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Konflikte

Bei Konflikten geht es oft nur um Banalitäten, z.B. eine falsch eingeräumte Spülmaschine oder eine brennende Lampe, die eigentlich ausgeschaltet werden sollte. Was anfänglich als kaum beachtenswert erscheint, führt im Laufe des Gesprächs zu einem wüsten Streit. Dabei ist es gar nicht schwer, Meinungsverschiedenheiten sanft und ohne Gewalt zu lösen. Es ist nur eine Frage der Übung.
Zur gewaltfreien Schlichtung verhilft das Modell von Pat Patfoort, einer belgischen Anthropologin. Sie ist sich sicher, dass Menschen lernen können, Meinungsverschiedenheiten ohne Gewalt und Aggression zu lösen - sobald sie verstanden haben, nach welchen Mustern eine Eskalation normalerweise verläuft.

Menschen sind verschieden. Eine kleine Weisheit, die dennoch schwer zu erfassen ist. Dabei sind die Unterschiede zwischen den Personen überhaupt nicht schlimm und an sich auch keine Schwierigkeit. Sie werden bloß oft dazu gemacht.
Daran schuldet das Besser-Geringer-Verhalten der Menschen. Sie versuchen stets, sich in eine bessere Position zu bringen und ihre Mitmenschen dadurch in eine schlechtere zu drängen. Die Unterlegenen möchten wieder aufsteigen, weshalb sie versuchen, den Höheren herabzuziehen oder andere Menschen in niedrigere Positionen zu drängen. Damit beginnen Streit und Gewalt, sei es verbale oder körperliche. Oft steckte gar keine Absicht dahinter sondern einfach das Gefühl der Ungleichheit.
Die Lösung ist simpel: Gleichberechtigung. Man akzeptiere die Andersartigkeit des Gegenübers. Das ebnet den Weg zu einer gewaltfreien Konfliktlösung. Statt den anderen besiegen zu wollen, erkundige man sich nach den Gründen für seine Auffassung. So lässt sich leicht ein Kompromiss finden, mit dem beide zufrieden sind.

Natürlich lassen sich nicht alle Konflikte auf diese Art erklären. Doch die Schlichtheit des Modells ist ein großer Pluspunkt, indem dadurch jedem klar wird, worum es geht, und jeder es in sein Leben einbinden kann. Anwender lernen rasch, nicht mehr alle Handlungen ihrer Mitmenschen in "gut" oder "böse" einzustufen.

Das Modell funktioniert in Familien ebenso wie bei Paaren, auf der Straße, zwischen politisch gegensätzlichen Parteien (z.B. Israelis und Palästinenser), in der Kindererziehung, am Arbeitsplatz … Man strengt sich richtig an, um die alten Argumentationsmuster zu verlassen.

 
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