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Brutkasten

Rettung für Frühchen

Gluckenersatz aus der Geflügelzucht

Nest für Frühgeburten - Erfindung des Brutkastens

Kommt der Säugling einige Monate oder Wochen zu früh auf die Welt, bereitet dies Ärzten heutzutage keine Probleme mehr. Ganz anders sah die Sache vor der Erfindung des Brutkastens aus: Selbst im neunzehnten Jahrhundert wurden Frühgeburten wie normale Kinder einfach in die Arme ihrer Mutter gelegt, weshalb viele, zum Leben außerhalb des Mutterleibes noch unfähig, starben.

Der Brutkasten stammt - wer hätt´s gedacht - aus der Geflügelzucht. Ein Züchter präsentierte bei der Geflügelausstellung 1878 einen Holzkasten, beheizt, als Gluckenersatz. Wie ein Nest schützt der Kasten Küken vor der Außenwelt und Keimen.
Den vorbeispazierenden Mediziner Etienne Stéphane Tarnier brachte der Kasten auf eine tolle Idee. Er ließ sich von Odile Martin, einem Instrumentenbauer, einen Brutkasten für Babys zimmern. Mehr als einen Kubikmeter groß, fasst er gleich mehrere Säuglinge. Da eine Alkohol- oder Gasheizung im Kasten die Neugeborenen gasigen Giften ausgesetzt hätte, konstruierte Tarnier eine Außenheizung. Durch einen Bunsenbrenner erwärmtes Wasser floss in einen Tank unter der "Glucke", wie der Arzt seine Erfindung nannte.
Binnen drei Jahren sank die Säuglingssterblichkeit um 28 Prozent.

 
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