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Hartz-IV

Schwanger durch Hartz IV?

Kein Geld für Verhütung

Ungewollte Schwangerschaften bei ALG-II-Empfängerinnen

Als Jugendlicher macht man sich über Verhütung erste Gedanken. Dabei spielt Geld keine Rolle, denn die Krankenkasse zahlt. Ab achtzehn haben sie die Zaubermittelchen jedoch selbst zu zahlen, was viele in böse Schwierigkeiten bringt.
Zwar beinhaltet das Arbeitslosengeld II monatlich ein wenig Geld für "Gesundheitsvorsorge", doch ist dies rasch aufgebraucht. Hat man es z.B. für die Pille ausgegeben, lässt sich kaum noch für eine Spirale sparen, denn der Betrag ist - wie so vieles beim ALG II - "zum Sterben zu viel und zum Leben zu wenig". Kommen am Ende gar noch ein Arztbesuch oder andere Gesundheitskosten dazu, fällt die Verhütung flach. Die Folge sind, na klar, ungewollte Schwangerschaften.

Bei einer Studie im Großraum Köln standen 69 Frauen Rede und Antwort, von denen 67 Prozent bereits seit einigen Jahren vom Staat abhängen. Durchschnittsalter: 30 Jahre. Vier Fünftel bestätigten, ALG II reiche nicht zur Verhütung aus. Bevor ihnen der Staat den Lebensunterhalt zahlte, verhüteten zwei Drittel jedes Mal, sechs Prozent nie. Nun schützt sich nur noch ein Drittel immer, sechzehn Prozent nie.

Experten fordern dringend kostenlose Verhütungsmittel für Sozialhilfeempfängerinnen. Im Bundessozialhilfegesetz stand dies auch bis vor etlichen Jahren geschrieben, doch Reformen (Hartz IV, Gesundheitsreform …) sorgen für klaffende Versorgungslücken.

Stellt eine ALG-II-Empfängerin eine Schwangerschaft fest, beginnt die nächste Notlage. Wie soll sie dem Kind ein angemessenes Leben bieten? Als "rettender Engel" taucht der Gedanke an eine Abtreibung auf - vom Staat finanziert.

 
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