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Ältere Mütter

Schwangerschaft bei Vierzigjährigen

Langgehegter Wunsch nach Nachwuchs

Ein Kind durch künstliche Befruchtung?

In den letzten siebzehn Jahren stieg das durchschnittliche Erstgeburtsalter von 26,9 Jahren auf 29,1. Seit Anfang der Neunziger gebären immer mehr im Alter von 35 Jahren oder mehr zum ersten Mal, so dass deren Anzahl sich binnen zwölf Jahren nahezu verdreifachte. Gerade im Alter ab vierzig erfüllen sich immer mehr ihren Kinderwunsch: Ein Viertel aller Säuglinge liegt in den Armen einer Über-Vierzigjährigen, viele davon mit Hochschulabschluss.

Frauen mit hoher Bildung sähen es nicht gerne, diese Zeit vergeblich investiert zu haben. Bekommen andere mit Anfang zwanzig ein Baby, so denken sie dagegen an ihre Karriere. Warum jahrelang für einen Abschluss schuften, wenn ein Kind all die Mühen zunichte macht? Haben sie sich erst einmal im Berufsleben hochgearbeitet, tritt ein wenig mehr Zeit und Ruhe ein, so taucht bei vielen wieder der Kinderwunsch auf. Zwar sind sie dann schon im vorgerückten Alter, vielleicht bereits vierzig oder fünfzig, aber bei der heutigen Medizin stellt das nur ein geringes Problem dar.
Freilich, ab dreißig sinkt die natürliche Fruchtbarkeit, so dass Frauen im Alter von 38 bis 42 Jahren ein Jahr oder länger zum Schwangerwerden brauchen. Doch hier helfen künstliche Befruchtung, Eizellenspende und andere Errungenschaften der Moderne.

Wer sich als Ältere mit dem Gedanken an ein Kind trägt, bedenke, dass Schwangerschaften Über-Vierzigjähriger zu 33 Prozent in einer Fehlgeburt enden, bei 45-Jährigen zu fünfzig Prozent. Zudem bringen Frauen über 35 häufiger Säuglinge mit Fehlbildungen aufgrund einer Chromosomenstörung zur Welt. So gebären Frauen über 35 zu 0,3 Prozent Säuglinge mit Trisomie 21, Vierzigjährige zu einem Prozent, Sechsundvierzigjährige zu fünf Prozent.
Solange diese Kinder durch gewöhnlichen Geschlechtsverkehr gezeugt wurden und die Natur ihre Hand im Spiel hatte, mag dies noch angehen. Doch wenn sich künftige Eltern für den medizinischen Weg entscheiden, ohne Rücksicht auf den eigenen Körper oder das Kind, darf man durchaus an der "Liebe zum Ungeborenen" in Zweifel geraten.

 
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