Scientology wirbt mittels Nachhilfe
Kirchen und Prunkgebäude
Eine Sekte will Kirche werden
Die Eröffn
ung der neuen Niederlassung von Scientology in einem sechsstöckigen Bürogebäude in Berlin-Charlottenburgs machte von sich reden. Das soll Aufsehen erregen und Präsenz zeigen. Und siehe da: Es funktioniert, denn sonst gäbe es diesen Artikel nicht. Das Geld für das Bürogebäude stammt mit Sicherheit aus den USA, wo die Scientology als Kirche anerkannt wird und weit verbreitet ist, denn die knapp 5000 deutschen Mitglieder hätten die Gelder bestimmt nicht aufbringen können. Pracht und Prunk dienten den Vertretern von Religionsgemeinschaften ja schon immer als Mittel, um das Volk zu beeindrucken. Man sehe sich nur mal den Petersdom in Rom, die blaue Moschee in Istanbul, die Khajuraho Tempel in Indien oder die Maja Tempel in Südamerika an, nur kann man in diesem Fall ja noch nicht mal das Attribut "Religionsgemeinschaft" anhängen. Für den deutschen Verfassungsschutz vertritt Scientology ein totalitäres Weltbild und verfolgt verfassungsfeindliche Ziele. Denn die genaue Umsetzung der Regeln liefe auf eine Diktatur hinaus. Auch träten die Mitglieder nicht immer offen als Scientologymitglieder auf, sondern tarnten sich mal als Mitarbeiter von Schülerhilfeverbänden, mal als Drogenberater der Gruppe Narconon, mal als Kämpfer für Menschenrechte, mal als selbstlose Helfer an den Schauplätzen von Katastrophen. Sie wollen ein gutes Bild abgeben, um für ihre Zwecke zu werben. Die Scientologen glauben an die Unsterblichkeit in Form von Wiedergeburt und wollen durch ihre Praktiken die Erfahrungen vorheriger Leben nutzbar machen und den Weg zur wirklichen Freiheit erlangen. In sich sind diese Glaubensinhalte nichts "Unnormales", denn die Katholen glauben ja auch an den Vater, den Sohn und den heiligen Geist und die Juden erwarten immer noch die Niederkunft des Messias, den Sohn Gottes. Obwohl bei näherer Betrachtung all das doch höchst bedenklich ist. Es sind eben Glaubensinhalte und jeder darf ja nun nach seiner Fasson selig werden, obwohl genau genommen, nichts Großartiges in der Tatsache läge, wenn man sich den gröbsten Blödsinnn anhören muss. Und genau da wird es schwierig, denn die Scientology-Bewegung verhält sich Kritikern und Aussteigern gegenüber aggressiv. So werden Prozesse als Mittel eingesetzt, um Kritiker zu belästigen, Familienbande von Mitgliedern zu Nichtmitgliedern werden gekappt und Wissen über Schwächen von ehemaligen Mitgliedern wird genutzt, um diese unter Druck zu setzen. Auch werden für Kurse, sogenannte Auditings, hohe Gebühren verlangt. Mitglieder verschulden sich häufig, um diese bezahlen zu können. Das sind Methoden, die für Scientology die Bezeichnung Sekte zutreffender machen als Kirche. Obwohl auch bei den traditionellen Kirchen die Zeit, in welcher ein Austritt mit unangenehmen Folgen verbunden war, noch nicht lange zurückliegt. Wer einen spannenden Film über den Geheimdienst von Scientology sehen will, bitte sehr, hier ist er: Das Office of Special Affairs - O.S.A.
Klassiker sind die Bücher Ursula Cabertas geworden, die übrigens auch in dem Film erscheint. Neuester Titel: Scientology: Die ganze Wahrheit.