Au Pair Box
 
Menü        
Einführung 
Für Aupairs 
Für Familien 
Aktuelles 
Aupairversicherung
Auslandsversicherung
 Schwarzes Brett 
Ferienjobs 
Bildgalerie 
Agenturen 
Service für Agenturen 
Service für Eltern 
Ratgeber
Familie / Aupair
Links 
Sag´s weiter 
Impressum 
Ratgeber


 
Seite
<< 1 >> 

Bildungspolitik

Reformvorschläge für Deutschland

Was läuft falsch im Schulsystem?

Zentrale Prüfungen, größere Chancengleichheit

Deutschland steckt mehr Geld in Hochschulen als in frühkindliche Förderung. Angesichts des Prestiges mag dies ein guter Weg sein, doch effektiver wären die Euros bei Kleinkindern genutzt. Zeigen nicht Wissenschaftler immer öfter, welch große Bedeutung frühkindliche Bildung hat? Doch leider besteht im deutschen Schulsystem zu wenig Anreiz, Geld dort auszugeben, wo es den meisten Nutzen trägt. Da hilft es nichts, mehr Geld in Bildung zu investieren - es muss dort ankommen, wo es gebraucht wird. Vermutlich steht genug zur Verfügung, doch wird es bislang einfach an den falschen Stellen ausgegeben.
Hier einige Vorschläge zur Verbesserung der Schulen:

Bundesweite Einheit, so z.B. durch zentrale Prüfungen, wie es Bayern und Baden-Württemberg vorgemacht haben
Größere Selbstständigkeit der Schulen
Private Leitung in staatlich finanzierten Schulen
Lehrerauswahl, um all jenen, die dem Unterricht nicht mehr gewachsen sind, eine andere Aufgabe zu geben. Unmotivierte Lehrkräfte wecken in ihren Schülern weder Interesse noch Lerneifer.

Größere Chancengleichheit für Kinder aus bildungsnahen und -fernen Familien. Diese wächst, je später die Schüler in unterschiedliche Schulen verteilt werden und in je weniger Schulen sie verteilt werden. Hier ließe sich z.B. an einer gemeinsamen Schule Unterricht in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden anbieten. Das käme auch denen zugute, die sich in Mathe auf Gymnasiumniveau bewegen, in Deutsch hingegen auf Hauptschulniveau. Zudem würden Grundschulfreunde so nicht auseinandergerissen.

Echte Ganztagsschulen statt Möchtegern-Ganztagsschulen. Sie zeichnen sich nicht nur durch Unterricht bis zum Abend aus, sondern durch Freizeitangebote (Sport, Musik, Arbeitsgemeinschaften …). Damit übernähme die Schule einen Teil der Erziehungsarbeit, der ihr ohnehin verstärkt überlassen wird. Kinder armer oder bildungsferner Eltern hätten, ebenso wie Kinder begüterter Eltern, die Möglichkeit zur individuellen Entfaltung.

Leider werden bildungspolitische Erkenntnisse stets recht langsam auf die Schulen übertragen. Das liegt zum einen an der föderalen Struktur, die einheitliche Entscheidungen für ganz Deutschland verhindert. Zum anderen schulden die vielen ideologischen Debatten daran, die sich meist an Bildungsfragen anschließen. Kein Wunder, schließlich betreffen die Fragen jeden. Doch viele lassen sich durch Zahlen und Fakten eindeutig beantworten.
Zur Versachlichung der Bildungsdiskussion trug u.a. die Pisa-Studie bei. Sie zeigte deutlich, welche Bundesländer ihre Bildungssache gut machen, und widersprach damit so mancher Behauptung. Zuvor konnte ja praktisch jeder Kultusminister oder sonstige Verantwortliche eine These aufstellen, ohne durch Fakten widerlegt zu werden.

Hoffen wir, dass sich öffentliche Schulen bald so weit entwickelt haben, dass sie für Kinder tatsächlich die beste Lösung sind. Einige positive Ansätze zeigen sich ja schon: durch zentrale Abschlussprüfungen, durch Diskussionen über Drei- oder Zweigliedrigkeit, über eine Verlängerung der Grundschulzeit … Nach einer Verbesserung wären sie eine echte Alternative zu Privatschulen, nicht nur für arme Familien sondern auch für wohlhabende Eltern, die ihre Sprösslinge nicht in eine überbehütete Schule schicken wollen.

Möchte Deutschland seine Schulen verändern, um den Schülern tatsächlich mehr zu bieten bzw. sie besser zu fördern, müssten Politiker von ihrem Sparpferd steigen (oder die Geldverteilung ändern, denn vermutlich steht genug Geld zur Verfügung, doch wird es einfach an den falschen Stellen ausgegeben). Wie sollen sonst hochwertiger Unterricht und zusätzliche Angebote verwirklicht werden? Zudem müsste sich jeder Einzelne angesprochen fühlen, das ihm Mögliche zu tun, zum Wohle der Schüler. Die sollten schließlich im Blickpunkt stehen - nicht der Ruhm einzelner Bildungspolitiker, Studien oder Thesen.

 
Seite
<< 1 >>