche Vereine mit ausländischen Partnern Kulturveranstaltungen und Schüleraustausch, vermitteln Au-Pair-Mädchen oder Auslandsstipendien. Das wird gemacht, damit sich vor allem Jugendliche kennenlernen und "Vorurteile" abbauen können. Pech allerdings, wenn sich so manche doch als Urteile herauszustellen scheinen. Das darf in diese glattzubügelden Europa eigentlich nicht sein. Obwohl Deutschland inzwischen mit fast allen Ländern auf der Welt zusammen arbeitet, gibt es einige besonders enge "Freunde". Mit den USA geht es mal besser, mal schlechter. Die Beziehung zu Frankreich aber ist einzigartig. Seit die beiden Länder 1963 mit dem Elysée-Vertrag ihre Versöhnung besiegelt haben, ist die deutsch-französische Freundschaft ein feststehender Begriff. Davon, dass Theo Waigel als Finanzminister jahrelang den maroden Franc stützte (auf Deutsch: wie bezahlten) und Mitterand Kohl das Ende der D-Mark gegen das Einverständnis zur deutschen Vereinigung abgepresst hat, was uns Milliarden über Milliarden kostet, weil wir nun in diesem elenden Eurotopf stecken, na ja, Schwamm drüber. Übrigens hat Deutschland 2010 die letzten Kriegsreparationen berappt. Was, welche? Na, die vom Versailler Vertrag, Erster Weltkrieg. Der deutsche Michel lernt nicht aus, scheint es. Beide Staaten sind eng miteinander verflochten. Sie sind für sich die wichtigsten Handelspartner und Investoren. Die Regierungschefs treffen sich alle paar Wochen, um sich abzustimmen. Nicht, dass sie sich immer einig sind. Im Gegenteil. Aber wenn Deutschland und Frankreich sich auf einen Kompromiss geeinigt haben, können meist auch die anderen EU-Staaten zustimmen. Sagen manche. Immerhin, hier gibt´s nichts zu meckern: Jährlich nehmen 150 000 Jugendliche beim Austausch des deutsch-französischen Jugendwerks teil, seit 1963 waren es knapp sechs Millionen. 5000 deutsche Schulen haben französische Partner. Sich bei einem dieser Austauschprogramme einzuklinken lohnt nie wieder kommt man so günstig ins Ausland. Verglichen damit ist die deutsch-polnische Freundschaft noch recht frisch. Am 14. November 1990 unterzeichneten Deutschland und Polen den deutsch-polnischen Grenzvertrag über gute Nachbarschaft. Die Grundlage ist solide: Beide Staaten haben oft ähnliche Interessen. Außer im Irak-Krieg, da war Polen dafür und Deutschland dagegen. Um zu zeigen, dass sie trotzdem eng befreundet sind, haben beide Regierungen am 30. April das deutsch-polnische Jahr eröffnet. Bei mehr als 1000 Veranstaltungen sollen sich Deutsche und Polen besser kennenlernen. Damit das endlich was wird mit der Völkerfreundschaft. Seite << 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 >>
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