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Anerkennung

Starke Leistung im Alltag

Familienarbeit kein Zuckerschlecken

Kinder, Haushalt und Beruf - vollgestopfter Terminplaner

Egal ob Mann oder Frau, wer einmal einen Haushalt schmiss und sich um die Kinder kümmerte, weiß, welche Arbeit dahintersteckt. Engagiert man sich zusätzlich noch bei einer gemeinnützigen Vereinigung oder geht einige Stunden am Tag arbeiten, platzt der Terminplaner aus allen Nähten. Es ist ja nicht so, dass Hausfrauen oder -männer den ganzen Tag Däumchen drehen, im Gegenteil. Ihre Arbeit steht der eines Managers in nichts nach, ja übertrifft sie oft gar.
Psychologie, Pädagogik, Organisation, Motivation, Coaching, Betriebswirtschaft, Kochen, Medizin sind nur einige wenige Felder, die täglich eine Rolle spielen. Ganz zu schweigen von den vielen sozialen Kompetenzen, die dazu erforderlich sind (Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit, Geduld, Flexibilität, Mobilität …).
Ließen sich Eltern jede Arbeitsstunde für Haushalt und Kinder bezahlen, fielen vermutlich horrende Summen an. Doch wie kommt es, dass dieser Einsatz so gering geschätzt wird, die von Managern hingegen hoch? Ist es wichtiger, ein börsennotiertes Unternehmen dem nächsten Crash entgegenzuführen oder die nächste Generation aufzuziehen?

Bezahlung wäre ein Weg zur höheren Anerkennung. So spielen manche Politiker mit dem Gedanken an Erziehungsgeld. Familien hätten die Wahl, dieses für eine Krippe auszugeben oder die Kinder daheim zu erziehen.
Leider birgt diese Idee auch Schattenseiten. In Norwegen beispielsweise, das 1998 das Betreuungsgeld ins Leben rief, behalten besonders Einwanderer und Eltern unterer Gesellschaftsschichten ihre Sprösslinge zu Hause. Gerade ihnen käme die Förderung in einer außerfamiliären Einrichtung jedoch gut zustatten.
Weiteres Problem ist die "Elternfalle". Je länger Eltern nach der Geburt des Kindes zu Hause bleiben, desto schwerer fällt die Rückkehr ins Arbeitsleben. Wer heimische Erziehung also durch ausreichend Geld fördert, erschwert die Wiedereingliederung in den Beruf. Die fällt ohnehin nicht leicht, den Arbeitgeber erwarten hohe Flexibilität und Einsatzbereitschaft.

Da die "Herdprämie" besonders von konservativen Politikern befürwortet wird, sehen manche darin einen Schleichweg, Frauen doch wieder an den Herd zu bannen. Doch sie stände ja auch Männern offen, wenn diese der Familie zuliebe daheim blieben. Paare wünschen sich meist eine gleichmäßige Arbeitsteilung, sowohl im Haushalt als auch im Erwerbsleben. Leider fällt dieser Wunsch oft in den Bach, denn viele missliche Umstände führen manchmal eben doch zur traditionellen Rollenverteilung, bei der ein Partner zu Hause bleibt, während der andere in Vollzeit arbeitet. Dies muss zwar nicht das schlechteste sein, doch das Gefühl des Zwanges (ich darf nicht machen, was ich wirklich will) nagt natürlich an einem. Bekommt man dann auch noch mehr Verachtung als Anerkennung dafür, sein Leben der Familie zu opfern, muss man sich über Unzufriedenheit nicht wundern.
Doch nicht nur Politiker sind aufgefordert, der Gesellschaft ein besseres Bild über Einsatz für die Familie beizubringen. Viel liegt schon an den Betroffenen selbst: Warum nicht mal ein kleines Blümchen mitbringen? Warum nicht mal ein "Danke"? Warum nicht mal ein "Schatz, ich hab dich lieb"? Wer weiß schon, wie viel Hader und Streit sich dadurch vorbeugen ließe.

 
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